Veranstaltungen

Géraldine Schwarz „Die Gedächtnislosen“ (Secession) Termin muss leider verschoben werden!

 


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© Mathias Bothor

Géraldine Schwarz entdeckt eines Tages, dass ihr deutscher Großvater, ein Mitglied der NSDAP, 1938 ein jüdisches Unternehmen in Mannheim im Zuge der Arisierung erworben hat. Nach dem Krieg weigert er sich, dem einzigen Überlebenden der in Auschwitz ermordeten Fabrikantenfamilie, Julius Löbmann, Reparationen zu zahlen. Hier beginnt ihre Recherche über drei Generationen ihrer Familie, dabei stets mit der Frage, wie die Verwandten und andere sich der Vergangenheit stellten – auch in Frankreich, denn bald erfährt die Autorin, dass ihr Großvater mütterlicherseits unter dem Vichy Regime in einem Gebiet als Gendarm gedient hat, in dem Franzosen mit Razzien nach Juden suchten. Die Gedächtnislosen  ist ein sehr persönliches Werk der Erinnerungskultur. Mit beispielhafter Sorgfalt plädiert dieses Buch für eine Fortführung der Gedächtnisarbeit, um den völkischen und nationalistischen Tendenzen entgegenzuwirken. Eines der besten und gleichzeitig provozierendsten Beispiele dieser Arbeit liefert es selbst.

Moderation: Géraldine Schwarz‘ deutscher Verleger und Übersetzer Christian Ruzicska

        

wann?         Mittwoch,  4.12.2019 um 20 Uhr es wird einen anderen Termin geben, demnächst hier!!

wo?              bei uns in der Buchhandlung Dante Connection

Karten?      8 € / 5 €

Géraldine Schwarz über ihr Buch bei Arte

 

 

7.11.2019 – Hinrich Schmidt-Henkel bei uns zu Gast!

Zum Norwegenschwerpunkt der Frankfurter Buchmesse stellt der preisgekrönte Übersetzer und leidenschaftliche Literaturvermittler Hinrich Schmidt-Henkel zwei bedeutende Klassiker der jüngeren norwegischen Literatur vor.

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© Ebba D. Drolshagen

Den 1970 verstorbenen Tarjei Vesaas, von dem er in diesem Herbst mehrere Werke in Erst- oder Neuübersetzungen bei Guggolz und Kleinheinrich vorlegt, so unsere Danteperle Das Eis-Schloss, und den großen Meister der kleinen Form Kjell Askildsen, zu dessen neunzigstem Geburtstag demnächst eine Gesamtausgabe bei Luchterhand erscheint. Zwei markante, sehr persönliche und beeindruckende literarische Stimmen.

Und zu unserer großen Freude wird der Verleger Sebastian Guggolz dabei sein!

Mit freundlicher Unterstützung durch NORLA !

Wann?       Donnerstag 7.11.2019 um 20 Uhr

Wo?            Bei uns in der Buchhandlung Dante Connection

Karten?      8 € / 5 €

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Dita Zipfel: Wie der Wahnsinn mir die Welt erklärte

Mit Illustrationen von Rán Flygenring, Hanser Verlag 2019, 208 S., € 15,-, TB Juni 2021, € 9,95, ab 12
(Stand März 2021)

ZipfelLucie hat es satt. Zu Hause ist nicht nur der neue, total nervige Freund ihrer Mutter eingezogen, er soll auch noch ihr Zimmer bekommen. Da macht sie nicht mit, sie will nach Berlin, zu Mamas Ex-Freundin, die genau richtig war. Aber dafür braucht sie Geld, also einen Job. Und den findet sie bei Klinge, der in seiner eigenen Welt magischer Wesen lebt. Unsere Gemüse sind für ihn Körperteile dieser Wesen, daher können Menschen deren magische Kräfte in Form von Nahrung zu sich nehmen. Lucie soll seine Magie-Rezepte aufschreiben und verdient nebenher auch noch richtig gut. Wie sie dabei Klinge trotz seiner Ruppigkeit ins Herz schließt, seine Rezepte ausprobiert und schließlich ihr eigenes kompliziert-verzwacktes Leben samt Liebestrankexperiment wenn schon nicht in den Griff bekommt so doch in neue, vielversprechende Bahnen lenkt, erzählt Dita Zipfel rasant, mit schrägem Humor, und voll verrückter Einfälle. Die Illustrationen von Rán Flygenring sind hierbei nicht nur Ergänzung, sondern ein ganz eigenes Vergnügen. Ein exorbitant witziges Buch, das Mut macht, egal was andere denken, zu sich selbst zu stehen. (Syme Sigmund)
Leseprobe

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Tarjei Vesaas: Das Eis-Schloss

Aus dem Norwegischen von Hinrich Schmidt-Henkel, Nachwort von Doris Lessing, Guggolz Verlag 2019, 199 S., € 22,-, TB dtv 2021, € 12,-

(Stand Oktober 2021)

VesaasUnn ist neu in dem kleinen norwegischen Dorf, sie ist nach dem Tod ihrer Eltern zu ihrer Tante gezogen. Still ist sie, schließt sich den anderen Kindern nicht an, aber Siss fühlt sich stark zu ihr hingezogen. Als sich die Mädchen endlich allein treffen, ist sofort eine Seelenverwandtschaft da, die Sicherheit, dass diese Freundschaft für immer sein wird. Doch am nächsten Tag verschwindet Unn spurlos, verirrt sich in den Spalten eines gefrorenen Wasserfalls – des Eis-Schlosses – die Suche des ganzen Dorfes bleibt erfolglos. Siss erstarrt in Trauer, fühlt sich der gerade erst gewonnenen Freundin verpflichtet, zieht sich in sich zurück. Die anderen Kinder, die Dorfgemeinschaft und Siss Eltern akzeptieren sie, geben ihr Zeit, warten, wenden sich nicht ab. Veesas Prosa ist lyrisch, atmosphärisch und doch schlicht und glasklar. Selten wurden Einsamkeit und Trauer, der behutsame Umgang mit der Trauernden und die schrittweise Rückkehr ins Leben so intensiv, so innig und so feinfühlig beschrieben wie in diesem schmalen Roman von 1963, der nun von Hinrich Schmidt-Henkel hervorragend neu übersetzt wurde. (Syme Sigmund) Leseprobe

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Albertine Sarrazin: Querwege

Aus dem Französischen von Claudia Steinitz, Ink Press 2019, 228 S., € 20,-

(Stand März 2021)

Sarrazin_Albertine_Querwege_Danteperle_Dante_Connection_BuchhandlungAlbe ist eine junge Frau, die ein Viertel ihres Lebens im Knast verbracht hat. Da drinnen hat sie ihre gymnasiale Ausbildung abgeschlossen, gelesen, geschrieben und davon geträumt, Schriftstellerin zu werden. Nun ist sie frei und sucht einen Weg zur Veröffentlichung. Einfach ist es allerdings nicht: Ihr Mann ist noch im Gefängnis, alte Freunde lassen sie im Stich, sie kann nicht frei durch Frankreich reisen und hat dazu kein Geld.
„Querwege“ ist Albertine Sarrazins dritter und letzter Roman, autobiografisch wie die beiden davor. Die Autorin hatte ein kurzes Leben voller Übertretungen und Qualen, tatsächlich ein Querweg zur Freiheit, der sich in ihrem Schreibstil spiegelt. Ihre Sprache hat eine magische Energie, sie kommt dem Leben ganz nahe, bewegt sich zwischen Poesie und Argot, der Sprache der Unterwelt. Sarrazin ist eine Autorin, die sich nicht vergessen lässt. Ihre Bücher, obwohl vor 50 Jahren entstanden, bleiben so aktuell und berührend, als ob sie heute geschrieben worden wären. Eine herzliche Empfehlung für alle, die sich für Einzigartigkeit begeistern! (Giulia Silvestri)

Claudia Steinitz über ihre Übersetzung

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Nicolas Mathieu: Wie später ihre Kinder

Aus dem Französischen von Lena Müller und André Hansen, Verlag Hanser Berlin 2019, 445 S., € 24,-, Piper TB 2021, € 12,-
(Stand März 2021)

Mathieu_Nicholas_Wie_später_ihre_Kinder_Dante_Connection_Buchhandlung_Danteperle Anfang der Neunziger – nichts geht mehr in diesem öden Teil Frankreichs. Die Hochöfen sind abgestellt, die Fabriken geschlossen, die Arbeiter entlassen, die Häuschen und Wohnungen der Menschen eng und provisorisch. Unter diesen miesen Bedingungen wachsen Anthony, Hacine und ihre Cliquen heran. Auf keinen Fall wollen sie eine so erbärmliche Existenz wie ihre Eltern führen. Sie wollen was vom Leben, eine schnelle Maschine, Alkohol, Drogen, Sex. Dass sich das alles nicht legal verwirklichen lässt, nehmen sie in Kauf. Anthony hat es ausgerechnet auf Steph abgesehen, die bessergestellte Tochter des Mercedeshändlers, Hacine steigt tief in den Drogenhandel ein. Das kann alles nicht gutgehen. Mathieu, von Haus aus Soziologe, geht in seinem fulminanten Roman fast unaushaltbar nah an seine Protagonisten heran, seine direkte Sprache bringt es auf den Punkt. So sehr man es sich auch wünscht, unter diesen Bedingungen gibt es kein Entrinnen. Ein großer Wurf. (Stefanie Hetze) Leseprobe

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„Hüben & Drüben“ am 22.9.2019 um 11 Uhr in der Nürtingen Grundschule

Interaktive Mitmachlesung mit  Franziska Gehm und Horst Klein

Gehm_franziska_Horst_Klein_Hüben_&_Drüben_Dante_ConnectionMax und Maja mögen beide Eis, Winnetou und Klingelstreiche. Aber manches ist auch anders, denn Maja lebt mit ihrer Familie in der DDR, während Max in der BRD aufwächst. In ihrem Bilderbuch »Hübendrüben« (Klett Kinderbuch) versammeln Autorin Franziska Gehm und Illustrator Horst Klein ein buntes Gewimmel aus Alltagsgeschichten.

Sie nehmen die Kinder mit auf eine Zeitreise in die Kindheit der Eltern in Ost- und Westdeutschland: Wie lebte es sich damals in den beiden Teilen des Landes? Was haben die Kinder gespielt, was gerne gegessen und wovor hatten sie Angst? Warum gab es zwischen ihnen überhaupt eine Mauer? Und wie kam es, dass es diese heute nicht mehr gibt? Eine witzig-lehrreiche Geschichtsstunde der anderen Art mit illustrierten Leseteilen, Quizspielen – und zum Abschluss sogar dem Kaputtmachen einer echten Mauer!

wann? Sonntag 22.9.2019 um 11 Uhr

wo? Nürtingen Grundschule am Mariannenplatz

Eintritt frei – die Lesung ist öffentlich!!

Sonja M. Schultz: Hundesohn

Kampa Verlag 2019, 320 S., € 22,-

(Stand Mai 2023)

Schultz_Sonja_M._Hundesohn_Danteperle_Dante_ConnectionHawk, ein Wachmann in einem leerstehenden Krankenhaus, ohne Bindung und ohne Gefühle. Nur sein roter Alfa Romeo bedeutet ihm alles, und nun muss er es ertragen, dass ihn jemand abfackelt. Schlimmer geht aber immer, denn dieser Jemand hat auch seiner Wohnung den Garaus gemacht. Dabei hatte Hawk sich nach einer gescheiterten Liebe zur Kneipenwirtin Lu und Jahren im Knast in der Provinz sicher gefühlt, glaubte er seiner Vergangenheit entkommen zu sein. Allein um seine Haut zu retten, muss er den Verfolger finden. Mit einem geklauten Krankenwagen fährt er zurück in die Stadt, in den Kiez und startet an den alten Orten. Diese haben sich in der langen Zeit natürlich radikal verändert. Hawk hat Schwierigkeiten sich zu orientieren und überhaupt bei etwas Vertrautem anzusetzen. Diese Schieflage bei der Suche weitet sich vom Ausfinden und Ergreifen seines Verfolgers unmerklich auf die Vorgeschichte und damit seine eigene Vergangenheit aus. Schicht um Schicht enthüllt die Autorin Details seiner Kindheit und Herkunft, die der erst einmal abgedroschenen Gangster-Loser-Geschichte einen rasanten Drive geben, seinen Furor erklären und dem Titel des Romans Bedeutung verleihen. (Stefanie Hetze)

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Tommy Orange: Dort Dort

Aus dem Englischen von Hannes Meyer, Carl Hanser Verlag 2019, 288 S., € 22,-, TB dtv 2021, € 11,90

(Stand September 2022)

Orange_Tommy_Dort_dort_Danteperle_Dante_Connection_Buchhandlung„There is no there, there“ schrieb Gertrude Stein in „Everybody’s Autobiography“. „Es gibt dort kein Dort“ sagt einer der Charaktere von Tommy Oranges Debütroman. In beiden Fällen geht es um Orte und ihre Bedeutung, bei Stein um das Kindheitsende und die ländliche Gesellschaft, bei Orange um das Powwow, Treffpunkt für Generationen von Native Americans, das seit mehr als hundert Jahren an unnatürlichen Orten wie einem Stadion stattfindet. In den kurzen Kapiteln werden Geschichten erzählt davon, was es bedeutet, vertrieben zu sein und ein vages Leben zu führen zwischen einem hypothetischen „Dort der Traditionen“, das es nicht mehr gibt, und dem ohne Orientierung gelebten „Dort der Gegenwart“.
Über die lange, grausame Geschichte der Ureinwohner Nordamerikas zu schreiben ist keine leichte Aufgabe. Noch schwieriger aber ist es, darüber einen spannenden, tiefgehenden Roman zu schreiben, der von innen heraus mal brutal, mal zart, mal humorvoll erzählt. Tommy Orange hat es geschafft. Sein Buch ist berührend und einfühlsam, die Sprache stark nuanciert, die Beobachtungen sehr subtil. In einem Wort: Großartig. (Giulia Silvestri) Leseprobe

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Oliver Sacks: Die feine New Yorker Farngesellschaft

Eine Reise nach Mexiko. Aus dem Amerikanischen von Dirk van Gusteren, Liebeskind Verlag 2019, 192 S., € 20,-

(Stand März 2021)

Sacks_Oliver_Die_feine_New_Yorker_Farngesellschaft_Danteperle_Dante_ConnectionDer Neurologe und Autor Oliver Sacks hatte eine ungewöhnliche Passion, die Liebe zu Farnen. Als er den Aushang für ein Treffen der „New Yorker Farngesellschaft“ entdeckt, ist es um ihn geschehen. Er wird Mitglied dieser Vereinigung, in der sich verschrobene Liebhaber*innen dieser Pflanze widmen. Für Sacks ist es einer der wenigen Orte, an dem sich Spezialisten treffen, denen es um die Sache, die Farngewächse, geht, und nicht um Eitelkeiten, Besserwisserei und Karrieren. Sein Glück ist perfekt, als er mit anderen Aficionados aus verschiedenen amerikanischen Farngesellschaften eine Reise in den Süden Mexikos unternimmt, um dort Hunderte von Farnen aufzuspüren, zu erforschen und zu bestaunen. Auch als Laie lässt sich durch seine Beschreibungen die Faszination dieser älteren Menschen nachvollziehen, die klettern, über Flüsse springen und sogar ihr Leben für einen seltenen Farn riskieren. Das steckt an, wie Sacks an sich selbst erfährt, und er erzählt in seinem Tagebuch, was diese naturkundliche Reise mit ihm macht, wie er immer weiter in die Geschichte des Ortes, Oxaca, eintaucht und dabei tiefes Glück erfährt. Und nach der Lektüre habe ich mir den Zimmerfarn zu Hause erstmals richtig angeschaut! (Stefanie Hetze) Leseprobe

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