Seit Jahren verschiebt sich in Deutschland das politische Klima. Ein spürbarer Rechtsruck prägt Debatten, Wahlkämpfe – und den Alltag.
Was einst am Rand stand, rückt zunehmend in die Mitte: offene Remigrations-Sympathien im Kollegenkreis, AfD-Parolen am Gartenzaun, Verschwörungserzählungen beim Elternabend. Die Soziologin und Journalistin Jana Glaese fragt, was es mit uns macht, wenn politische Spannungen unser Zusammenleben durchziehen – und wie wir im Privaten, im Beruf oder im Verein darauf reagieren können.
Anhand zahlreicher Gespräche und Beobachtungen zeigt das Buch, welche Umgangsformen Menschen wählen, um in einer polarisierten Gesellschaft kritisch und verbunden zu bleiben: wie Dialog möglich ist, wann Widerstand nötig und wo dieser gerade aus der Nähe erwachsen kann. Ein klarsichtiger, tief recherchierter Beitrag zur Frage, wie wir im täglichen Miteinander der sozialen Entfremdung entgegenwirken und demokratische Prinzipien bewahren.
Jana Glaese „Mit Rechten leben“
Wann? Donnerstag, 3.9. um 19 Uhr
Wo? Mitteleuropa
DieDante bringt die Bücher mit. 📚

Gemeinsam mit dem Salon Obermaier laden wir zur literarischen Matinee ein.
Ausgezeichnet mit dem Premio Strega 2025 und dem Premio Strega Giovani 2025.
Im Gespräch mit dem Herausgeber der »Berlin Review« Tobias Haberkorn spricht der Historiker Omer Bartov über die außerordentlichen Folgen des 7. Oktobers und der Zerstörung Gazas auf die moralische Ordnung der Welt.
Mit einem Artikel über geheime Waffenlieferungen der Türkei an eine verbotene syrische Islamistenorganisation macht sich der Journalist Can Dündar Staatspräsident Erdoğan zum Feind. Er wird zu 27 Jahren Haft verurteilt – und es wird ein Attentat auf ihn verübt, direkt vor dem Gerichtsgebäude. Jahre später erreicht ihn ein Brief von seinem möglichen Attentäter, der ihm brisante Informationen verspricht. Dündar trifft ihn und stößt auf ein Netzwerk von geheimen Deals zwischen demokratischen und autokratischen Regierungen. Eine unglaubliche Geschichte, spannend wie ein Thriller, aber leider real – ein erschreckender Blick in die Abgründe politischen Machtmissbrauchs.
Das Literaturhaus Berlin präsentiert A. L. Kennedy und ihren neuen Erzählband »Alle freuen sich« (Gepardenverlag). Die Dante bringt die Bücher mit.
Dacia Maraini ist fast 90 Jahre alt. Und fast ebenso lange hat sie gebraucht, um schmerzliche Kindheitserinnerungen zu Papier zu bringen: Gemeinsam mit ihrer Familie wurde sie 1943 in Japan interniert, nachdem sich ihre Eltern Fosco und Topazia Maraini geweigert hatten, Mussolinis Repubblica di Salò anzuerkennen. Das kann Japan, als mit den faschistischen Regimes in Italien und Deutschland verbündete Macht, nicht hinnehmen und die Marainis werden, gemeinsam mit anderen italienischen Familien, in ein Gefangenenlager gebracht.
25 Jahre nachdem die Kapitelmans die Ukraine verließen und als „jüdische Kontingentflüchtlinge“ Aufnahme in Deutschland fanden, hockt der Ich-Erzähler Dima bei seinen Eltern auf einer „von sibirischen Katzen vollgepissten Treppe“ und weiß plötzlich, dass er die deutsche Staatsbürgerschaft annehmen will.
Migranten zu verstehen hilft.