… per signorine straordinarie

Giorgia Vezzoli: Period Girl. Settenove 2020, pp. 206, 18,50 €, dai 10 anni 

Hanno tanti nomignoli, alcuni sono buffi, altri servono solo a trovare un modo per non nominarle: le mestruazioni. Acerrimo nemico di tante ragazze, guardate con sospetto e/ o disgusto per secoli, per certe persone arrivano proprio veloce. All’arrivo del temuto primo ciclo Robin ha undici anni e si sente troppo piccola per affrontare tutti i dolori e i malumori del caso. Se non fosse che… presto si accorge che all’arrivo di ogni mestruazione succede in lei qualcosa di molto strano, che le fa sviluppare un potere in grado di curare e far nascere le piante. Period girl è un delizioso, delicato romanzo femminista e ambientalista per ragazze coraggiose. Non è mai troppo presto per diventare magiche! (Giulia Silvestri)

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… für junge Leser:innen, die Sagen(hafte) Abenteuer suchen

Annika Thor: Der Sohn des Odysseus. Aus dem Schwedischen von Birgitta Kicherer, mit Illustrationen von Ishtar Bäcklund Dakhil. Urachhaus 2021, 352 S, € 19,-, ab 11

Was mag wohl Thelemakos während der Abwesenheit seines Vaters erlebt haben? Das erzählt Annika Thor in wunderbar frischem Ton. Wie er auf den Vater wartet, langsam erwachsen wird, die Hoffnung auf eine Rückkehr nicht aufgibt. Als die Situation sich zuspitzt, die Freier seiner Mutter immer dreister werden, muss er all seinen Mut zusammennehmen und für sein Leben, seine Zukunft einstehen. Die Abenteuer des Odysseus fließen über Träume in den Erzählfluss ein, und die großartigen Illustrationen ergänzen den Text aufs Schönste. Lange nicht wurde die Odyssee so spannend für Kinder nacherzählt. (Syme Sigmund)

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… für alle, die an die Zukunft denken

Manuele Fior: Celestia. Aus dem Italienischen von Myriam Alfano, Avant-Verlag 2021, 272 S., € 29,-

In einer Lagunenstadt namens Celestia, die sehr an Venedig erinnert, sind ein Junge und ein Mädchen auf der Flucht. Nach einer großen Invasion aus dem Meer ist die uralte steinerne Insel, auf der Celestia liegt, zu einem Zufluchtsort für alle Arten von Kriminellen, Schmugglern und anderen seltsamen Figuren geworden. Dora und Pierrot wollen herausfinden, was hinter den Grenzen der Insel liegt, und so begeben sie sich auf ein Abenteuer.
Das neueste Werk von Manuele Fior ist eine Reflexion über die Zukunft der Menschheit, eine Graphic Novel mit wunderbaren Illustrationen in zarten und eindrucksvollen Farben, mit meisterhaften Bildausschnitten und in einer poetischen Sprache geschrieben. Es ist aber vor allem eine Ode an die Leidenschaft und den Lebenshunger. (Giulia Silvestri)

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… für alle, denen Freiheit wichtig ist

Timothy Snyder, Nora Krug: Über Tyrannei illustrierte Ausgabe.  Aus dem amerikanischen Englisch von Andreas Withensohn. Verlag C.H.Beck 2021, 128 S., € 20,-

„Leiste keinen vorauseilenden Gehorsam“, mit diesem überaus wichtigen Appell gegen Obrigkeitshörigkeit, beginnt Timothy Snyders bereits 2017 erschienenes Plädoyer gegen Populismus und Autoritarismus. Die preisgekrönte Illustratorin Nora Krug hat aus Timothy Snyders 20 Lektionen für den Widerstand nun ein aufrüttelndes aufregendes Kunstwerk geschaffen. Collagen aus Snyders Texten, ihren großformatigen Zeichnungen, kleinen Vignetten und teils kolorierten Fotofundstücken aus diversen historischen Situationen und Ländern machen die Dringlichkeit, sich sofort und überall gegen Tyrannei und ihre Vorzeichen zur Wehr zu setzen, noch plastischer. Viel Stoff und Anregung zum politischen Handeln, gerade für Jugendliche und junge Erwachsene. (Stefanie Hetze) (Leseprobe)

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… für Liebhaber:innen

Rébecca Dautremer: PUNKT 12. Jacominus Gainsborough. Aus dem Französischen von Andrea Spingler. Insel Verlag 2020, 212 S., 48,- €, ab 6 & für alle

Ein Kunstwerk, das den zweidimensionalen Rahmen von Büchern auf eleganteste Weise sprengt und das Warten auf zum Beispiel eine ersehnte Verabredung oder das Ende schwieriger Zeiten zum schönsten Ereignis macht.  Sweety hat einen sehr langen Weg zu absolvieren, bis sie am Hafen wohl hoffentlich noch Jacominus erreicht, der kurz davor ist, ein abfahrendes Schiff zu besteigen und mit dem sie dringend sprechen muss. Seite für Seite können wir mit der Liebenden durch diese filigrane Papierskulptur wandern und ihrem Ziel immer näherkommen. Ob sie es wohl vor Ablegen des Schiffes schafft? Ein Traum! (Stefanie Hetze)

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Nora Dåsnes: Regenbogentage

Aus dem Norwegischen von Katharina Erben, Klett Kinderbuch 2021, 256 S., € 18,-, ab 10

(Stand Oktober 2021)

Norwegens Kinderliteratur hat es in sich, nimmt sich mit Lockerheit und Ideenreichtum brisanter Themen an, so auch Nora Dåsnes in ihrer Graphic Novel über die 12jährige Tuva. Am letzten Ferientag freut diese sich auf ihre Freundinnen Bao und Linnéa, beginnt ihr Tagebuch mit fünf Vorsätzen für die 7. Klasse: Tagebuchvollschreiben, einen coolen Style finden, eine tolle Bude bauen, einen Übernachtungs-geburtstag feiern und sich vielleicht verlieben. Am nächsten Tag der Schock, es ist alles anders geworden. Linnéa hat einen Freund und hängt nur am Handy, Bao ist stinksauer, Tuva hin- und hergerissen – und dann kommt ein cooles Mädchen neu ins Schulorchester.
Fein lotet Dåsnes die Gefühle und Spannungen zwischen den Mädchen aus. Es kommt zur Spaltung zwischen denen, die sich verlieben und denen, die es nicht tun. Fragen wie Cool-Sein, Reif-Sein sind plötzlich enorm wichtig, entscheiden über Ausgrenzung oder Drinsein. Gleichzeitig trauert Tuva ihrer unbeschwerten Dreierfreundschaft nach. Kommen sie wieder zueinander? Spielt es eine Rolle, vielleicht lesbisch zu sein? Getragen wird das Hin und Her der Gefühle mit Happyend von den variantenreichen Illustrationen und der Gestaltung, die mit den Regenbogenfarben spielt. Auch wunderbar inspirierend zur Nachahmung für ein eigenes Tagebuch. (Stefanie Hetze) Leseprobe

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Elisabeth Steinkellner: Esther und Salomon

mit Fotos der Autorin und Illustrationen von Michael Roher. Tyrolia Verlag 2021, 336 S., € 19,95, ab 14

(Stand August 2021)

Esther ist mit ihren Eltern und ihrer kleinen Schwester in den Ferien am Meer, die Eltern streiten viel, sie geht mit Flippa allein an den Strand. Als diese sich mit Aisha anfreundet, lernt sie deren Bruder Salomon kennen, und plötzlich sind da Schmetterlinge im Bauch, schleicht sie sich des Nachts heimlich raus, ist das Glück greifbar.
Im ersten Teil des Buches erzählt Esther ihre Geschichte, ergänzt von Polaroidfotos. Steinkellner schreibt in freien Versen, eindringlich, mit bisweilen fast leeren Seiten, die sich in der Schwebe mit Bedeutung füllen. Dass Salomon schwarz ist, erfährt man beiläufig und erst ganz am Schluss.
Im zweiten Teil, nach den Ferien, spricht Salomon. Er berichtet von seiner Sehnsucht nach Esther, der er Briefe schreibt, aber auch von seiner Familie, der Ermordung des Vaters, der traumatischen Fluchterfahrung, seiner Suche nach Halt. Hier begleiten Zeichnungen den Text, und auch hier bleibt die große Liebe dieser zwei Jugendlichen im Vordergrund, die so ist, wie die erste Liebe überall auf der Welt – authentisch, sehnsuchtsvoll, berührend und voller Poesie.
Elisabeth Steinkellner gelingt die schwierige Gratwanderung, große aktuelle Themen wie nebenbei einzuflechten – sensibel und ohne Pathos – und dabei einen wundervollen Liebesroman für Jugendliche zu schreiben. (Syme Sigmund) Leseprobe

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Katharina Hacker: Alles, was passieren wird

Sauerländer Verlag 2021, 256 S., € 13,-, ab 12

(Stand Mai 2021)

Das erste Jugendbuch der preisgekrönten Schriftstellerin und passionierten Reiterin Katharina Hacker! Im Mittelpunkt steht die 13-jährige Iris, sie schottet sich ab, da sie um ihre Mutter trauert, worüber sie mit ihrer ehemals besten Freundin Lisa nicht sprechen kann. Ihr Vater kommt auch nicht klar, aus finanziellen Sorgen müssen sie umziehen, an Reiterferien ist längst nicht mehr zu denken. Und dann hat Iris bei einem Martinsumzug eine einschneidende Begegnung mit einer Schimmelstute. Ganz viel wird passieren, was das Mädchen aus ihrem Kokon löst. Ihre Suche nach dem beeindruckenden Pferd entwickelt sich zu einer aufregenden Roadnovel, die vom Turm ihrer Schule in Berlin bis zu einem Pferdehof auf dem Land in Brandenburg führt. Nicht nur zwei übermütige Hunde, magische Kaninchen und viele Pferde spielen dabei eine Rolle. Einfühlsam schildert die Autorin, wie Iris frühere Freundin Lisa und andere aus der Schule, sogar der Junge Lukas mit viel Kreativität und Engagement ein Netz um sie spannen und sie ganz allmählich wieder Freude und Zutrauen empfinden kann. Das ist spannend und ganz nah an den Gefühlen der Jugendlichen erzählt und nicht nur nebenbei ein toller Pferderoman, der mit so manchem Stereotyp aufräumt!  (Stefanie Hetze) Leseprobe

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Leslie Connor: Die ganze Wahrheit (wie Mason Buttle sie erzählt)

Aus dem Amerikanischen von André Mumot, Hanser Verlag 2021, 320 S., € 16,-, ab 11

(Stand Mai 2021)

In Die ganze Wahrheit geht es um einen liebenswerten Anti-Helden, der einem im Verlauf der spannenden Geschichte ungemein ans Herz wächst. Mason, 13, sehr groß und kräftig, schwitzt ständig, tut sich schwer in der Schule, wo er von den meisten gehänselt und von manchen bedroht wird. Er wohnt bei Grandma und Onkel in einer Bruchbude zwischen Apfelbäumen, sie leben vom Verkauf des knapper werdenden Lands. Überdies wird Mason mit dem Tod seines einzigen Freundes Benny in Verbindung gebracht. Aber er hat das Herz auf dem rechten Fleck und zum Glück gibt es das stützende schützende Reich der Schulsozialarbeiterin. Bei ihr findet er einen neuen Freund, Calvin, ganz sein Gegenteil, klein, zart und blitzgescheit. Wie Andreas Steinhöfels Rico und Oskar ergänzen die beiden Jungs einander aufs wunderbarste. Trotz ihrer Unterschiede halten sie zusammen und wehren sich gegen die Gemeinheiten der anderen. Die Geschichte nimmt bis zum glücklichen Ende mit leckerem Apfelcrumble ordentlich Fahrt auf, aber das müsst ihr selbst lesen. (Stefanie Hetze) Leseprobe

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Martina Wildner: Der Himmel über dem Platz

Beltz Verlag 2021, 218 S., € 13,95, ab 11
(Stand April 2021)

Jo ist richtig gut beim Fußball, deshalb findet vor allem ihr ehrgeiziger Vater, dass die Mädchenmannschaft sie nicht mehr richtig fördert. In den besten Verein der Stadt soll sie wechseln und mit den Jungs trainieren. Jo findet die Idee schon ok, auch weil sie ja mal Profifußballerin werden will. Als aber die Jungs in der neuen Mannschaft sie nicht ernst nehmen und mobben, als die Freundinnen der alten Mannschaft sich verraten fühlen und sie meiden, ist sie gar nicht mehr sicher, dass der Wechsel eine so gute Idee war. Ihre Selbstsicherheit schwindet auch, so dass ihr im Spiel früher undenkbare Fehler unterlaufen, und vor allem der arrogante Star bei den Jungs macht ihr jedes Training zur Hölle. Wie Jo unerwartete Unterstützung auf verschiedenen Seiten findet und sich schließlich doch noch alles zum Guten wendet, ist spannend und temporeich erzählt.
Ein authentisches Buch über Geschlechterstereotype, Mobbing und Rollenzwänge sowie vor allem über ein starkes Mädchen, das seinen Traum verwirklicht, gegen allen persönlichen und gesellschaftlichen Widerstand, denn „das Ziel ist das Ziel“. (Syme Sigmund) Leseprobe

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