Antje Kunstmann Verlag 2020, 32 S., mit einem Plakat voller Geister, € 15,-, ab 2
(Stand März 2021)
Gleich beim Aufschlagen ihres neuen Bilderbuchs leuchten uns auf dem Vorsatzpapier knallgelbe Augen aus blauen baumartigen Geistern entgegen. Auf dem nächsten Titelblatt lächelt ein freundlicher dicker Erdgeist. Da muss einfach weitergeblättert werden und schon sind wir mitten drin in einem phantastischen Geisterkosmos. Sympathische karierte Hausgeister treffen auf eher putzige Tiergeister, aber es gibt auch gruselige Geister mit feuchten Händen, die schwere Eisenketten schleppen oder welche, die über morsche Knochen jammern und dabei Geistergulasch kochen… Woher kommen sie eigentlich, diese furchtbar vielen unterschiedlichen Geister? Wie verbreiten sie sich? Da kommen die Geistermeister ins Spiel. Sie helfen in all dem unheimlichen Wirrwarr, die Geister zu benennen, sie zu zählen und sie auch zu vertreiben oder aber sich vielleicht sogar mit ihnen anzufreunden! Auf ihre unnachahmliche Art, schräge Illustrationen mit Sprachwitz zu kombinieren, hat Nadia Budde sich wieder selbst übertroffen, ein Buch zum Immerwiederanschauen, ein Buch gegen Ängste, für die Phantasie! (Stefanie Hetze)

Mira, für alle, die sie noch nicht kennen, ist im Zwischendrinalter. Sie bastelt gerne und lebt mit ihrer Mama und deren Freund Joakim zusammen. Ihr Papa hat eine eigene Familie und Mira somit einen kleinen Bruder. Das ist manchmal alles ziemlich kompliziert für Mira und manchmal auch super, weil sie hin- und herpendeln kann. Ihr Zuhause ist aber mit Mama und Joakim, es ist ein besonderes cooles, nämlich ein Hausboot. Noch cooler ist ihre Nachbarin Liva, die ihre Freundin ist, immer geniale Ideen hat und beim Sammeln Tolles findet. Im dritten Band, der auch ganz unabhängig zu lesen ist, gründen Mira, Liva und ihre Freunde Karla und Louis einen Kunstclub, der sie ganz schön auf Trab bringt. Und dann fangen Miras Brüste an zu wachsen und ihre peinliche Mutter will sie und ihre Freundin unbedingt über die Menstruation aufklären. Dabei passiert so viel Wichtigeres, sie lernt Jonas kennen, Livas süßen Cousin.
Der Riese Gigaguhl ist – eben riesengroß. Er kann (fast) den Himmel berühren und wenn er niest gibt es Sturm. Als er in einen tiefen, sehr sehr langen Schlaf fällt, kommen erst die Tiere, um auf ihm zu wohnen, dann folgen die Menschen, und ganze Städte wachsen auf den Hügeln seines Körpers. Als sich eines Tages zwei Kinder trotz strengster Verbote in die dunklen Berge aufmachen, beginnt ein großartiges Abenteuer.
Am Ufer des Glienicker Sees am Rande Berlins steht ein hübsches Holzhaus. Beim ersten Blick würde man nicht meinen, dass ein solch kleines Gebäude so viel erlebt hat. Das Haus wurde von den Urgroßeltern Thomas Hardings vor fast hundert Jahren gebaut. Zusammen mit ihren vier Kindern verbrachten sie dort eine unbeschwerte Zeit. Bald mussten sie aber wegziehen, nachdem die Nazis die Macht übernommen hatten.
Anke Kuhls Illustrationen verleihen vielen Kinderbüchern anderer Autor*innen Witz, Doppelbödigkeit und Glanz. Mit ihren Kindheitserinnerungen Manno!, 18 Geschichten aus ihrem Schwestern- und Familienleben Ende der Siebzigerjahre, ist sie Autorin, Illustratorin und Grafikerin in einer Person und hat einen funkelnden komischen detailgenauen Comicband geschaffen: Übers Kindsein, Spielen, Streiten, über das Hin und Her von Gefühlen, Katastrophen und Glück, über Freundschaft, Alltag und die Lust zu lachen und herumzualbern. Gnadenlos genau schaut Anke Kuhl auf die Abgründe und Freuden des familiären Alltagslebens. Es macht riesigen Spaß, ihre Geschichten und Bilder immer wieder anzusehen, mit den eigenen Erlebnissen zu vergleichen, sich von ihrem Witz anstecken zu lassen. Schlichtergreifend ein ganz großer Wurf und für alle! (Stefanie Hetze)
„Mädchen können alles sein“ lautet der Untertitel dieses ansprechend illustrierten und eingängig gereimten Kinderbuchs für die Allerkleinsten. Auf der ersten Seite sitzt die Mutter mit einem Baby auf dem Schoß und erzählt ihm, was es später mal alles werden kann. Die nächsten Seiten zeigen dann die vielen Möglichkeiten, die der Tochter offenstehen. Die Palette geht von Astronautin, Richterin und Baggerführerin bis zur Krankenschwester, Tierärztin, Balletttänzerin und vielem mehr. So werden Klischees sehr schön doppelt umgangen. Mädchen können alles sein, was sie sich erträumen, wenn sie an sich glauben und zusammenstehen, ist die Botschaft. Überzeugende Girlpower für starke Mädchen von Anfang an. (Syme Sigmund)
Dieses Buch ist wie ein guter Kuchen – eine harmonierende Mischung aus Rezepten, dazu passenden Geschichten und hinreißenden Illustrationen, verschmolzen zu einem gelungenen Ganzen. Maira Kalman schreibt und bebildert Momente, in denen ein Kuchen genau das richtige ist, und schwelgt dabei auch in Erinnerungen an ihre Kindheit in Tel Aviv. Da gibt es den Schokoladenkuchen eines unbeschwerten Kindheitssommers, den Kuchen für gemeinsames Pläneschmieden, den trostspendenden Kuchen für ein gebrochenes Herz oder die üppige Torte, um die sich gute Freunde versammeln. Und das Beste: Die Rezepte sind leicht nachzubacken und liefern wunderbare Ergebnisse. Kein Tag mehr ohne Kuchen, her mit dem Kuchen! (Syme Sigmund)
In einer Dünenlandschaft, in doppelseitigen bläulich gehaltenen Tableaus, vergnügt sich ein knallorange leuchtender Fuchs damit, die schönen Seevögel zu jagen, im angrenzenden Wald viele verschiedene Tiere zu erschnuppern und zwei lilafarbige Schmetterlinge so über die Dünen zu verfolgen, dass er ganz weit fliegt und mit einem großen Plumps auf dem Sand aufschlägt. Platt auf dem Rücken liegend fängt der kleine Fuchs an zu träumen. Kleine farbige Zeichnungen und zunehmend Worte erzählen von seiner glücklichen Kindheit, den Fuchseltern, Spielen mit den Geschwistern, Entdecken der Sinne und der Welt, aber auch, wie er lernt Mäuse zu fressen und ihm selbst Schlimmes passiert. In der zwischen phantastischem Traum und anschaulicher Realität changierenden Geschichte kommt auch ein kleiner Mensch ins Spiel. Aber das sollen sich Kinder und Erwachsene in diesem hinreißenden Bilder-& Vorlesebuch selber ansehen und weiterspinnen. (Stefanie Hetze)
Von Édith Piaf bis Beyonce, von Aretha Franklin bis Françoise Cactus, von Lesley Gore bis Annie Lennox, Britta und M.I.A.: Vielen sind dabei, alle sind ikonisch und haben eine Geschichte zu erzählen. Mehrere Journalist*innen, Musiker*innen und Fans haben Beiträge über ihre Lieblingskünstlerinnen der unterschiedlichsten Musikgenres zusammengestellt und ein zärtliches, aufregendes Buch ist entstanden. Eine Musikenzyklopädie der besonderen Art, in der Biografien, Interviews und persönliche Betrachtungen nebeneinander stehen. Respekt und Gleichberechtigung, Frauen-Empowerment und Herausforderungen, Liebe und Sexualität, aber vor allem Musik und ihre unbestreitbare Kraft: Dies alles und noch viel mehr wird in mehr als 100 Texten beschrieben.