Jenny Westin Verona & Jesús Verona: Kalle und Elsa lieben die Nacht

Aus dem Schwedischen von Karl-Axel Daude, Bohem Press 2020, 32 S., € 16,95, ab 3
(Stand März 2021)

Westin_Kalle_und_Elsa_heute_schlaf_ich_bei_dir_Danteperle_Dante_ConnectionWie aufregend! In der Dunkelheit, die der Vollmond in ein besonderes Licht taucht, wird Kalle von seiner Mama zu seiner Freundin Elsa gebracht. Die beiden können es kaum erwarten, ihre Schlafanzüge anzuziehen. Die Übernachtung soll sofort anfangen: Aus der Idee, Chips essend die ganze Nacht wachzubleiben und die Sterne zu beobachten, entwickeln die beiden Kinder kraft ihrer sprühenden Phantasie ein grandioses aufregendes Weltraumabenteuer durch die dunkel-silbrig schimmernde Galaxie. Sie fliegen mit ihrer selbstgebauten Rakete, erforschen den Mond, hüpfen schwerelos, trauen sich ins Schwarze Loch, entdecken die Milchstraße und landen am Ende glücklich und hungrig auf den bunten gemütlichen Kissen in Elsas Zimmer. Dieses umwerfende Bilderbuch nimmt kleinen Kindern auf jeden Fall die Angst vorm ersten Übernachten bei der Freundin, dem Freund. (Stefanie Hetze) Blick ins Buch

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Paul-Philipp Hanske: Die Blüten der Stadt

Ein Wegweiser durch die urbane Pflanzenwelt. Mit zahlreichen Fotografien von Christian Werner, Suhrkamp 2018, 286 S., € 18,-

(Stand März 2021)

Blüten der StadtÄußerlich unscheinbar kommt dieses Buch daher, und hat es doch in sich. Für jeden Monat werden bis zu zehn ausgewählte Pflanzen vorgestellt, die wir auch in Berlin leicht entdecken können. Dabei werden nicht nur die jeweiligen Eigenheiten beschrieben, sondern auch auf kurzweilige Weise kulturhistorische Informationen und Anekdoten geliefert. So erfahren wir – zum Beispiel im Mai – welche Bedeutung der Flieder bei den antiken Griechen hatte und dass Holunder nicht nur Gummibärchen färbt, sondern auch zur Umhüllung mikroskopischer Präparate verwendet wird. Aber auch die Knoblauchsrauke fällt uns plötzlich ins Auge, wie sie am Wegesrand weißlich blüht, eignet sie sich vortrefflich für einen würzigen Salat. So begleitet dieses Buch durchs Jahr und verführt dazu, den Blick immer wieder ganz neu auf die uns umgebende Natur zu lenken. (Syme Sigmund) Blick ins Buch

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Marie Parakenings: Berliner Tiere

Ein kleiner Guide für Naturbanausen & Stadtkinder, Kulturverlag Kadmos 2019, 160 S., zahlreiche farbige Illustrationen und ein ausklappbares illustriertes Tierverzeichnis, € 19,90, für alle ab 6
(Stand März 2021)

Parakenings_Marie_Berliner_Tiere_Danteperle_Dante_ConnectionBerlin ist das Mekka für unzählige Tierarten, die Autorin geht von rund 20.000 unterschiedlichen Wildtierarten (!) aus, die die Parks, Gärten, Wälder, Seen und Straßenbäume der Stadt bevölkern. Für ihr Buch hat sie 91 Tiere ausgesucht, die sie jeweils mit einer großformatigen farbigen Illustration, Kurzinfos zu ihren Essgewohnheiten, ihrer Familie, Größe, etwaigen Lauten und vor allem mit einem Porträt, das sich explizit auf die Berliner Verhältnisse bezieht, vorstellt. Der Einstieg ist immer eine prägnante überraschende Zahl. 155 Tage zum Beispiel sind Bereiche des Tempelhofer Feldes für die Feldlerche gesperrt, die, eigentlich auf der Roten Liste, dort zur dichtesten Feldlerchenpopulation Deutschlands gehört. Oder für die Blattlaus sind die 254 Bäume „Unter den Linden“ das reine Schlaraffenland. Unterhaltsam und kenntnisreich werden die Tiere in ihrem Berliner Umfeld präsentiert. Viel gibt es da zu entdecken und zu erfahren in diesem hinreißend gestalteten Gesamtkunstwerk. Und wir haben seit neuestem das dazugehörige Berliner Tiere-Memospiel. (Stefanie Hetze)

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Mies van Hout: Von 1 bis 10

Aus dem Niederländischen von Maria Werner, Aracari Verlag 2020, 10 S. , stabile Pappseiten, € 13,-, ab 1
(Stand März 2021)

Hout_Mies_van_Von_1_bis_10_Danteperle_Dante_connectionDie Bilderbuchkünstlerin Mies van Hout ist bekannt für ihr geniales Buch über Gefühle Heute bin ich. Ihr neu aufgelegtes Bilderbuch für die Allerkleinsten hat ähnliche Qualitäten. Ein freundlich lächelndes giftgrün-dunkelgrünes Krokodil auf leuchtendem Pink macht schon gleich Lust, das großformatige Pappbuch mit den altersgerechten abgerundeten Ecken aufzuschlagen. Jede Doppelseite leuchtet in einer anderen tief brillanten Farbe. Und schon kann es losgehen mit dem Entdecken und Zählen von Körperteilen, von Farben und kleinen Details. Vergnügliche lustige Tiere laden die Kinder ein, sie anzuschauen, sie zu berühren und immer wieder viel Spaß mit ihnen und dem Zählen zu haben. (Stefanie Hetze) Blick ins Buch

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Annika Leone & Bettina Johansson: Überall Popos

Aus dem Schwedischen von Monika Osberghaus, Klett Kinderbuch 2020, 32 S., € 14,-, ab 4
(Stand März 2021)

Ueberall_popos_U1U4.inddSamstag ist Schwimmbad-Tag für Mila, zusammen mit ihren Eltern. Am Ende dieses Tages wird sie sogar zum ersten Mal alleine ins große Becken springen (vor allem – das nur sei verraten – um ihrem Vater aus der Bredouille zu helfen), aber vorher geht es mit Mama in die Umkleide und unter die Dusche.
Diese eigentlich ganz gewöhnliche Alltags-Geschichte überzeugt durch ihre so bestechend simple wie schöne Normalität in Wort und Bild. Im Schwimmbad kann man nun mal jede Menge verschiedener Körper und Körperformen sehen und genauso wird es von dem überzeugenden Duo aus Schweden auch erzählt und gezeigt. Das ist lustig, ganz ohne auszulachen, und ermutigt, sich so zu zeigen und anzunehmen, wie man ist! (Jana Kühn) Blick ins Buch

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Delphine Perret: Björn und die weite Welt

Aus dem Französischen von Tobias Scheffel, Sauerländer 2020, 64 S., € 12,-, ab 4
(Stand März 2021)

Perret_dominique_Björn-und_die_weite_Welt_Danteperle_Dante_ConnectionManchmal ist weniger viel, viel Mehr!
Björn ist ein sympathischer Bär, der gerade aus seinem mehrmonatigen Winterschlaf erwacht ist, sich reckt, kurz wäscht und die Welt um sich herum inspiziert. Hat sich in der Zeit etwas verändert? Er trifft auf die Schildkröte und den Dachs, die auch Winterschlaf gehalten haben, spaziert mit ihnen durch den Wald. Björn stößt sich an einem Ast, es regnet Kirschblüten. Andere Tiere, die im Winter so manches erlebt haben, kommen dazu, Björn tritt willentlich gegen den Baum, damit es Blüten auf alle regnet. Dass es im Sommer weniger Kirschen geben wird, spielt im Moment keine Rolle.
Mit wenigen Worten und scheinbar ganz leicht hingezauberten Schwarz-Weiß-Skizzen auf dem schönen gelben Papier erzählt Dominique Perret von großen Entdeckungen und mehr oder weniger realen Ausflügen in die weitere Umgebung. Was passiert wohl, wenn die Tiere ein Handy finden oder der Bär mit seiner menschlichen Freundin in ein Schwimmbad geht? Viel Spaß beim Vorlesen ist garantiert mit dieser minimalistischen humorvollen Verehrung vorm großen Pu. (Stefanie Hetze)

Leseprobe

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Anete Melece: Der Kiosk

Atlantis Verlag 2020, 40 S., € 16,-, ab 5
(Stand März 2021)

Melece_Anete_Der_Kiosk_Danteperle_Dante_ConnectionOlga, eine ziemlich rundliche Frau, hat sich in ihrem kleinen bunten Kiosk, der mitten in einer grauen Stadt steht, eingerichtet. Sie kennt ihre Kundinnen und Kunden genau, verkauft ihnen Zeitschriften, Getränke, Süßigkeiten und schwatzt mit ihnen. Abends schließt sie die Läden und macht es sich, so gut es geht, in der Enge auf ihrem Sessel gemütlich. Sie träumt vom Reisen, von Sonnenuntergängen am Meer, von all dem, was nicht geht, da sie ihren Kiosk nicht mehr verlassen kann. Da geschieht etwas, das sie mitsamt ihrer Behausung gehörig in Bewegung bringt und sie ihre Träume verwirklichen läßt!
Diese schöne befreiende Phantasie, die uns allen derzeit besonders wohltut, hat sich die lettische Künstlerin  Anete Melece in einem farbensprühenden leuchtenden kraftvollen Bilderbuch ausgemalt. Es gibt so viel zu schauen für die Kinder, der Kiosk von draußen und drinnen, die unterschiedlichsten Menschen, das städtische Leben, Freizeit am Meer und immer wieder Olga und ihre Gefühle. Großformatige Bilder wechseln dynamisch mit kleinen Comicszenen ab, es gibt winzige Details und Landschaften aus der Vogelperspektive. Die handgeschriebenen kurzen Texte sind auf den Punkt gesetzt. Das alles zusammen ist nicht von ungefähr großes Kino. Der Ursprung für „Der Kiosk“ ist ein Animationsfilm der Künstlerin, die in  ihrem Bilderbuch Olgas Geschichte zum Teil anders erzählt und es  darüberhinaus als greifbares Objekt einsetzt. Das Kioskfenster ist ausgeschnitten, Kinder können mit dem Buch Kiosk – und was ihnen sonst noch einfällt – spielen. (Stefanie Hetze) Blick ins Buch
Der Film

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Alexandre Galand und Delphine Jacquot: Die Welt in der Wunderkammer

Aus dem Französischen von Anke Wagner-Wolff, Gerstenberg Verlag 2020, 48 S., mit zahlreichen bunten, z. T. ausklappbaren Bildern, € 22,-, ab 10
(Stand März 2021)

Garland_Alexandre_Die_Welt_in_der_wunderkammer_Danteperle_Dante_ConnectionSchon das hochformatige Cover, das wunderliche Objekte zeigt wie ausgestopfte Tiere, Masken und einen Native American, der vor einem steinzeitmäßigen Aufnahmegerät sitzt, das von einer angespannten Frau bedient wird, nimmt uns gleich mit hinein in die spezielle Welt der Wunderkammern und Kuriositätenkabinette! Vier aufklappbare Panoramaseiten, die wirklich beeindruckend groß und opulent sind, bieten faszinierende Raritäten und Sammlungen aus den vier Epochen Renaissance, Aufklärung, Industrielle Revolution und Gegenwart. Stundenlang lassen sich die Details dieser überbordenden Studiosi, Schränke und Installationen studieren, auf den darauffolgenden Seiten werden alle gezeichneten Objekte vorgestellt und kritisch eingeordnet. Die rassistischen Perspektiven der Sammler und Forscher werden benannt, aber auch die aufklärerischen Versuche, die naturhistorischen und medizinischen Sammlungen zu öffnen, sie in Museen zu verwandeln und das Wissen zu verbreiten. Und heute wird versucht, gefährdete Arten zu bewahren und mit neuen Ansätzen den Zauber der Natur in Kunst zu verwandeln. Außergewöhnlicher Lese- und Gesprächsstoff also für Kinder und Erwachsene, einfach das geniale Buch zum heutigen Welttag des Buches! (Stefanie Hetze) Blick ins Buch

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Elisenda Roca & Rocio Bonilla: Meine Freunde, das Glück und ich

Aus dem Spanischen von Ursula Bachhausen, Ellermann Verlag 2020, 48 S., € 15,-, ab 3
(Stand März 2021)

meine freunde

Violetta und ihre Freund*innen dürfen bei den Vorbereitungen für ein Stadtteilfest helfen. Freudig machen sie sich auf, besorgen Girlanden, Blumen und was es sonst noch alles zur Verschönerung braucht. Dabei begegnen sie vielen ganz unterschiedlichen Nachbarn und ihren Kindern. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht Violettas, die als Kind mit Down-Syndrom gelesen werden kann – aber nicht muss. Ein Fest der Freundschaft und Vielfalt, so bunt wie das Leben, und ein Bilderbuch, wie es gern mehr geben darf. (Jana Kühn) Blick ins Buch

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Nadia Budde: Letzte Runde Geisterstunde

Antje Kunstmann Verlag 2020, 32 S., mit einem Plakat voller Geister, € 15,-, ab 2
(Stand März 2021)

Budde_Nadia_Letze_Runde_Geisterstunde_Danteperle_Dante_ConnectionGleich beim Aufschlagen ihres neuen Bilderbuchs leuchten uns auf dem Vorsatzpapier knallgelbe Augen aus blauen baumartigen Geistern entgegen. Auf dem nächsten Titelblatt lächelt ein freundlicher dicker Erdgeist. Da muss einfach weitergeblättert werden und schon sind wir mitten drin in einem phantastischen Geisterkosmos. Sympathische karierte Hausgeister treffen auf eher putzige Tiergeister, aber es gibt auch gruselige Geister mit feuchten Händen, die schwere Eisenketten schleppen oder welche, die über morsche Knochen jammern und dabei Geistergulasch kochen… Woher kommen sie eigentlich, diese furchtbar vielen unterschiedlichen Geister? Wie verbreiten sie sich? Da kommen die Geistermeister ins Spiel. Sie helfen in all dem unheimlichen Wirrwarr, die Geister zu benennen, sie zu zählen und sie auch zu vertreiben oder aber sich vielleicht sogar mit ihnen anzufreunden! Auf ihre unnachahmliche Art, schräge Illustrationen mit Sprachwitz zu kombinieren, hat Nadia Budde sich wieder selbst übertroffen, ein Buch zum Immerwiederanschauen, ein Buch gegen Ängste, für die Phantasie! (Stefanie Hetze)

Leseprobe

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