Aus dem Schwedischen von Karl-Axel Daude, Bohem Press 2020, 32 S., € 16,95, ab 3
(Stand März 2021)
Wie aufregend! In der Dunkelheit, die der Vollmond in ein besonderes Licht taucht, wird Kalle von seiner Mama zu seiner Freundin Elsa gebracht. Die beiden können es kaum erwarten, ihre Schlafanzüge anzuziehen. Die Übernachtung soll sofort anfangen: Aus der Idee, Chips essend die ganze Nacht wachzubleiben und die Sterne zu beobachten, entwickeln die beiden Kinder kraft ihrer sprühenden Phantasie ein grandioses aufregendes Weltraumabenteuer durch die dunkel-silbrig schimmernde Galaxie. Sie fliegen mit ihrer selbstgebauten Rakete, erforschen den Mond, hüpfen schwerelos, trauen sich ins Schwarze Loch, entdecken die Milchstraße und landen am Ende glücklich und hungrig auf den bunten gemütlichen Kissen in Elsas Zimmer. Dieses umwerfende Bilderbuch nimmt kleinen Kindern auf jeden Fall die Angst vorm ersten Übernachten bei der Freundin, dem Freund. (Stefanie Hetze) Blick ins Buch

Äußerlich unscheinbar kommt dieses Buch daher, und hat es doch in sich. Für jeden Monat werden bis zu zehn ausgewählte Pflanzen vorgestellt, die wir auch in Berlin leicht entdecken können. Dabei werden nicht nur die jeweiligen Eigenheiten beschrieben, sondern auch auf kurzweilige Weise kulturhistorische Informationen und Anekdoten geliefert. So erfahren wir – zum Beispiel im Mai – welche Bedeutung der Flieder bei den antiken Griechen hatte und dass Holunder nicht nur Gummibärchen färbt, sondern auch zur Umhüllung mikroskopischer Präparate verwendet wird. Aber auch die Knoblauchsrauke fällt uns plötzlich ins Auge, wie sie am Wegesrand weißlich blüht, eignet sie sich vortrefflich für einen würzigen Salat. So begleitet dieses Buch durchs Jahr und verführt dazu, den Blick immer wieder ganz neu auf die uns umgebende Natur zu lenken. (Syme Sigmund)
Berlin ist das Mekka für unzählige Tierarten, die Autorin geht von rund 20.000 unterschiedlichen Wildtier
Die Bilderbuchkünstlerin Mies van Hout ist bekannt für ihr geniales Buch über Gefühle Heute bin ich. Ihr neu aufgelegtes Bilderbuch für die Allerkleinsten hat ähnliche Qualitäten. Ein freundlich lächelndes giftgrün-dunkelgrünes Krokodil auf leuchtendem Pink macht schon gleich Lust, das großformatige Pappbuch mit den altersgerechten abgerundeten Ecken aufzuschlagen. Jede Doppelseite leuchtet in einer anderen tief brillanten Farbe. Und schon kann es losgehen mit dem Entdecken und Zählen von Körperteilen, von Farben und kleinen Details. Vergnügliche lustige Tiere laden die Kinder ein, sie anzuschauen, sie zu berühren und immer wieder viel Spaß mit ihnen und dem Zählen zu haben. (Stefanie Hetze)
Samstag ist Schwimmbad-Tag für Mila, zusammen mit ihren Eltern. Am Ende dieses Tages wird sie sogar zum ersten Mal alleine ins große Becken springen (vor allem – das nur sei verraten – um ihrem Vater aus der Bredouille zu helfen), aber vorher geht es mit Mama in die Umkleide und unter die Dusche.
Manchmal ist weniger viel, viel Mehr!
Olga, eine ziemlich rundliche Frau, hat sich in ihrem kleinen bunten Kiosk, der mitten in einer grauen Stadt steht, eingerichtet. Sie kennt ihre Kundinnen und Kunden genau, verkauft ihnen Zeitschriften, Getränke, Süßigkeiten und schwatzt mit ihnen. Abends schließt sie die Läden und macht es sich, so gut es geht, in der Enge auf ihrem Sessel gemütlich. Sie träumt vom Reisen, von Sonnenuntergängen am Meer, von all dem, was nicht geht, da sie ihren Kiosk nicht mehr verlassen kann. Da geschieht etwas, das sie mitsamt ihrer Behausung gehörig in Bewegung bringt und sie ihre Träume verwirklichen läßt!
Schon das hochformatige Cover, das wunderliche Objekte zeigt wie ausgestopfte Tiere, Masken und einen Native American, der vor einem steinzeitmäßigen Aufnahmegerät sitzt, das von einer angespannten Frau bedient wird, nimmt uns gleich mit hinein in die spezielle Welt der Wunderkammern und Kuriositätenkabinette! Vier aufklappbare Panoramaseiten, die wirklich beeindruckend groß und opulent sind, bieten faszinierende Raritäten und Sammlungen aus den vier Epochen Renaissance, Aufklärung, Industrielle Revolution und Gegenwart. Stundenlang lassen sich die Details dieser überbordenden Studiosi, Schränke und Installationen studieren, auf den darauffolgenden Seiten werden alle gezeichneten Objekte vorgestellt und kritisch eingeordnet. Die rassistischen Perspektiven der Sammler und Forscher werden benannt, aber auch die aufklärerischen Versuche, die naturhistorischen und medizinischen Sammlungen zu öffnen, sie in Museen zu verwandeln und das Wissen zu verbreiten. Und heute wird versucht, gefährdete Arten zu bewahren und mit neuen Ansätzen den Zauber der Natur in Kunst zu verwandeln. Außergewöhnlicher Lese- und Gesprächsstoff also für Kinder und Erwachsene, einfach das geniale Buch zum heutigen Welttag des Buches! (Stefanie Hetze) 
Gleich beim Aufschlagen ihres neuen Bilderbuchs leuchten uns auf dem Vorsatzpapier knallgelbe Augen aus blauen baumartigen Geistern entgegen. Auf dem nächsten Titelblatt lächelt ein freundlicher dicker Erdgeist. Da muss einfach weitergeblättert werden und schon sind wir mitten drin in einem phantastischen Geisterkosmos. Sympathische karierte Hausgeister treffen auf eher putzige Tiergeister, aber es gibt auch gruselige Geister mit feuchten Händen, die schwere Eisenketten schleppen oder welche, die über morsche Knochen jammern und dabei Geistergulasch kochen… Woher kommen sie eigentlich, diese furchtbar vielen unterschiedlichen Geister? Wie verbreiten sie sich? Da kommen die Geistermeister ins Spiel. Sie helfen in all dem unheimlichen Wirrwarr, die Geister zu benennen, sie zu zählen und sie auch zu vertreiben oder aber sich vielleicht sogar mit ihnen anzufreunden! Auf ihre unnachahmliche Art, schräge Illustrationen mit Sprachwitz zu kombinieren, hat Nadia Budde sich wieder selbst übertroffen, ein Buch zum Immerwiederanschauen, ein Buch gegen Ängste, für die Phantasie! (Stefanie Hetze)