Tunué 2020, pp. 196, ca. € 24,80, dai 10 anni
(aggiornato marzo 2021)
Anita si trasferisce con la famiglia a Stezzano, un paese in provincia di Bergamo, nell’inverno del 1985, ricordato come il più freddo del secolo. Vengono dalla Sardegna e sono costretti a confrontarsi con una serie di pregiudizi e discriminazioni, oltre che con l’assenza del mare e un ambiente del tutto nuovo. Inoltre la mamma di Anita comincia a comportarsi in modo strano: non si alza dal letto, cambia umore repentinamente, parla da sola. Qualcosa non va: che sia tutta colpa degli adulti? Per fortuna nella vita di Anita arrivano Tina, che sa fare la pipì in piedi e giocare molto bene a pallone e Elena, che sembra sapere come curare la mamma. Ma forse l’idea migliore è scappare: le tre organizzano una fuga in zattera, che le porterà a trascorrere un’estate indimenticabile e a scoprire una cosa molto importante… Una delicata riflessione sull’identità di genere, l’importanza dei legami e l’impatto della malattia mentale. (Giulia Silvestri)

Questa storia che parla di immaginazione è dedicata a Gianni Rodari, indimenticabile autore di libri per l’infanzia, in occasione dei cento anni dalla sua nascita.
Il viaggio di Gianni Celati si svolge negli anni Sessanta del secolo scorso. Ambientazione: un qualsiasi paese di provincia nel bel mezzo della pianura padana. Con sguardo affettuoso e velato di nostalgia ci vengono spiegati i costumi degli abitanti del posto e ci sono proprio tutti: i matti, gli anziani perennemente radunati attorno al tavolo di un bar, i pettegoli, i ragazzini dispettosi… Si parla di un tempo lontano, perduto, eppure ancora vivo nei ricordi e tra le pagine di questi racconti, gli ultimi in ordine cronologico scritti da Gianni Celati, per la prima volta raccolti insieme in questa edizione.
Patrizia Cavalli come Elsa Morante, Patrizia Cavalli come Sandro Penna. Come i suoi maestri, ampiamente omaggiati in questa raccolta di poesie, Patrizia Cavalli conferma di possedere il piglio sapiente dei grandi autori. In versi magistralmente costruiti, aspri, languidi, ambivalenti, la poeta (“perché poetessa fa ridere, dai”) italiana per eccellenza, la prima tra i poeti ancora in vita, riesce ancora una volta a rassicurarci e spiazzarci. Sembra di leggere di cose da niente, banalità quotidiane, invece poi ci si accorge di star leggendo della vita e della sua altra metà – la morte. Indissolubili come le conosciamo, le immaginiamo e talvolta dimentichiamo, entrambe affrontate con saggezza, a tratti scherzando. Non è un’impresa facile descrivere la bellezza e la speranza che i versi raccolti in questo libretto riescono a infondere: non ci resta che leggerli, rileggerli, interrogarsi, meravigliarsi. (Giulia Silvestri)
Thorsten Nagelschmidt, Sänger der Band Muff Potter, hat nach einigen Romanen und Erzählbänden einen Episodenroman verfasst – und was für einen! Es ist Sittengemälde der Stadt, ein dichtes Berlin-Porträt, speziell ein Kreuzberg-Roadmovie rund um den Kotti und eine Art Hommage an die Menschen der Nacht. Ihre Arbeit bzw. das was sie tun, gestaltet unsere Gesellschaft, sorgt dafür, dass sie funktioniert, stellt sie aber auch auf die Probe. Da ist der blanke Taxi-Fahrer, der trotzdem eigentlich nur schnell zu seiner Liebsten möchte – ein romantischer Antrag steht an. Da ist die Rettungssanitäterin, die Ärztin werden will und deshalb auf der Abendschule das Abitur nachholt. Da ist die junge Polizistin auf ihren ersten Streifzügen rund um Kotti, Schlesi und Görli. Und auch ein Dealer, eine Flaschensammlerin, die Inhaberin eines Spätis und viele andere mehr. Wie Nagelschmidt sein Figurenensemble miteinander verknüpft, sich unwissentlich über den Weg laufen und begegen lässt, das ist ganz große Erzählkunst. Mitten im Kiez, spannend wie ein Krimi, in schlagfertigen Dialogen und mit vielen unerwarteten Wendungen rasen die Episoden durch die Nacht, die in Kreuzberg nach dem berühmten Gassenhauser ja sehr lang werden kann – mit diesem Buch in der Hand garantiert, denn sie werden es nicht weglegen können! (Jana Kühn)
Der famose Band Es flattert und singt enthält Gedichte und mehr und alles für Kinder. So heißt es gleich im Untertitel – und es ist genauso! Gemeinsam mit der Illustratorin Marion Goedelt schicken Antonie Schneider und Christine Knödler darin das Huhn Helena und den Hahn Hanibal auf eine Reise durch die Welt der Sprache. Dabei dichtet Schneider traumwandlerisch fröhlich: Zucchini haben bei ihr feine Ohren und Zitronen werfen sich in Schale. Knödler wiederum erklärt auf zahlreichen Mit-Mach-Seiten in einfacher Sprache und mit vielen anschaulichen Beispielen, wie das so funktioniert mit den Reimen, den Haikus und den Elfchen und so weiter und so fort. “So wie sich die Clowns in der Manege die Bälle zuwerfen, kannst du mit Wörtern und Buchstaben werfen, mit Silben jonglieren”. Das macht Mut, zu reimen, was das Zeug hält und so der Fantasie Tür und Tor zu öffnen und Lust auf quirligsten Nonsens bekommt man sowieso. (Jana Kühn)
Wir alle kennen Stimmungen, die wir nicht näher beschreiben können. Auch für Stefano Massini war der Auslöser für sein Kompendium ausgedachter Wörter eine unartikulierbare Gefühlskrise, aus der er erst herausfand, als er sich neue Begriffe dafür ausdachte. Damit ward die Idee für diese außergewöhnliche Wörter- und Geschichtensammlung geboren. Massini schuf fantastische Worte, indem er sich von historischen Ereignissen und Persönlichkeiten wie Dorothy Parker, Rosa Parks oder der Shackletonexpedition, aber auch von literarischen Figuren wie Swifts Gulliver inspirieren ließ. Er erfand Begrifflichkeiten wie die „Parksiade“, „Dottienz“, „questisch“ oder die „Gulliverose“. Was es mit ihnen auf sich hat, erzählt er höchst abwechslungsreich wie in einem Füllhorn, das zudem fantasievoll illustriert ist.
Mit einer Sprache, die an die Straße erinnert, und einem Rhythmus, der Blueslieden nahekommt, erklärt Maya Angelou, wieso wir immer stolz bleiben sollen, wenn wir lieben, diskriminiert und unterdrückt werden und wenn wir fürs Leben kämpfen müssen. Phenomemal Woman heißt das Gedicht, das dieser zweisprachigen Sammlung den Namen gibt. In diesem einen Adjektiv „phänomenal“ liegt die ganze Kraft diese Verse. Und genau das ist Angelou als Dichterin. Phänomenal. Scharf wie ein Messer, sanft wie eine Umarmung und dies gleichzeitig. Zum ersten Mal in deutscher Übersetzung liegen mit dieser Ausgabe einige der schönsten Zeilen des 20. Jahrhunderts vor, die als Ansporn und Inspiration besonders in diesem Jahr dienen können. (Giulia Silvestri)
Welch ein Glück und welch eine kaum auszuhaltende Traurigkeit ergreift einen beim Lesen dieses außergewöhnlichen Buches! Mattis, ein Mann Ende dreißig, lebt mit seiner Schwester Hege am Rand eines kleinen Ortes in einer Hütte am Ufer eines großen Sees. Im Dorf gilt er als „Dussel“, untauglich zur einfachsten Arbeit. Seine Schwester ernährt ihn mit, ist für ihn die einzige Bezugsperson. Doch Mattis lebt in seiner besonderen Welt, er denkt, schaut und spürt den Wörtern und der Natur nach, wird vom nächtlichen Flug einer Schnepfe bis ins tiefste Innere berührt. Er ist hochsensibler, unverstandener Außenseiter, möglicherweise Ausdruck des innersten Empfindens Vesaas eigener Künstlernatur. Als Hege einen Mann kennenlernt, verändert sich auch ihr Verhalten Mattis gegenüber. Wie von einem Erdrutsch erfasst verliert dieser immer mehr seinen emotionalen Halt. Die grandios-eindringliche, von Hinrich Schmidt-Henkel meisterhaft übersetzte Sprache des Romans versetzt uns direkt in Mattis hinein, lässt uns mit ihm fühlen, staunen, um Worte ringen – und verzweifeln. (Syme Sigmund)