Iunona Guruli: Wenn es nur Licht gäbe, bevor es dunkel wird (btb)
Zum Buchmesseschwerpunkt des Gastlandes Georgien ist die in Berlin lebende Autorin und Übersetzerin Iunona Guruli bei uns zu Gast!
Ihre Geschichten sind wie
wundersame Filme, sehr verdichtet und voller Schmerz, Liebe und Hoffnung, entspinnen sich in irritierenden Auslassungen. Ihre Erzählungen bringen die Zerrissenheit der georgischen Jugend zum Strahlen und machen Iunona Guruli zu einer der aufregendsten weiblichen Stimmen der georgischen Gegenwartsliteratur.
Moderation: Irine Beridse
wann? Donnerstag, 25. Oktober 2018 um 20.15 Uhr
wo? in unserer Buchhandlung
Vorverkauf 6 € / 4 €
Abendkasse 8 € / 5 €
Die Lesung findet mit freundlicher Unterstützung des Georgian National Book Center statt. Wir bedanken uns sehr herzlich!



Nichts im Leben von Ottila McGregor ist perfekt, von Glück kann keine Rede sein. Seit dem plötzlichen Tod ihres Vaters hat sie jeden Halt verloren. Das schlechte Gewissen plagt sie, zu weit weg von ihrer psychisch kranken Schwester zu leben und ihre Mutter mit zu vielen Sorgen allein zu lassen. Die Affäre mit ihrem verheirateten Chef ist eine komplette Katastrophe, wobei sie ihre Arbeit in einem Krebs-Therapiezentrum ohnehin genug belastet. Aus all diesen Gründen trinkt Ottila, nein, sie säuft regelmäßig bis zur Besinnungslosigkeit. Dann kommt Das kleine Buch vom Glück ins Spiel. Von Anfang an kann Ottila es nicht ausstehen. Auf halbleeren Seiten versammelt es in ihren Augen debile Kalendersprüche à la „Eine Freude vertreibt hundert Sorgen“. Dennoch behält sie es und formt daraus eine Art Tagebuch, indem sie Seiten herausreißt und neue hinein klebt. Diese Textcollage liest man mit. Sie besteht aus Kurznachrichten, E-Mails, Zeitungsartikeln, Drehbuchentwürfen und nicht zuletzt transkribierten Therapiegesprächen. Vielstimmig und stilistisch verschieden erzählt Anneliese Mackinstosh auf diese Weise. Verzweifelt geht es zu, aber auch urkomisch, immer geradeheraus und vor allem warmherzig – darin liegt der besondere Reiz dieses Tagebuches. Denn ja, Ottila versucht es: Trocken und endlich glücklich zu werden. (Jana Kühn)
Der junge Bauer Viljami kehrt Ende des Zweiten Weltkriegs nach Hause ins finnische Lappland zurück. Er ist voller Verzweiflung, denn er weiß, dass seine geliebte Frau Lempi ihn nicht erwartet – sie ist tot. Fast wie von Sinnen gibt er sich den Erinnerungen an ihr gemeinsames Glück hin, das nur einen Sommer währte. Doch Elli, die Magd, und Sisko, Lempis Zwillingsschwester, erzählen jeweils von einer ganz anderen Frau und von ihrer eigenen Sicht auf die Geschichte. Wer war Lempi wirklich? Liebevolle Ehefrau, falsche Schlange oder lebenshungrig-naive Kaufmannstochter? Und ist sie wirklich tot oder zusammen mit einem der abziehenden deutschen Soldaten verschwunden, den neugeborenen Sohn zurücklassend? Nach und nach entfaltet sich ein vielschichtiges, ja brüchiges Bild der jungen Frau und ihres Lebens, eingebettet in die Wirren des Krieges, voll emotionaler Wucht und stiller Momente, eindringlich, tragisch und poetisch. (Syme Sigmund)
Ein Oligarch ist er, einer, der seiner Tochter einen Palast in Venedig kaufen kann, unermesslich reich und mit grenzenloser Macht, Alexander Orlow – genannt „der General“. Im Baugewerbe hat er sein Geld gemacht, doch wo er herkommt ist unbekannt, nichts lässt er nach außen dringen. Die junge Tschetschenin Nura wurde im Krieg brutal misshandelt, vergewaltigt und ermordet und Orlow ist irgendwie in das Verbrechen verstrickt – aber was ist seine Schuld? Als Orlow eine georgische Schauspielerin entdeckt, die Nura wie aus dem Gesicht geschnitten ist, sieht er die Zeit zur Abrechnung gekommen. Und was hat der junge schüchterne Russe Malisch mit der ganzen Geschichte zu tun? Nino Haratischwili hat einen fesselnden Roman geschrieben, über Schuld und Sühne, Russland nach 1989 und den Tschetschenienkrieg, die Abgründe der menschlichen Psyche und die Unmöglichkeit moralischen Handelns in einer unmoralischen Welt. Packend wie ein Krimi zieht einen das Buch von der ersten bis zur letzten Seite in seinen Bann. Großartig! (Syme Sigmund) 
Wir läuten die Herbstferien mit einer fulminanten Lesung ein! Die Autorin Kirsten Reinhardt und die Illustratorin Marie Geissler stellen uns ihr neues spannendes Buch vor: Karl und Knäcke wären gerne die gefürchtetsten Räuber der Stadt – nur haben sie eigentlich noch nie etwas gestohlen. Das muss anders werden! Sie planen eine räubermäßige Einbruchsserie. Doch in jeder Wohnung findet sich so viel Spannendes, dass sie das Räubern glatt vergessen – außer, dass sie sich nach den erlebten Abenteuern etwas zu Essen genehmigen. Denn in fremden Küchen kocht es sich besonders gut!
Neues Schuljahr, neue Schule, ein Mädchen und ein Junge an der Schwelle zwischen Kindheit und Jugend. Anna Woltz lässt abwechselnd beide sprechen. Parker, das Mädchen, ist schlecht drauf. Sie musste ihren geliebten Hund Alaska abgeben, weil einer ihrer kleineren Brüder dagegen allergisch ist. Dazu kommt, dass nach einem bewaffneten Raubüberfall auf das Fotogeschäft ihrer Familie zu Hause alle gerade nur noch einigermaßen klarkommen. Sven, der Junge, ist Epileptiker mit vielen Anfällen und dramatisch wirkenden Situationen. Damit er nicht als totaler Freak abgestempelt wird, will er an der neuen Schule sofort etwas ganz Großartiges machen, er weiß nur nicht, was. Da kommt ihm diese komische schwarzgekleidete Parker ganz recht, er führt sie gemein vor und amüsiert sich auf ihre Kosten. Ihr Konflikt spitzt sich noch weiter zu. Zu Parkers großem Entsetzen ist „ihr!“ Hund Alaska jetzt sein Assistenzhund.
Was für ein Buch! Die 19jährige Tish und der drei Jahre ältere Fonny sind leidenschaftlich ineinander verliebt. Beide kommen aus Harlem, kennen einander seit ihrer Kindheit, haben Großes vor. Tish erwartet ein Baby und Fonny möchte Künstler werden. Als sie tatsächlich einen Speicher zum Leben und Arbeiten mieten können und ihr Glück so nahe scheint, kommt es zur Katastrophe. Fonny wird zu Unrecht als Vergewaltiger inhaftiert, für ihn beginnt das Inferno, für Tish mit dem Baby im Bauch fühlt es sich wie „die Sahara“ an. Täglich besucht sie ihn im Knast, versucht ihn aufzubauen und ihn gleichzeitig neben ihrer Arbeit in einem Kaufhaus aus dem Gefängnis herauszuholen. Doch das rassistische System schlägt gnadenlos zu. Dabei kämpfen ihre Familie und Fonnys Vater mit all ihren – knappen – Mitteln für den Unschuldigen.