Lesung am 18. November


Cesare Pavese „Der Mond und die Feuer“

„La luna e i faló“

Die Übersetzerin Maja Pflug stellt uns den berühmten Roman und modernen Klassiker „Der Mond und die Feuer“ von Cesare Pavese in ihrer soeben veröffentlichten Neuübersetzung vor. mehr

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Katerina Poladjan & Henning Fritsch: Hinter Sibirien

Eine Reise nach Russisch-Fernost. Rowohl Berlin 2016
Nur noch als E-Book lieferbar, € 9,99
(Stand April 2021)

hinter_sibirien_danteperle_danteconnectionMit einer Handvoll Kontaktadressen und viel Neugierde im Gepäck reist die in Moskau geboren und aufgewachsene Katerina Poladjan im Frühjahr 2015 mit ihrem Ehemann Henning Fritsch an die Pazifikküste Russlands. Von dort geht es entlang der chinesischen Grenze durch Transbaikalien zum Baikalsee. Acht (!) Flugstunden von Moskau entfernt herrschen auch im März noch -20 °C und die Welt liegt tiefverschneit (Es sei denn, es ist so schneidend trocken kalt, dass es sogar für Schnee zu kalt ist …). Da braucht es viel heißen Tee und gelegentlich schon mal Hundehaarsocken – oder eben doch ein Eisbad. Die beiden Reisenden erzählen abwechselnd von ihren Erlebnissen und Bekanntschaften – sie als eine Art Heimkehrende, er mit dem Blick des Fremden gänzlich ohne (Sprach)Kenntnisse. Entsprechend unterschiedliche Färbungen haben die jeweiligen Eindrücke. Ähnlich sind sie in ihrem reportagenhaften, leichtfüßigen Stil. Abwechslungsreich wandeln die Berichte zwischen scharfen Gegensätzen, die doch alle zusammen gehören: transsibirische Eisenbahnromantik und sozialer Ausnahmezustand, Parteigläubigkeit, Aberglauben und orthodoxe Kirche, die eine Prawda von früher und die heutigen vielen Wahrheiten, Aufbruchsstimmung und Winterschlaf. (Jana Kühn)

Leseprobe

Das E-Book bestelle ich!

Chinua Achebe: Einer von uns

Aus dem Englischen von Uda Strätling, Fischer 2016, 192 S., € 19,99
(Stand April 2021)

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Chief Nanga, ein ehemaliger Grundschullehrer von geringer Bildung, hat es buckelnd und tretend bis zum Minister gebracht. Sein gutes Aussehen und sein Charme lassen seine Lügen, seine Bereicherung auf Kosten der Allgemeinheit und seine Skrupellosigkeit als verzeihliche Bubenstreiche erscheinen. Er ist halt „einer von uns“, sagt das Volk, von denen die meisten – hätten sie die Möglichkeit – genauso handeln würden. Sein ehemaliger Schüler Odili lässt sich beim ersten Wiedersehen gleichfalls blenden, erkennt aber schnell, was hinter der Fassade steckt und wirft sich in einen politischen und persönlichen Wettstreit mit Nanga, den er kaum gewinnen kann. Gleichzeitig wächst im Land ein Klima der Gewalt. Der Roman erschien 1966 und erwies sich als prophetisch, da Nigeria nur Tage nach seiner Veröffentlichung in den Bürgerkrieg stürzte. Nun erstmals auf Deutsch übersetzt ist das Buch dieses großen Autors, der 2002 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels und 2007 den Man Booker International Prize erhielt, in Zeiten, da allerorten charismatische Populisten an die Macht streben, höchst aktuell und wird hoffentlich viele Leser finden. (Syme Sigmund)

Leseprobe

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Margherita Giacobino: Familienbild mit dickem Kind

Aus dem Italienischen von Maja Pflug. Kunstmann 2016, 320 S., € 22,-
(Ritratto di famiglia con bambina grassa. Attualmente in Italia non disponibile)
(Stand April 2021)

giacobino_familienbild_mit_dickem_kind_danteperle_dante_connectionManchmal würden wir am liebsten ein Buch anders einschlagen, wenn das Cover völlig in die Irre führt. Dies ist so ein Fall. Margherita Giacobino erzählt in ihrem neuen Roman gänzlich unsentimental die Geschichte ihrer Familie, die nur mit großer Anstrengung und enormem Erfindungsreichtum einem Leben aus Armut, Entbehrung und Ausgeschlossensein entkommen konnte. Das war vor 100 Jahren im Piemont nichts Ungewöhnliches, doch das Besondere an dieser Familie ist, dass Frauen hier das Zepter fest in den Händen hielten und die grundlegenden Entscheidungen für die Familie trafen. Giacobinos Vorfahrinnen sind wirkliche Akteurinnen, natürlich sind sie sich nicht einig und versuchen nach allen Regeln der Kunst, das dicke Mädchen für sich einzuspannen. Dieses Kind gräbt Jahrzehnte später als gestandene Erwachsene in ihren Erinnerungen, befragt Verwandte, deutet alte Fotos und Materialien um und verbindet all diese Elemente zu einem großen Familienroman, in dem sie einige unverwechselbare italienische Matriarchinnen feiert. (Stefanie Hetze)

Leseprobe

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Jan Paul Schutten & Floor Rieder: Der Mensch

Aus dem Niederländischen von Verena Kiefer, Gerstenberg 2016, 160 S., € 26,-, ab 10
(Stand März 2021)

schutten_rieder_der_mensch_danteperle_danteconnectionMit Schutten & Rieder hat sich ein Traumduo der Sachbücher für Kinder gefunden. In literarischem Plauderton verfasst und künstlerisch illustriert war schon „Evolution“ deshalb 2015 für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert. Nun haben sie sich dem Thema „Der Mensch“ gewidmet. Als Leser direkt angesprochen, erfährt man in dem Prachtband kurz gesagt, wie der menschliche Körper gebaut ist, und warum er wie funktioniert. Das klingt nicht allzu besonders, aber das umfangreiche Wissen ist derart kenntnisreich, dabei unterhaltsam und ohne Scheu vor heiklen Angelegenheiten aufgeschrieben, dass sich ganz sicher auch ältere Leser amüsieren. Liebhaber kunstvoller Illustrationen kommen sowieso auf ihre Kosten, denn Floor Rieder hat in aller Kunstfertigkeit und Fantasie famose Schautafeln erstellt, die sowohl klar und einleuchtend als auch überbordend und opulent sind. Allerschönste, kindgerechte Wissensvermittlung! (Jana Kühn)

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Buchpräsentation mit dem Autor Roberto Zapperi

 

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Warum ließ Sigmund Freud im April 1933 Benito Mussolini ein Buch mit einer freundlichen Widmung zukommen? Hatte er nicht genau hingeschaut? Roberto Zapperi hat hingeschaut und eine Geschichte gefunden, die in die dreißiger Jahre führt und eine unheilige Allianz präsentiert.

Roberto Zapperi: Freud und Mussolini

Moderation: Gustav Seibt

Dienstag, 11.10. um 19 Uhr
Italienisches Kulturinstitut Berlin
Hildebrandstraße 2 – 10785 Berlin

Auf Italienisch und Deutsch mit Konsekutivübersetzung.

Dante Connection ist mit einem Büchertisch vor Ort.

Unsere nächste Veranstaltung

 

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Donnerstag, 30.3. um 20.15 Uhr:
Fatma Aydemir „Ellbogen“

Wir laden sehr herzlich ein zur Buchpräsentation und Lesung von Fatma Aydemirs großartigem Debütroman.

„Ellbogen“ ist ein Lesemuss in diesem Frühjahr und nicht nur deshalb eine Danteperle – wir freuen uns sehr auf die Veranstaltung mit der Autorin.

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Alissa Ganijewa: Eine Liebe im Kaukasus

Aus dem Russischen von Christiane Körner, Suhrkamp 2016, 240 S., € 22,-
(Stand April 2021)

ganijewa_eine_liebe_im_kaukasus_danteperle_danteconnectionDie Liebe im Kaukasus ist eine komplizierte, selten romantische Angelegenheit. Da wird vermittelt, verhandelt, bezahlt. Familiäre, politische und religiöse Machenschaften spielen eine weit größere Rolle als Gefühle – was nicht heißt, das sich keine Dramen abspielen. Schlussendlich ist die Liebe wohl eher als Heiratsmarkt zu bezeichnen, ähnlich korrumpiert wie alle anderen Lebensbereiche auch. Insofern geht es in diesem Roman weit weniger um die eine Liebe zwischen Patja und Marat, sondern vielmehr um den Hauch an Haltung und Weltoffenheit, den die beiden Mittzwanziger aus Moskau in die kaukasische Heimat bringen und das Durcheinander, was sie damit erzeugen. Alissa Ganijewa hat ein ausgesprochen unterhaltsames, mit absurder Situationskomik gespicktes, dennoch kritisch informatives Gesellschaftsbild einer Region zwischen Tradition und Moderne gezeichnet, die nicht nur an ihren Widersprüchen zu zerbrechen droht.  Auch aufgrund des formidablen Showdowns wärmstens empfohlen! (Jana Kühn) Leseprobe

Das bestelle ich!

Onlineshop adé – aber wir besorgen weiter jedes neu lieferbare Buch!

 

pic_bestellungen_1Wir nehmen Abschied von einem technischen Gimmick, das uns lieb, vor allem aber teuer war – unser Onlineshop. Umsätze und Kosten standen leider zu keinem Zeitpunkt in einem sinnvollen Verhältnis, aber wir wollten mit der Zeit gehen. Nun haben wir uns dennoch gegen die Algorithmen und für einen persönlichen Bestellservice entschieden.

Mit dem Relaunch unserer Homepage ist der Onlineshop deshalb verschwunden. Stattdessen gibt es einen großen Bestellbutton, sodass sich mit einem Klick ein Formular für all Ihre Bestellwünsche öffnet. Wir besorgen weiterhin jedes neu lieferbare Buch.

Bestellanfragen per E-Mail, Telefon und persönlichem Besuch funktionieren wie eh und je. So haben es die meisten von Ihnen ohnehin gehandhabt.

Wir nehmen das als Kompliment: Sie besuchen uns einfach lieber, und darüber freuen wir uns sehr!