Alex Rühle: Zippel das wirklich wahre Schlossgespenst

Illustriert von Axel Scheffler. dtv Verlag 2018, 144 S., € 12,95, ab 6

Ruehle_Alex_Zippel_Danteperle_Dante_Connection_BuchhandlungAls schüchternes Einzel- und Schlüsselkind ist Pauls Leben ziemlich freudlos. Auch seine Schulkameraden hänseln und ärgern ihn ständig. Als er eines Tages wie immer nach der Schule die Wohnungstür aufschließen will, hört er seltsame Geräusche, die aus dem alten Schloss kommen. Ein bisschen Angst hat er schon, aber das Geschimpfe ist so leise, dass er sich traut, nachzuhaken und mit der Stimme zu reden. Sie materialisiert sich und aus dem Schloss entweicht ein weißes schwebendes Ding, ein kleines Gespenst! Was Zippel, das frech-kreative Schlossgespenst, und Paul in der Wohnung, im Haus, in der Schule und in einem echten Schloss miteinander erleben, ist ein einziges Abenteuer und spannend-lustiger Vorlesestoff für die ganze Familie.  Axel Schefflers phantasievolle farbsatte Illustrationen krönen dann noch das Lesevergnügen. (Stefanie Hetze)

 

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… für Geschichtsinteressierte

Yuri Slezkine: Das Haus der Regierung -Eine Saga der russischen Revolution. Aus dem Englischen von Helmut Hierlamm, Norbert Juraschitz und Karin Schuler. Hanser Verlag 2018, 1338 S. mit zahlreichen Fotos und Abb. sowie einem ausführlichen Register, € 49,-

Slezkine_Yuri_Das_Haus_der_Regierung_Danteperle_Dante_Connection_Buchhandlung Mit diesem Opus Magnum zeichnet der Autor die Geschichte dieses überdimensionierten Gebäudes und der ihrer prominenten Bewohner nach. Als Elitebolschewisten zogen die Funktionäre 1931 in das komfortable Haus ein und gewöhnten sich und ihre Familien schnell an den dort gebotenen spießbürgerlichen Lebenstil. Als es zu den Säuberungen unter Stalin kam, war es für die Regierung ein leichtes, im Gebäudekomplex  Verhaftungen und Hinrichtungen durchzuführen. Slezkine verfolgt die Biografien diverser Einzelschicksale, erzählt von ihrem ideologischen Irrglauben und lässt die literarischen Zeugnisse der Zeit einfliessen. Da kann man so richtig eintauchen. (sh)

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… für alle, die sich gern amüsieren

Emma Nuss: Aus dem Tagebuch eines Tauentzien-Girls. Verlag Walde+Graf 2018, 112 S., € 14,-

Nuss_Emma_Aus_dem_Tagebuch_eines_Tauentzien_Girls_Danteperle_Dante_Connection_BuchhandlungEine Entdeckung aus dem Jahre 1914! In ihrem charmant-frechen Tagebuch schreibt die 14jährige Protagonistin, ein mit wirklich allen Wassern gewaschener Backfisch aus gutem Haus, von ihren amourösen Spaziergängen und Erlebnissen im Berliner Westen. Zum Glück retten sie ihr Freiheitsdrang und ihre Berliner Schnauze aus manch einer brenzligen Situation mit Malern aus dem Grunewald, Heiratsschwindlern und anderen übergriffigen Herren. Heute ist dieses frühe Sittenbild in all seiner Unmittelbarkeit ein großer Spaß. (sh)

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… für alle, die sich fürs Bauen begeistern

Roma Agrawal: Die geheime Welt der Bauwerke. Aus dem Englischen von Ursula Held, Hanser Verlag 2018, 262 S., € 24,-

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Warum stehen römische Brücken mit ihren gemauerten Rundbögen noch, stürzen aber manche Hochhäuser aus den Sechzigern ein? Welchen Kräften  wie Wind, Wasser, Erde, Schmutz, Feuer müssen Gebäude trotzen? Welche Auswirkungen hat das Material, aus dem sie gemacht sind? Dies alles und viel mehr erklärt die begeisterte Physikerin und Bauingenieurin in ihrem reich bebilderten Gang durch die Geschichte der Bauwerke sehr persönlich und anschaulich. Mitreißend – ihre Leidenschaft für die Kunst des Bauens! (sh)

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… für kleine Naturwissenschaftler*innen

Colin Stuart: Wie schnell ist das Licht?
Eine Reise in die Welt der Physik. Aus dem Englischen von Ute Löwenberg, Prestel 2018, 80 S., € 20,- ab 8

Wie schnell ist das Licht von Colin Stuart
Wie schnell ist das Licht von Colin Stuart

Ein schönes, gleichwohl ungewöhnliches Bild eröffnet diesen naturwissenschaftlichen Prachtband: Physik als kosmisches Kochbuch, das aufzeigt, wie man Energie, Materie und Kraft kombinieren muss, um das Verhalten der Dinge auf der Welt zu verstehen. Hier wird die ganze Familie großen Spaß haben, das schnöde Schulfach Physik (wieder) zu beleben! (jk)

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Unsere Weihnachtsperlen

 

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Geschenkideen für alle!

Wir empfehlen bibliophile Prachtbände und Kleinode, die die Herzen von großen & kleinen Bücherfans schneller schlagen lassen werden. Anschaulich geht  es um Geographie, Naturwissenschaften und Architektur. Aber auch Märchenhaftes, Groteskes und Amüsement kommen nicht zu kurz bei unseren Weihnachtsperlen.

Auf unserer Website sind alle zwölf Weihnachtsperlen versammelt – viel Spaß beim Stöbern! Genauer anschauen und selbstverständlich auch hübsch weihnachtlich verpacken lassen, können Sie die Bücher dann bei uns in der Oranienstraße.

Wir wünschen eine schöne Adventszeit!

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James Baldwin: Beale Street Blues

Mit einem Nachwort von Daniel Schreiber. Aus dem Amerikanischen von Miriam Mandelkow, dtv 2018, 221 S. , € 20,-

Baldwin_James_Beale_Street_Blues_Danteperle_Buchhandlung_Dante_ConnectionWas für ein Buch! Die 19jährige Tish und der drei Jahre ältere Fonny sind leidenschaftlich ineinander verliebt. Beide kommen aus Harlem, kennen einander seit ihrer Kindheit, haben Großes vor. Tish erwartet ein Baby und Fonny möchte Künstler werden. Als sie tatsächlich einen Speicher zum Leben und Arbeiten mieten können und ihr Glück so nahe scheint, kommt es zur Katastrophe. Fonny wird zu Unrecht als Vergewaltiger inhaftiert, für ihn beginnt das Inferno, für Tish mit dem Baby im Bauch fühlt es sich wie „die Sahara“ an. Täglich besucht sie ihn im Knast, versucht ihn aufzubauen und ihn gleichzeitig neben ihrer Arbeit in einem Kaufhaus aus dem Gefängnis herauszuholen. Doch das rassistische System schlägt gnadenlos zu. Dabei kämpfen ihre Familie und Fonnys Vater mit all ihren – knappen – Mitteln für den Unschuldigen.
Wut und Zärtlichkeit sind die beiden Pole dieses so beeindruckenden Romans, der im Rhythmus des Blues die vielen Facetten der  Beziehung des jungen schwarzen Liebespaars mit der für sie brutalen Wirklichkeit konfrontiert und der auch dank der wunderbaren Übersetzung Miriam Mandelkows ergreift und zornig macht und ganz große Literatur ist! (Stefanie Hetze)

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Milena Michiko Flašar: Herr Katō spielt Familie

Verlag Klaus Wagenbach 2018, 176 S., € 17,99

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Harr Katō ist nun Rentner, aber so richtig kommt er mit seiner neuen Rolle nicht zurecht. Seine Frau fühlt sich gestört und scheucht ihn aus dem Haus, doch das ziellose Herumspazieren liegt ihm nicht und er versinkt in Selbstmitleid. Da trifft er auf die junge Mie, welche ihm von ihrer Agentur berichtet. Bei ihr kann man Schauspieler als „echte“ Verwandte buchen, die „Familie spielen“. Braucht es den reichen Onkel aus Amerika für eine Hochzeit, die trauernde Tochter für eine Beerdigung oder die Verlobte, um die Eltern zufrieden zu stellen? Alles kein Problem. Herr Katō lässt sich engagieren, schlüpft von nun an in die verschiedensten Rollen, wird Opa, Exmann oder Firmenchef, und beginnt auch sein Leben – und seine Frau – wieder mit anderen Augen zu sehen. Milena Flašar hat ein einfühlsames Buch über das Altern geschrieben und über die Schwierigkeit, mit der Leere des Rentnerlebens klar zu kommen – mal nachdenklich und melancholisch, mal mit leichter Ironie, doch immer voller Empathie und Wärme. Die passende Lektüre für sonnige Wiesen oder auch verregnete Sofanachmittage. (Syme Sigmund)

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Shirley Hazzard: Transit der Venus

Aus dem Englischen von Yasemin Dinçer. Ullstein Verlag 2017, 560 S., € 26,-

Hazzard_Shirley_Transit_der_Venus_Dante_Conection_Buchhandlung_DanteperleEin Buch, das es in sich hat. Auf den ersten Blick ist der Plot, die Geschichte zweier Schwestern und Waisen, die nach dem 2. Weltkrieg aus Australien kommend in England ihr Glück machen wollen und auf verschiedene Männer treffen, alles andere als außergewöhnlich. Auch das Coverfoto der deutschen Erstübersetzung (!!) führt wie vieles an diesem Roman scheinbar auf die falsche Fährte. Natürlich werden die Liebes- und Ehegeschichten von Caro und Grace und die ihrer depressiv-aggressiven älteren Halbschwester Dora in einem großen Panorama über Jahrzehnte erzählt. Doch interessiert die Autorin eher das, was nicht gelebt werden kann, was sich hinter der Oberfläche verbirgt: „Bei Einbruch der Nacht würden die Schlagzeilen Verwüstung vermelden.“ Mit ihrem ersten Satz fasst Shirley Hazzard ihren atemberaubenden Roman im Grunde zusammen. Inspiriert von der titelgebenden, seltenen planetaren Konstellation erzeugt sie mit großer Kunst immer wieder neue Spannungsfelder zwischen ihren Figuren Sie rücken uns in ihren Widersprüchen und Gegensätzen sehr nah. Dazu kommt die glasklare Sprache mit ihren klugen Bildern und Anspielungen, die aus „Transit der Venus“ ein Meisterinnenwerk macht. In vielen Ländern längst ein moderner Klassiker, läßt er sich nun auch endlich hier entdecken und genießen. (Stefanie Hetze)

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José Eduardo Agualusa: Eine allgemeine Theorie des Vergessens

Aus dem Portugiesischen von Michael Kegler. C.H. Beck Verlag 2017, 197 S., € 19,95

Agualusa_José_Eduardo_Eine_allgemeine_Theorie_des_Vergessenes_Dante_Connection_Buchhandlung_BerlinDiese Frau hat es offensichtlich gegeben.  Am Vorabend des angolanischen Bürgerkriegs mauert sich die Portugiesin Ludovica, nachdem sie in Notwehr einen Einbrecher erschossen hat, komplett in ihrer Hochhauswohnung in Luanda ein. Fast dreißig Jahre lebt sie von einer Hühner- und Gemüsezucht auf ihrer Dachterrasse und fängt in ihrer Not Tauben. Abgeschnitten von der Welt, bald hat sie keine Batterien mehr für ihr Radio, notiert sie ihre Erinnerungen, Träume und Reflexionen in einem Tagebuch. Als ihr das Papier ausgeht, beschreibt sie mit komprimierten Gedichten die Wände ihres selbstgewählten Gefängnisses. Nur von fern, ihrer Terrasse, beobachtet sie, was draußen vor sich geht. Auch in der Außenwelt ist alles in Aufruhr, geraten Täter und Opfer, Revolutionäre und Unpolitische, Profiteure und Gegner aneinander. Ihre Stimmen mischt Agualusa eindrücklich mit dem Innenleben der isolierten Frau und verdichtet sie zu einem hochintensiven spannenden Roman, der nachempfinden lässt, was es heißt, wenn ein Land um Unabhängigkeit ringt. (Stefanie Hetze)

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