Carson Ellis: Wazn Teez?

Aus dem Englischen von Jess Jochimsen & Anja Schöne, Nord Süd Verlag 2017, 48 S., € 16,-, ab 5
(Stand März 2021)

Ellis_Wazn_Teez_Danteperle_DanteConnectionUnzählig sind wohl die Bücher, die von der Natur übers Jahr in all ihren Veränderungen erzählen. Aber es ist eben doch ein  kleines großes Wunder, das Kinder immer wieder begeistert. Umso mehr, wenn es so anschaulich, wunderschön und gleichzeitig furios witzig erzählt wird wie von Carson Ellis. In klarer Bild- und lautmalerischer Fantasiesprache (Wazn Teez?) beschreibt sie das Wachsen, Gedeihen und Vergehen einer Blume, die in dieser Metamorphose von kurios fantasievollen Insektenfiguren begleitet wird und mit ihnen gemeinsam so einige Abenteuer erlebt. Die Bilder selbst sprechen schon wunderbar für sich und so kommen nur noch wenige Worte zum Einsatz – aber wie! Dank des Übersetzerpaares Jess Jochimsen & Anja Schöne entpuppt sich der Bilderbuchspaß zum Schauen und Staunen als grandioser Vorlesespaß.  (Jana Kühn)

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Paolo Rumiz: Der Leuchtturm

Aus dem Italienischen von Karin Fleischanderl, Folio Verlag TransferBibliothek 2017, 160 S., € 20,-
(Il Ciclope, Feltrinelli 2017, ca. € 13,-)
(Stand April 2021)

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Der Triestiner Paolo Rumiz, der ständig unterwegs die große weite Welt bereist hat, wagt einen Herzenswunsch, eine Reise ohne Fortbewegung. Beladen mit einem schweren Verpflegungssack begibt er sich im regnerischen Frühjahr auf eine winzige Leuchtturminsel im Mittelmeer. Zwei Leuchtturmwärter, ein Esel – sehr viel mehr scheint da nicht zu sein. Winde ohne Ende, Wellen, Wolken tosen um das Eiland, bringen Geräusche, Unruhe, Abwechslung. Rumiz versteht als Adriaanwohner die Sprachen des Meeres und seiner Elemente, er ist bestens vertraut mit der griechischen Mythologie, dem Seemannsgarn der Fischer und genießt die kulinarischen Reize wilden Spargels und edler Fische. Seinen Erkundungen und seinen Reflexionen über den Mittelmeerraum zu folgen, kommt einer wirklichen Reise sehr nahe.
Endlich können wir hierzulande einen großen italienischen Reiseschriftsteller entdecken, hoffen wir auf mehr Übersetzungen! (Stefanie Hetze)

Video zu „Der Leuchtturm/Il Ciclope“

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Samuel Selvon: Die Taugenichtse

Mit einem Nachwort von Sigrid Löffler. Aus dem Englischen von Miriam Mandelkow, dtv 2017, 176 S., € 18,-
(Stand April 2021)

Selvon_Samuel_Die_Taugenichtse_Dante_Connection_BuchhandlungSonntags treffen sich in Moses Aloettas schäbigem kleinen Zimmer „die Taugenichtse“, er, seine Freunde und Zufallsbekannten und reden über ihre Geldsorgen, Wohnungsprobleme und vor allem über den Rassismus, den sie, die schwarzen Einwanderer aus der Karibik tagtäglich im kalten abweisenden London erfahren. Unterschiedlich sind ihre Strategien, das zu überleben. Manche sind Meister, auf Pump zu leben, andere Kleinkriminelle, verzweifelte Taubenfänger und -esser, andere wieder versuchen sich als unwiderstehliche Verführer junger Engländerinnen oder nehmen die Widrigkeiten mit Witz und Ironie.
Eine kleine Sensation hat der dtv-Verlag da ausgegraben, „The Lonely Londoners“ 1956 in Großbritannien erschienen und ein Pionierwerk für migrantische Literatur, war bis heute nie in deutscher Übersetzung erschienen. Vermutlich bestanden Zweifel ob der Übersetzung, dass sich in Deutschland niemand an die Herausgabe wagte, denn Selvon schuf für seinen Roman eine ganz eigene kreolisch-englische Kunstsprache. Plus den vielen Stimmen, die er seinen Figuren, gibt, hat er einen unvergleichlichen neuen Erzählton geschaffen, den Miriam Mandelkow bravourös ins Deutsche übertragen hat. (Stefanie Hetze) Leseprobe

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Wir schenken eine Geschichte!

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Auch in diesem Jahr haben wir anlässlich des Welttag des Buches wieder Schulklassen in unsere Buchhandlung eingeladen.

Noch vor Ladenschluss gibt es ein Quiz rund um die Welt der Bücher, wir lesen vor und als krönenden Abschluss bekommen alle Kinder das Welttags-Buch der Reihe Ich schenk dir eine Geschichte geschenkt, in diesem Jahr: „Das geheimnisvolle Spukhaus“ von Henriette Wich.

Kent Haruf: Unsere Seelen bei Nacht

Aus dem Amerikanischen von Pociao, Diogenes 2017, 208 S., € 20,-, TB 2018, € 12,-
(Stand April 2021)

Haruf_unsere-seelen-bei-nacht-Danteperle_DanteConnectionIn einer US-amerikanischen Kleinstadt leben zwei verwitwete Nachbarn in den großen Häusern, die vor vielen Jahren einmal das Zuhause für ihre Familien waren – doch nun sind sie dort allein, oft genug einsam. Eines Tages geht die 70jährige Addie ausgesprochen mutig auf ihren Nachbarn Louis zu: Sie bittet ihn, die Nächte mit ihr zu verbringen, heißt, wenn die Einsamkeit am größten ist, die Lücke mit Gesprächen zu befüllen. Nur das. Louis akzeptiert und so liegen die beiden nun Nacht für Nacht beieinander und kommen einander zögerlich näher. Trotz der jahrzehntelangen nachbarschaftlichen Nähe wissen sie nur wenig voneinander und erzählen sich in aller Offenheit aus ihrem mit allen Höhen und Tiefen gelebten Leben mit Schicksalsschlägen, mit Fehlern, mit glücklichen Momenten auch. Dieses vorsichtige Kennenlernen beschreibt Kent Haruf  unaufgeregt und sparsam fast, dennoch warmherzig, aber ohne zu verkitschen. Er erzählt von einer Chance auf reifes, selbstbestimmtes Glück, das aber an verbohrten Konventionen zu scheitern droht. Denn der Kleingeist der sowohl nahen Nachbarn als auch der fernen Verwandten stört sich an der „schamlosen“ Zweisamkeit. (Jana Kühn)

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Sally Nicholls: Eine Insel für uns allein

Aus dem Englischen von Beate Schäfer, dtv Reihe Hanser 2017, 216 S., € 12,95, TB dtv Reihe Hanser 2018, € 8,95, ab 11
(Stand März 2021)

Nicholls_Insel_für_uns_allein_Danteperle_DanteConnectionDie Geschwister Holly, Jonathan und Davy haben es nicht leicht. Gerade 18-jährig hat Jonathan nach dem Tod der Mutter das Sorgerecht für seine Geschwister übernommen. Die kleine Familie hält sich in aller Liebe wacker – eines fehlt allerdings oft: Geld. Dank des Erbes einer Tante könnte sich das ändern, aber die eigensinnige Dame hat ihre Wertsachen bestens versteckt. So startet eine spannende Schatzsuche, die temporeich und humorvoll den Blickwinkel der dreizehnjährigen Holly einfängt. Die Geschwister schaffen es dank vieler hilfsbereiter Menschen bis auf die schottischen Orkney-Inseln, wo an irgendeinem Strand das Erbe vergraben sein könnte … Einfühlsam und detailreich erzählt Sally Nicholls, was Armut für ein Kinderleben bedeutet, ohne der Geschichte jedoch bleiernes Gewicht zu verpassen. Ganz im Gegenteil, sprachlich leichtfüßig liest sich die Familienschatzsuche auch als modernes Abenteuer und hoffnungsvolles Märchen! (Jana Kühn) Leseprobe

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Ulrike Edschmid: Ein Mann, der fällt

Suhrkamp Verlag 2017, 187 S., € 20,-, TB 2019, € 10,95
(Stand April 2021)

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Mitte der Achtziger in Westberlin, ein winziger Moment, ein Sturz von einer Leiter, der die Lebensentwürfe zweier Menschen aufs Drastischste verändert. Zunichte die Träume der Erzählerin vom entspannten Glück in der riesigen Altbauwohnung ohne Abstand. Die Koordinaten haben sich völlig verschoben. Er muss mühsam mit seinem gelähmten Körper zurechtkommen, sie als seine unterstützende Begleiterin. Kleine Aktivitäten wie eine Fahrt mit dem klapperigen Aufzug müssen nicht nur bewältigt werden, sie verlangsamen auch den Radius des Paares. Und dies in einer Zeit, in der sich das Leben in Berlin und selbst in ihrem Haus, dem dritten Protagonisten des Romans, rasant beschleunigt. Völlig unsentimental rekonstruiert die Autorin, was ihrem Mann und ihr widerfahren ist, wie sich aber auch der Westen der Stadt verändert hat. So ist „Ein Mann, der fällt“ eine doppelte Liebeserklärung geworden. (Stefanie Hetze) Leseprobe

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Samstag, 20. Mai 2017 – 19. Lange Buchnacht in der Oranienstraße

Kaugummigraf

16.30 Uhr Kirsten Reinhardt: Der Kaugummigraf (Carlsen)

Graf Eberhart von Eberhartshausen lebt als charmant kauziger Hausbesetzer auf einem stillgelegten Bahnhof. Als eines Tages das Ausreißermädchen Eli vor seiner Tür steht, passt das überhaupt nicht in seine mit Gymnastik, Bohnen und Tee fest strukturierten Tagesabläufe. Doch Eli gewinnt sein Herz und eine ungewöhnliche Freundschaft beginnt … die aber sofort auf eine Probe gestellt wird, denn der Bahnhof soll abgerissen werden. Eintritt frei

Für Kinder ab 10 Jahren.

 

 

 

 

 

 

Mo Amjahid 30.08.2016 © Goetz schleser
Mo Amjahid 30.08.2016 © Goetz schleser

21 Uhr Mohamed Amjahid: Allein unter Weißen (Hanser)

Der Journalist erzählt in seinem geradezu tagesaktuellen Buch von der auch sehr persönlichen Erfahrung, in einer Gesellschaft dazu zu gehören und dennoch außen vor zu bleiben. In klaren Ansagen thematisiert er versteckten, aber alltäglichen Rassismus und führt der weißen Mehrheitsbevölkerung vor Augen, was es heißt privilegiert zu sein. Das gelingt ihm bei aller hartnäckigen Analyse gänzlich ohne Verbitterung, dafür mit einem offenen Blick nach vorn. Eintritt frei

19. Lange Buchnacht

Flyer-Lange-Buchnacht-2017Kreuzberg liest und liest – am Samstag, den 20. Mai wird sich der Kiez rund um die Oranienstraße wieder verwandeln in einen magischen Raum für Worte, Stimmen, Gedanken, Texte.

Auch wir sind wieder mit zwei Veranstaltungen dabei:

* 16.30 Uhr Kirsten Reinhardt „Der Kaugummigraf“ (Carlsen) für Kinder ab 10 Jahren

21 Uhr Mohamed Amjahid „Unter Weißen“ (Hanser)

Ausführliche Infos finden Sie hier (klick!) und auf www.lange-buchnacht.de

Sara Pennypacker: Mein Freund Pax

Aus dem Amerikanischen Englisch von Birgitt Kollmann, TB Fischer 2019, 304 S., € 10,-, ab 10
(Stand März 2021)

Pennypacker_Pax_Danteperle_DanteConnection Wie weit würdest du gehen für deinen besten Freund? Und Pax ist nicht nur Peters bester, sondern ein ganz besonderer Freund – ein Fuchs, den der Junge von klein an aufgezogen hat und mit dem er seitdem zusammen lebt. Als ein Krieg ausbricht, wird Peter von seinem Vater hunderte Kilometer weit weg von Zuhause gebracht – Pax muss zurückbleiben. Mit dieser herzzerreißenden Trennung beginnt der beeindruckende Roman für Kinder. Bald schon wird Peter wird klar, was es für ein Vertrauensbruch war, seinen besten Freund allein im Wald zurückzulassen. Er muss zu ihm, um jeden Preis.  Und auch Pax macht sich auf den Weg. Ohne Zeit und Ort zu benennen erzählt Sara Pennypacker einerseits das grandiose Abenteuer von Peter und Pax, die quer durch die Wildnis aufeinander zu laufen, und andererseits eine universelle Geschichte über Menschlichkeit in Zeiten des Krieges. Kein Weg ist zu weit für einen Freund – schon gar nicht für den besten! (Jana Kühn)

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