Elena Favilli & Francesca Cavallo: Good Night Stories for Rebel Girls, Band 1

100 außergewöhnliche Frauen. Aus dem Amerikanischen übersetzt von Birgitt Kollmann, Hanser 2017, 224 S., € 24,-, ab 12
(Storie della buonanotte per bambine ribelli, Mondadori 2020, ca. € 18,-)
(Stand März 2021)

Good_night_stories_for_Rebell_Girls_Danteperle_DanteConnectionViele der 100 so genannten Gutenachtgeschichten beginnen mit der Erzählformel „Es war einmal ein Mädchen …“, und doch beschreiben sie die tatsächlichen Lebensgeschichten von beeindruckenden Frauen aus der ganzen Welt, von der Antike bis heute. Den biographischen Skizzen aus der Feder der beiden Autorinnen sind umwerfend schöne, Porträts zur Seite gestellt. Viele der Forscherinnen, Künstlerinnen, Sportlerinnen und Aktivistinnen mussten ihren Weg hart erkämpfen, manche waren oder sind schon zu Lebzeiten weltberühmt. Ein fantastisches Mut-Mach-Frauentableau durch alle Epochen! (Jana Kühn)  Reinblättern

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Alessandra de Respinis: Cichettario

Aus dem Italienischen von Lotta Ortheil, mit einem Nachwort von Hanns-Joseif Ortheil. Dieterich’sche Verlagsbuchhandlung 2017, Erweiterte Neuausgabe 2021, 224 S., € 20,-

(Stand Oktober 2021)

Respinis_Alessandra_De_Cicchetario_Dante_Connection_buchhandlung_9783871620911_295Dieses schmale kleine Koch- und gastrosophische Geschichtsbuch fällt völlig aus dem Rahmen modischer Lifestylekochliteratur. Es ist das unaufdringliche Lebenswerk Alessandra De Respinis, die die venezianischen Cicchetti, das sind winzige Häppchen, die wie ein Gebäude aus verschiedenen Schichten und Aufbauten bestehen, zur Vollendung gebracht hat. Ihr Büchlein, das mit Federzeichnungen, Weinempfehlungen, einem Nachwort von Hanns-Josef Ortheil und nur zwei Fotos geschmückt ist, lädt ein, mit wenig Aufwand feine kleine Happen nachzubauen, Geschmackskombinationen auszuprobieren und sie dann mit anderen zu genießen. (Stefanie Hetze)

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Paolo Rumiz: Der Leuchtturm

Aus dem Italienischen von Karin Fleischanderl, Folio Verlag TransferBibliothek 2017, 160 S., € 20,-
(Il Ciclope, Feltrinelli 2017, ca. € 13,-)
(Stand April 2021)

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Der Triestiner Paolo Rumiz, der ständig unterwegs die große weite Welt bereist hat, wagt einen Herzenswunsch, eine Reise ohne Fortbewegung. Beladen mit einem schweren Verpflegungssack begibt er sich im regnerischen Frühjahr auf eine winzige Leuchtturminsel im Mittelmeer. Zwei Leuchtturmwärter, ein Esel – sehr viel mehr scheint da nicht zu sein. Winde ohne Ende, Wellen, Wolken tosen um das Eiland, bringen Geräusche, Unruhe, Abwechslung. Rumiz versteht als Adriaanwohner die Sprachen des Meeres und seiner Elemente, er ist bestens vertraut mit der griechischen Mythologie, dem Seemannsgarn der Fischer und genießt die kulinarischen Reize wilden Spargels und edler Fische. Seinen Erkundungen und seinen Reflexionen über den Mittelmeerraum zu folgen, kommt einer wirklichen Reise sehr nahe.
Endlich können wir hierzulande einen großen italienischen Reiseschriftsteller entdecken, hoffen wir auf mehr Übersetzungen! (Stefanie Hetze)

Video zu „Der Leuchtturm/Il Ciclope“

Leseprobe

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Michael Dibdin: Entführung auf Italienisch

Aurelio Zen ermittelt in Perugia. Kriminalroman. Aus dem Englischen von Ellen Schlootz, Unionsverlag 2016, 352 S., € 12,95
(Stand April 2021)

dibdinRuggiero Miletti, Oberhaupt einer der mächtigsten Familien Italiens, ist entführt worden. Kommissar Zen merkt schnell, dass mehr dahinter steckt, als eine Tat sardischer Schafhirten, nur dass keiner – weder die Familie, noch die lokale Polizei – außer ihm ein Interesse daran hat, den Fall wirklich aufzuklären … Dies ist der 1988 erschienene erste Band einer äußerst spannenden und mit gut gezeichneten, vielschichtigen Charakteren ausgestatteten Krimireihe um Aurelio Zen, römischer Polizeikommissar mit venezianischen Wurzeln, die nun erfreulicherweise vom Unionsverlag neu aufgelegt wurde.
Wunderbar verwickelt sind die auch heute ganz aktuell anmutenden Fälle, voll trockenen Humors und immer mit einem Blick hinter die Fassaden auf Korruption, Vetternwirtschaft und politische Machenschaften. Der Brite Michael Dibdin hat lange Zeit in Italien gelebt und schickt seinen Kommissar mit jedem Fall in eine andere Stadt Italiens, was dem Leser ein differenziertes Bild der höchst unterschiedlichen Regionen des Landes vermittelt. Und der keineswegs unfehlbare Kommissar wächst einem von Band zu Band mehr ans Herz. Eine unbedingte Leseempfehlung. (Syme Sigmund)

Paolo Cognetti: Fontane Numero 1. Ein Sommer im Gebirge

Edition Blau. Belletristik im Rotpunktverlag 2017. Aus dem Italienischen von Barbara Sauser, 144 S., € 20,-
(Il ragazzo selvatico. Quaderno di montagna. Terre de mezzo 2017, ca. € 22,-)
(Stand April 2021)

Cognetti_Paolo_Fontane_°_1_Dante_Connection_Buchhandlung_DanteperleUm eine Schaffens- und Lebenskrise in Mailand hinter sich zu lassen,  mietet sich der dreißigjährige Autor Paolo Cognetti Ende April in einer einsamen Berghütte in 2000 Metern Höhe ein, in der er fernab der Zivilisation einen ganzen langen Sommer allein verbringen will. Im Gepäck hat er Bücher anderer weltverdrossener Autoren und die Hoffnung, selbst wieder schreiben zu können. Als Stadtmensch, zu dessen glücklichster Erinnerung Kindheits- und Jugendsommer im Gebirge gehören, möchte er das Freiheitsgefühl von früher wiederfinden. Doch steht er sich erst einmal selbst im Weg, tun Schnee, Kälte, Nebel, die Höhe ihr übriges. Ganz langsam akklimatisiert er sich, erkundet er die Umgebung und lernt er Hirten kennen, mit denen er sich auf eine vorsichtige schöne Weise anfreundet. Und zum Glück kehrt auch Cognettis verlorengeglaubte feine Sprache zurück.  (Stefanie Hetze) Leseprobe

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Davide Morosinotto: Mississippi-Bande

Aus dem Italienischen von Cornelia Panzacchi, Thienemann 2017, 368 S., € 15,-, ab 10
(Il rinomato catalogo Walker & Dawn, Mondadori 2017, ca. € 15,50)
(Stand März 2021)

Morosinotto_Mississippi-Bande_Danteperle_DanteConnectionIm Jahre 1904 finden vier Kinder in den Sümpfen des Bayou drei Dollar. Ganz schön viel Geld! Als sie dafür heimlich beim Versandhaus Walker & Dawn eine Bestellung aufgeben, ahnen sie nicht, was sich noch alles in der Lieferung befinden wird – oder auch nicht. Mit dem Paket beginnt eine sagenhaft abenteuerliche Reise der Kinder bis nach Chicago. Wie das alles von statten geht, erzählen sie nacheinander mit sehr unterschiedlichem Fokus auf die Geschehnisse: Für den tollkühnen Te Trois ein riesiges Abenteuerspektakel, für den feinsinnigen Eddie eine Tour de Force voller Gefahren, für Julie eine harte Probe und für den stillen Tit eine Offenbarung. Davide Morosinotto geht in die Vollen! Sein Abenteueroman erzählt zugleich eine Kriminal- und Freundschaftsgeschichte, ist historischer Reisebericht und findet mit kritischem Blick, viel Witz und atemloser Spannung einen ganz eigenen Ton für die vier Erzählperspektiven der Kinder – und die aufwendige Gestaltung mit Kartenmaterial, Illustrationen und Fotografien macht das Buch zu einem echten Glücksfall! (Jana Kühn) Leseprobe

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Henry James: In Venedig – Begleitet von Hanns-Josef Ortheil

Aus dem Amerikanischen von Helmut Moysich, Dieterich’sche Verlagsbuchhandlung 2016, 200 S., € 24,-
(Stand April 2021)

james_henry_in_venedig_dante_connection_buchhandlung_danteperleFlorenz, Rom, Neapel – Henry James besuchte sie immer wieder sehr gern, Venedig, die einzigartige Stadt aus Licht, Wasser und Kunst, liess ihn jedoch nicht los. Seine Passion für die Lagunenstadt schlug sich in fünf virtuosen Essays nieder, in denen er ihren Zauber einzufangen suchte. Ortheil reichert James Texte mit vielen Hintergrundinformationen an. Karten, kleine Stiche und historische Fotografien, das praktische kleine Format, handschmeichlerisches Papier und der angenehme Leineneinband machen „In Venedig“ überdies zu einem hinreißenden Reisebegleiter im Kopf oder vor Ort.

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Margherita Giacobino: Familienbild mit dickem Kind

Aus dem Italienischen von Maja Pflug. Kunstmann 2016, 320 S., € 22,-
(Ritratto di famiglia con bambina grassa. Attualmente in Italia non disponibile)
(Stand April 2021)

giacobino_familienbild_mit_dickem_kind_danteperle_dante_connectionManchmal würden wir am liebsten ein Buch anders einschlagen, wenn das Cover völlig in die Irre führt. Dies ist so ein Fall. Margherita Giacobino erzählt in ihrem neuen Roman gänzlich unsentimental die Geschichte ihrer Familie, die nur mit großer Anstrengung und enormem Erfindungsreichtum einem Leben aus Armut, Entbehrung und Ausgeschlossensein entkommen konnte. Das war vor 100 Jahren im Piemont nichts Ungewöhnliches, doch das Besondere an dieser Familie ist, dass Frauen hier das Zepter fest in den Händen hielten und die grundlegenden Entscheidungen für die Familie trafen. Giacobinos Vorfahrinnen sind wirkliche Akteurinnen, natürlich sind sie sich nicht einig und versuchen nach allen Regeln der Kunst, das dicke Mädchen für sich einzuspannen. Dieses Kind gräbt Jahrzehnte später als gestandene Erwachsene in ihren Erinnerungen, befragt Verwandte, deutet alte Fotos und Materialien um und verbindet all diese Elemente zu einem großen Familienroman, in dem sie einige unverwechselbare italienische Matriarchinnen feiert. (Stefanie Hetze)

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Norman Lewis: Neapel ’44

Aus dem Englischen von Peter Waterhouse, Folio Verlag 2016, 240 S., € 22,90
(Napoli ’44, Adelphi 1995, ca. € 15,50)
(Stand April 2021)

norman-lewis-neapel-dante-connection-italienische-buecher-berlinAls Nachrichtenoffizier zog der Brite Norman Lewis im Herbst 1943 mit der US-Armee in das soeben befreite Neapel ein. Ein Jahr verbrachte er hier und schrieb in dieser Zeit ein Tagebuch, in dem er seine Erlebnisse und Eindrücke festhielt. Seine hervorragenden Italienischkenntnisse ermöglichten es ihm, in engen Kontakt mit der Bevölkerung zu treten. Lewis begegnet dieser ihm fremden Welt voller Anteilnahme und Zuneigung, und beschreibt als aufmerksamer Beobachter Szenen voller Not, Lebenshunger und typisch neapolitanischer „Furbizia“, der Kunst, mit Schläue, Improvisationskunst und List das Leben zu meistern. So entstand ein äußerst interessantes, teils amüsantes, teils bedrückendes Dokument dieser so faszinierenden Stadt auf der Schwelle zwischen archaischer Tradition und Moderne. (Syme Sigmund)

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Emily Lowe: Palermo, oh Palermo! Eine gewagte Reise durch Sizilien

Hrsg. von Susanne Gretter. Aus dem Englischen übersetzt von Klaudia Ruschkowski, Erdmann Edition 2016, 254 S., € 20,-
(Stand April 2021)

Emily-LoweIm November 1857 schifften sich zwei abenteuerlustige Engländerinnen in Livorno ein, um Sizilien zu bereisen und als Höhepunkt den Ätna zu erklimmen. Die junge Emily Lowe und ihre Mutter hatten als unprotected females bereits Norwegens unerschlossenen Norden bereist und darüber anonym ein Buch veröffentlicht. Nun eine andere terra incognita, die schwer zu durchquerende Insel im Süden Italiens. Geschickt nutzen die “due donne sole”, die allerorten größte Aufmerksamkeit erregen, die vielen Angebote und Avancen zu ihrem eigenen Vorteil. Und sollte ihnen jemand zu nahe kommen, schreckt der an Emilys Hüfte baumelnde ausgestopfte Kopf eines Fuchses gehörig ab! Sie machen aber durchweg positive Erfahrungen, lernen in den Postkutschen und in kleinen Dörfern Land und Leute kennen und schaffen es tatsächlich, den Ätna bei Schnee und Eis zu erklimmen. Es macht großen Spaß, bequem (!) mit den unerschrockenen und gebildeten englischen Damen mitzureisen und ihre Erfahrungen mit heutigen Reiseeindrücken zu vergleichen. (Stefanie Hetze)

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