120 Zentren der Antike von Alexandria bis Xanten, aus dem Englischen von Susanne Held, Klett-Cotta 2013, 537 S., € 30,-
(Stand März 2021)
Was haben Aosta, Smyrna, York und Cordoba gemeinsam? Sie alle sind in der römischen Antike entstanden und werden wie 116 weitere Zentren der Klassischen Welt in diesem außergewöhnlichen Atlas vorgestellt. Erarbeitet hat ihn einer dieser britischen Universalgelehrten, der Psychiater, Historiker und Demograph Colin McEvedy. In seinem Lebenswerk stellt er in alphabetischer Folge städtische Zentren mit damals meist bereits mehr als 10.000 Einwohnern und deren Geschichte, Topographie, Bevölkerung und berühmten Bauwerke vor. Dadurch stehen heute eher unwichtig erscheinende Städte wie Chur oder Rieti neben so bedeutenden wie Paris oder Ammann und laden gerade dadurch zu gedanklichen (oder realen Besuchen!) in diese vielfältigen historischen Städte ein. Herausragend sind auch die Karten, die alle von McEvedy im gleichen Maßstab gezeichnet wurden, so dass die damaligen Größenunterschiede der Städte sofort ins Auge fallen. So war Athen damals gegenüber Alexandria vergleichsweise winzig. So stößt man beim Stöbern auf viele Zusammenhänge und manches Detail, wunderbare Gelegenheiten zu Zeitreisen in eine markante Epoche. (Stefanie Hetze)

… für alle, die schöne Bücher lieben – ein Must-have! Es schillert in grün-lila wie ein Insektenpanzer und dazu passt perfekt ein Kopfschnitt in quietschgelb, wie ihn sich wohl nur eine so geniale Buchgestalterin wie Judith Schalansky traut. So viel zum handschmeichlerischen Leinenaußen dieses ebenso mit seinem Innenleben vollends überzeugenden Buches. Schrift und Abbildungen in dunklem blau und strahlendem grün erzählen von Insekten bzw. von unserem Verhältnis zur Spezies – von A wie Aether bis Z wie Zen. Die Texte variieren zwischen naturwissentschaftlich, philosophisch, wirtschaftlich, anthropologisch, oft gewitzt und unterhaltsam, in jedem Fall so kurios, dass ich in voller Überzeugung sagen kann: Ich habe NICHTS übrig für Insekten und dennoch dieses Buch immer wieder beglückt zur Hand genommen und geblättert und geschmökert! (Jana Kühn)
Aus der Fülle besonderer, schön gestalteter Kochbücher ragt Tender – Gemüse des englischen Starkochs Nigel Slater absolut heraus. Slater baut in seinem kleinen Garten selbst Gemüse an und erzählt hier von seinen Erfahrungen, die einem beim Kaufen und Auswählen von Gemüse sehr zugutekommen. Mit ansteckender Leidenschaft und außerordentlicher Kenntnis stellt er viele Gemüsesorten von Auberginen bis Zwiebeln vor, beschreibt ihre Besonderheiten, den Anbau, ihre Verwendung in der Küche, was dazu passt, und dann kommen die wunderbaren leicht nachzukochenden Rezepte, für die man auch nicht viele Zutaten braucht. Unsere neue Bibel zum Kochen für jeden Tag und natürlich für besondere Anlässe. (Stefanie Hetze)
Leanne Shapton hat als junges Mädchen mit dem Schwimmtraining begonnen, “ziemlich schnell” war sie, sagt sie, jedoch nicht schnell genug, um sich dann wie erhofft tatsächlich für Olympia zu qualifizieren. Damit endet ihre Schwimmkarriere. Das Bahnenziehen wird sie aber nie sein lassen können. Nach den harten Traingseinheiten und Entbehrungen ihrer Teenagerzeit entdeckt sie andere Seiten des Wassers, lernt Baden gehen und die architektonische Schönheit von Schwimmbädern kennen. All das erzählt sie ohne Chronologie und im Präsens, unterfüttert die Texte mit ihren Zeichnungen von Schwimmbädern, Fotografien von Badeanzügen, Objekten, die mit ins Wasser gehören. Was dieses ausgesprochen schön gestaltete Buch nicht alles ist: eine (Sportler)Biografie, ein Bildband, ein Fotobuch, ein Buch über Wasser, Körperbeherrschung und natürlich über das Schwimmen.(Jana Kühn)
Der Titel „Auf See“ trifft absolut den Charakter dieses Buchs, das sich nicht einordnen lässt und wie die Dünung sich schaukelnd zwischen dem Tagebuch einer Segelreise vor der französischen Mittelmeerküste und den Reflexionen eines misanthropischen Individualisten hin und her bewegt und die Leser mitnimmt in einen Wechsel von Glück und Schönheit, von Sturm und Einsamkeit. Es ist ein einmalig schön gemachtes Buch, das einem Freude bereitet, es anzufassen, es aufzuschlagen und sich darauf einzulassen. (Stefanie Hetze)
Nun ist sie da, die Zeit für Picknicks, Landpartien, Grillparties und lange Abende auf dem Balkon. Und damit ist die Zeit gekommen für ein Kochbuch voller Ideen für den Korb, den es mit Leckereien zu füllen gilt. Von Salaten und Fingerfood über ganze Hauptgerichte bis hin zu Gebäck, Desserts und frischen Getränken hat man in diesem ansprechend gestalteten Buch nur die Qual der Wahl. (Syme Sigmund)
Es lohnt sich, ihn wieder zu entdecken, den großen Flaneur von Paris und seine zeitlos schönen schwarz-weiß Fotografien sowohl des Alltagslebens der kleinen Leute als auch berühmter Persönlichkeiten von Picasso bis Juliette Binoche. (Syme Sigmund)
Lustiges Basteln und ein urkomisches Ergebnis voller Phantasie. Professor Lidenbrock und sein Neffen Axel reisen – frei nach Jules Verne – über Island zum Mittelpunkt der Erde. Natürlich trotzen sie dabei auch wilden Kreaturen und fahren durch den Vesuv. (Syme Sigmund)

Zum siebzigsten Geburtstag der Reportage-Fotografin Barbara Klemm erschien dieser Bildband mit rund 200 S/W-Fotografien, die zu den ungewöhnlichsten Zeiten auf den Straßen Boliviens, Israels, Kubas, der Mongolei und Indiens sowie vielen anderen Ländern aufgenommen worden sind. Die teils hintersinnig-humorvollen Bilder erzählen fern aller Sozialromantik die Geschichten von Menschen aus aller Welt. (Syme Sigmund)

Im Großformat ein herrlich gemusterter Blickfang für jede Wand plus feinstem Geschenkpapier plus Lesezeichen – was will das Dekoherz mehr?!