Aus dem Englischen von Henning Ahrens, TB Carlsen Verlag 2020, 240 S., € 6,99, ab 11
(Stand März 2021)
Russland zur Zeit des Zaren. Feo und ihre Mutter sind Wildwolfer. Sie kümmern sich um Wölfe, die als Welpen zum Vergnügen der Adligen dienten und – einmal ausgewachsen – nicht mehr zum Schmusetier taugen, lehren die Tiere, wieder in der Wildnis zurecht zu kommen. Feo ist mit den Wölfen aufgewachsen, sie sind ihre einzigen Kameraden und sie liebt sie von ganzem Herzen, auch wenn – oder gerade weil – sie keine Schoßhunde sind. Feo weiß jede ihrer Regungen zu verstehen und die Tiere akzeptieren sie als ihresgleichen. Als einer ihrer Wölfe angeblich einen Elch des Zaren reißt, wird der grausame General Rakow auf sie aufmerksam, brennt ihre Hütte nieder und verhaftet ihre Mutter. Im tiefsten Winter macht Feo sich durch Schnee und Eis zusammen mit den Wölfen und dem Jungen Ilja auf, ihre Mutter zu befreien. Zum Glück finden sie unterwegs Freunde, die ihnen helfen. Die Kinder hecken einen fantastischen Plan aus, um das Gefängnis zu stürmen und das Land von dem tyrannischen General und seinen Schergen zu befreien. Dass die Wölfe dabei eine nicht ganz unwichtige Rolle spielen, versteht sich von selbst. (Syme Sigmund)
Leseprobe


Viele der 100 so genannten Gutenachtgeschichten beginnen mit der Erzählformel „Es war einmal ein Mädchen …“, und doch beschreiben sie die tatsächlichen Lebensgeschichten von beeindruckenden Frauen aus der ganzen Welt, von der Antike bis heute. Den biographischen Skizzen aus der Feder der beiden Autorinnen sind umwerfend schöne, Porträts zur Seite gestellt. Viele der Forscherinnen, Künstlerinnen, Sportlerinnen und Aktivistinnen mussten ihren Weg hart erkämpfen, manche waren oder sind schon zu Lebzeiten weltberühmt. Ein fantastisches Mut-Mach-Frauentableau durch alle Epochen! (Jana Kühn)
So lernen sich Marienkäfer kennen?! Deshalb quaken also Frösche?! Und hoppla, bei den Löwen geht es vielleicht zur Sache! Vom ersten Balztanz, über Paarung und Geburt bis zum Tierfamilienalltag hat Katharina von der Gathen kundig und gänzlich ohne Scheu kuriose Fakten über das Liebesleben der Tiere zusammengetragen. Anke Kuhl hat diese in bekannter Manier extrem witzig und frech illustriert. Man staunt, man kichert auch. Aber kein Grund für rote Ohren – so verrückt und vor allem vielfältig ist die Natur eben. Tierisch verliebt von A wie Aal bis Z wie Zebra – ein ganz besonderes Nachschlagewerk für die ganze Familie! 

Bei heftigstem Schneesturm schlittern Rico und Oskar am 24.12. zu Karstadt, um im letzten Moment Weihnachtsgeschenke zu besorgen. Rico kauft etwas für das Baby, das noch im Bauch seiner Mutter schwimmt und Oskar heimlich Damenunterwäsche. Was ist denn mit Oskar los, der seinem Freund alles Mögliche verschweigt und dessen Keller mit einer Wolldecke zugehängt ist? Aber auch Rico geht schon seit dem Sommer eigene Wege und hat eine Clique neuer Freundinnen und Freunde aufgetan, die sich in einem verlassenen Hinterhof in der Urbanstraße (schön wär’s!) treffen. Was alles passiert, wird hier nicht verraten. Andreas Steinhöfel hat wieder gezaubert und eine tolle Freundschaftsgeschichte voll des prallen Kinderlebens in Berlin-Kreuzberg in seinem unnachahmlichen Sound geschaffen. Peter Schössows liebevoll-feine Illustrationen setzen dann noch eins drauf. (Stefanie Hetze)
Die Autorin und Illustratorin Anne Brouillard entführt uns in den großen Wald, eine geheimnisvolle Landschaft im fernen Land der Fantasie: Chintia. Dort beginnt eine abenteuerliche Reise damit, dass der Hund Killiok den roten Zauberer Varin von Drunter vermisst. Mit seiner Freundin Veronika macht er sich auf die Suche nach dem zaubernden Freund. Keine leichte Aufgabe, denn im Großen Wald wartet so manche Überraschung. Vermisste Mooskinder, fliegende Sahneschläger und düstere Schwarzmäntler sind nur wenige Details der schier überbordenden Fantasie der Belgierin. Brouillard wechselt zwischen großzügigen Illustrationen, längeren Textstrecken und Comicstripes, wodurch auch für ganz unterschiedlich alte Kinder ein gemeinsames Vorlesevergnügen entsteht. Ebenso ungewöhnlich wie diese Form ist der traumverloren anmutende Stil der Belgierin. Mit dem detailgetreuen Kartenmaterial und den gezeichneten Zeitungsausschnitten betont sie die unzweifelbare „Echtheit“ ihrer märchenhaften Welt, die Kinder begeistern wird – auch und gerade in ihren fast gruseligen Momenten. (
Es beginnt mit einer 5 in Mathematik, der Wunsch-Adoption eines Labradors und einem abgebissenen Gummischlangenkopf. Und dabei wollte Bluma doch eigentlich nur allein ein kniffliges Problem lösen. Eigentlich. Aber alles geht schief. Erst hört keiner zu, dann macht sie etwas ziemlich Dummes und schließlich kann sie auf keinen Fall mit jemand darüber reden – oder doch?! Mit großem Feingefühl erzählt Silke Schlichtmann von Blumas liebenswertem Chaos‘ Marke Eigenbau, das sie mit viel Ideenreichtum und der einen oder anderen Notlüge geradezu filmreif verschlimmbessert. Dass es einige Missverständnisse gibt, macht die Sache nicht gerade einfacher. Freundschaft & Familie, Lüge & Wahrheit, Vertrauen & Verrat – bei all diesen Schwergewichtsthemen findet Silke Schlichtmann stets einen sowohl einfühlsamen wie humorvollen Ton, um von Blumas Nöten zu erzählen. Die erfrischend anders, in schwarz-roter Tusche und Farbstiften gezeichneten Illustrationen von Ulrike Möltgen runden dieses Kleinod stilistisch ab. (Jana Kühn)
Ja, endlich Sommer! Auch die Böckchenbande geht nun das erste Mal ins Schwimmbad. Eine aufregende Angelegenheit: erst Duschen, dann Badesachen an und endlich, endlich könnte es direkt auf die Riesenrutsche und ab ins Wasser gehen. Aber nee, der böse, dumme Troll ist auch da, stänkert rum und lässt keinen auf die Leiter. Alle Kinder schleichen sich lieber weg … Nur die Böckchen haben eine mutige Idee, wie sie den Troll austricksen können. In diesem schrägen Bilderwusel gibt es garantiert an die tausend Sachen zu entdecken, wobei die für unsere Bilderbuchaugen wohl ungewöhnliche Filz- und Farbstiftoptik perfekt zum frechen Erzählton der spannend witzigen Schwimmbadstory passt. Fazit: Herrlich durchgeknallte Sommergeschichte aus Norwegen trifft auf mutigen deutschen Kinderbuch-Verlag! (Jana Kühn)
Unzählig sind wohl die Bücher, die von der Natur übers Jahr in all ihren Veränderungen erzählen. Aber es ist eben doch ein kleines großes Wunder, das Kinder immer wieder begeistert. Umso mehr, wenn es so anschaulich, wunderschön und gleichzeitig furios witzig erzählt wird wie von Carson Ellis. In klarer Bild- und lautmalerischer Fantasiesprache (Wazn Teez?) beschreibt sie das Wachsen, Gedeihen und Vergehen einer Blume, die in dieser Metamorphose von kurios fantasievollen Insektenfiguren begleitet wird und mit ihnen gemeinsam so einige Abenteuer erlebt. Die Bilder selbst sprechen schon wunderbar für sich und so kommen nur noch wenige Worte zum Einsatz – aber wie! Dank des Übersetzerpaares Jess Jochimsen & Anja Schöne entpuppt sich der Bilderbuchspaß zum Schauen und Staunen als grandioser Vorlesespaß. (Jana Kühn)