Aus dem Englischen von Ursula Gräfe, A1 Verlag 2012, TB btb 2014
Dieses Buch ist leider nicht mehr lieferbar.
(Stand März 2021)
Alice Bhatti lebt und arbeitet als Krankenschwester in Karachi. Als Frau und Christin hat sie doppelt Anfeindungen auszustehen, doch gelingt ihr dies ausgesprochen mutig und in jedweder Hinsicht: schlagfertig. An ihrem Arbeitsplatz, dem Herz Jesu Krankenhaus, verliebt sie sich quasi wider willen in einen Polizeispitzel: Teddy Butt ist Muslim, Bodybuilder und vor allem ein großes und gefährliches Kind. Dass dies nicht gut gehen kann, scheint absehbar. Doch was und wie alles von statten geht, ist derartig aberwitzig, temporeich und tragikomisch erzählt, dass dieses Buch nur unbedingt empfohlen werden muss! (Jana Kühn)

Eine Seefahrt dreier Kinder Anfang der 1950er Jahre von Ceylon, heute Sri Lanka, über den Golf von Aden und das Rote Meer durch den Suezkanal nach England. Eine Reise aus der Kindheit in der tropischen kolonialen Welt ins kalte Ungewisse des Erwachsenenwerdens. Die drei Jungen, die jeden Tag etwas Verbotenes tun wollen, erforschen nicht nur kreativ die Geheimnisse ihrer Außenseiterkollegen am Katzentisch, sondern ebenso die aller anderen an Bord. Da gibt es von vielen schillernden Persönlichkeiten und abenteuerlichen Geschichten aus vergangenen Welten zu lesen, aber der große Erzähler Ondaatje geht weiter und schreibt auch von dem Leben danach im Exil. Ein wunderbarer Roman, unbedingt lesen. (Stefanie Hetze)
Joanna Bator gelingt es in diesem Buch den ganzen Kosmos der polnischen Plattenbau-Provinz von den Nachkriegsjahren bis in die achziger Jahre hinen wieder lebendig werden zu lassen. Anhand den Lebensgeschichten mehrerer Generationen einer Familie – aber mit Fokus auf die selbstbewusste Enkelin Dominika – enthüllt die Autorin schonungslos und mit ironischem Unterton diese ihr bestens vertraute teils skurrile, teils heimelige, teils trostlose und zutiefst spießige Welt. Ein großartiges Lesevergnügen und ein interessanter Blick in eine uns mittlerweile doch sehr ferne Realität. (Syme Sigmund)
Ferien! Wie wunderbar und endlich kann es losgehen in den Sommer. Es wird gepackt und hoffentlich nix vergessen, aber natürlich vergisst man immer irgendetwas Wichtiges. Das fällt einem dann kurz vor der Autobahn noch ein – und zurück. Dann wird lange Auto gefahren und endlich, endlich sieht man das Meer. Und jetzt Zelt aufbauen – oje, wie ging das noch mal? Ja, die Nachbarn schnarchen, es gibt zu viele Krabbeltiere, und die Spaghetti sind klebrig. Aber dafür ist es nie nie langweilig! In detailreichen Momentaufnahmen und mit viel Humor erzählt Philip Waechter von den kleinen Fallstricken und dem dennoch großen Glück des Zelturlaubs. Ein wunderbarer Bilderspaß für alle Campingfans – Wiedererkennungseffekt garantiert! (Jana Kühn)
Wieder einmal ist Saras Mutter verschwunden. Deshalb wohnt sie nun bei ihrer Großtante Louise. Damit das Mädchen nicht so allein ist – vielleicht aber auch wegen der 17 Dollar pro Tag – nimmt sie noch Angel in Pflege dazu. Stella ist selbstständig, häuslich und ordnungsliebend, Angel dagegen distanziert, aufbegehrend und provozierend. Verschiedener können zwei Mädchen wohl kaum sein und die beiden haben sich nichts zu sagen. Bis sie miteinander reden und auskommen müssen, denn eines Tages sitzt Louise tot in ihrem Sessel. Eine Meldung würde für beide bedeuten, in wieder neue Familien geschickt zu werden. Also halten sie den Tod geheim und in der Not zusammen. Doch nicht nur das. Peu à peu lernen sich die beiden Mädchen kennen und werden einander Familie. Doch wie lang kann das gutgehen? Eine wunderbare Sommer- und Freundschaftsgeschichte! (Jana Kühn)
Wütend ist jeder mal. Und wütend kann man aus den verschiedensten Gründen werden, zum Beispiel aus Enttäuschung, aus verletztem Stolz oder auf sich selbst. So geht es auch den Tieren in diesem ganz besonderen, jedem ans Herz zu legenden Vorlesebuch. Sie sind wütend, oder wollen wissen, wie es ist, wütend zu werden oder wie man es schafft, es nicht mehr zu sein. Da gibt es starke Wut, kleinen Ärger, Zorn, Raserei. Und immer umschwebt die Geschichten auch eine leichte Melancholie, eine Öffnung zur Philosophie, zum Hinterfragen und zur reinen Poesie. Dazu tragen die hervorragende Übersetzung und die wunderbaren Illustrationen ihren Teil bei. Nein, das Buch selbst macht nicht wütend, es macht glücklich. Sehr, sehr glücklich, nachdenklich und auch etwas wehmütig. (Syme Sigmund)
Gefühlt schon immer leben der 14-jährige Adrian und seine gleichaltrige Nachbarin Stella eng wie Geschwister zusammen. Nur eine Terrassentür trennt sie. Allein Stella und vielleicht noch ihre Großmutter können Adrian, der zum Leidwesen seiner Mutter wächst und wächst und auf 2,07 m zusteuert, liebevoll frozzelnd den Stress um seine Körpergröße und sein Aussehen nehmen. Stella ist sein Lebenselixier und für ihn längst nicht nur eine Kindheitsfreundin. Und dann geschieht es, Stella verliebt sich in Dato, einen zugezogenen Georgier, einen Schnösel. Es kommt noch schlimmer für Adrian. Auch Stellas Großmutter freundet sich mit Datos großer Einwandererfamilie an. Adrians Gefühlswelt gerät dramatisch ins Schleudern, zumal dazu die Ehe seiner Eltern zerbricht. Susan Kreller hat für seinen extremen Liebeskummer, seine wütende Verzweiflung und seine kaum auszuhaltenen pubertären Allmachtsphantasien eine vielschichtige Sprache frei von Kitsch und Klischees gefunden. Ob und wie er aus diesem emotionalen Desaster herauskommt, wird hier nicht verraten, selbst lesen. (Stefanie Hetze)
Menschen sind schon immerwoanders hingegangen, für kurz, für lang, für immer. Die Gründe dafür sind vielfältig: Neugier, Beruf und Liebe, aber eben auch Not, Krisen und Bedrohungen, die in Ausreise oder gar Flucht gipfeln. Besonders dem Thema der Flucht gibt das Bilderbuch viel Raum, erklärt detailliert Gründe, Wege und auch Gefahren, die dabei eingegangen werden. Und was passiert dann im Zusammenleben, wenn viele woanders herkommen, wenn jeder ein bisschen anders ist und doch alle immer auch Gemeinsamkeiten haben? Was kann schön sein und Spaß machen, wo können Schwierigkeiten liegen? Darauf haben wir gewartet! Ein Buch über Vielfalt im Zusammenleben: Vielfalt in der ethnischen Herkunft, in der Kultur, der Religion und der Sprache – ohne Zeigefinger, dafür mit Fingerspitzengefühl und Humor. Darüber kann und wird man viel reden und sich austauschen – und das ist gut so. Reinblättern! (Jana Kühn)
Opa wohnt in einem kleinen Haus inmitten von Weideland. Besuche bei Opa sind wunderbar und voller Überraschungen. Man kann im Stall bei der Schweinedame Oma schlafen, damit die sich nicht alleine fühlt, einen Aprilscherz-Wettkampf austragen, auf Schatzsuche gehen oder versuchen, sich in ein Nashorn zu verwandeln. Und immer sind alle Zutaten für Pfannkuchen im Haus. Marjolijn Hof, die in den Niederlanden schon mit vielen wichtigen Literaturpreisen ausgezeichnet wurde, erzählt zwölf kleine Geschichten – alle ein bisschen verrückt, ein bisschen nachdenklich und immer voller Witz und Humor. Ein wunderbares Buch zum Vorlesen oder zum ersten Selberlesen. (Syme Sigmund)