Roman für Kinder mit Bildern von Anke Kuhl, Beltz Verlag 2021,TB-Ausgabe, 208 S., € 8,-, ab 8
(Stand März 2022)
Eigentlich ist Helsin ein fröhliches, gut gelauntes Mädchen, aber manchmal oder eigentlich ziemlich oft überfällt es sie einfach so. Von einem Moment auf den anderen hat sie eine enorme Wut, die mit aller Macht aus ihr herausmuss. Alle aus ihrer Umgebung haben sich darauf eingestellt, ihre Eltern, ihr Freund Tom, ihre Lehrerin, die anderen in der Zwergen-Klasse. Und in genau diese kommt neu der Junge Louis, der auf Helsins ungewöhnlichen Namen Blödes reimt. Das reizt Helsin total, ihr „Spinner“ lässt sie toben und auf Rache sinnen. Was dann geschieht, soll hier nicht verraten werden, nur dass sie es bald selbst nicht mehr unter Kontrolle hat und in einen Taumel aus Schuld, Wut, Ablehnung, Reue und Sympathie gerät. Die Geschichte zwischen ihr, Louis und Tom nimmt dann so rasant und überraschend an Fahrt auf, dass die prägnant zusammenfassenden Kapitelüberschriften der Autorin mit den genial-witzigen Bildern der Illustratorin einen immer wieder Atemholen lassen und gleichzeitig zum sofortigen Weiterlesen animieren! (Stefanie Hetze)
Bei dtv gibt es das Buch ungekürzt gelesen von Eva Mattes!
Blick ins Buch

Schräg war sie schon immer. Aber jetzt soll Izzy, die jüngste Tochter der Richardsons, regelrecht durchgedreht sein. Das Haus der eigenen Familie soll sie angezündet haben. So erzählt man es sich in Shaker Heights, um nicht zu sagen, der ganze Vorort redet über nichts anderes. Darüber hinaus passierte auch lange nichts in der wohlhabenden und höchst anständigen Siedlung. Bis die unkonventionell lebende, alleinerziehende Mutter und Künstlerin Mia erst zur Mieterin, dann zur Putzfrau der Richardsons wird und ungewollt die Ruhe und Ordnung nicht nur im Haus der Familie stört. Für ihre pubertierende Tochter Pearl werden die vier, sehr unterschiedlichen Kinder der Richardsons nach jahrelangem Unterwegssein zu ersten echten Freunden. Die Sehnsucht nach einem festen Zuhause ist groß – die Widersprüche und Gegensätze sind es auch, vor allem in den Mütterbildern von denen die Autorin erzählt. Gekonnt und facettenreich lässt Celeste Ng grundverschiedene Lebensmodelle aufeinander stoßen. All diesen Konflikten nähert sich der Familienroman in sanftem Erzählton mit großen Schmökerqualitäten bis zu einem fast schon leisen Knall, infolgedessen besagtes Feuer ausbricht. (Jana Kühn)