Erstes Lernen Drehen. Mein Zuhause!

Dorling Kindersley Verlag 2021, 12 S., € 12,95, ab 2

Das Pappbilderbuch zeigt auf collageartig gestalteten Seiten aus Fotos und Illustrationen die verschiedenen Zimmer einer Wohnung. Da sitzt ein Kind im Hochstuhl, die Katze liegt auf dem Sessel und Papa saugt Staub. Über Gucklöcher und zwei Drehelemente können schon die jüngsten Kinder den Seiten die richtigen Gegenstände zuordnen. Blick ins Buch

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Souzan AlSabah, Özlem Sakalkesen (Illustr.): Samira und die Sache mit den Babys

Stolze Augen Verlag 2021, 49 S., € 18,90, ab 5

Stolze Augen ist Deutschlands erster BIPoC-Verlag. Er startet mit einem Aufklärungs- und Sexualkundebuch für Vor- und Grundschulkinder. Eingebettet in eine Rahmenhandlung, in der eine Familie Zuwachs bekommt, werden Geschlechtsteile, Befruchtung und Schwangerschaft, Geburt und allerlei Themen und Begriffe rundherum offen und anschaulich erklärt. Blick ins Buch

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Tom Percival: Sophias Sorge

Aus dem Englischen von Sophie Zeitz. Loewe Verlag 2021, Die Reihe der starken Gefühle, Bd.1, € 14,-, ab 4

Sophia ist ein quicklebendiges fröhliches Mädchen, bis sich eines Tages eine kleine Sorge in ihr Leben einschleicht, immer mehr Raum einnimmt und Sophia von dieser regelrecht gefangen ist. Erst als sie einen traurigen Jungen auf einer Parkbank kennenlernt, der von seiner Sorge gequält wird, und sie über ihre beider Sorgen sprechen und begreifen, dass alle immer mal Sorgen haben, werden sie ihre los und haben wieder Spaß. Blick ins Buch

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Felicity Brooks, Mar Ferrero: Alle anders, das sind wir!

Usborne Verlag 2021, 32 S., € 12,95

Nach Freunden, Familien & Gefühlen ist dies der vierte Band aus der Feder von Felicity Brooks und kommt wieder als herrlich wimmeliges Sachbilderbuch mit Illustrationen von Mar Ferrero daher. Die beiden schlagen einen großen thematischen Bogen: Es geht um Körper, Geschlechter, Sprachen, Familienformen usw. Ein großes, farbenfrohes Fest der Diversität mit einem Anhang samt Worterklärungen für Erwachsene und damit ein guter Einstieg in das Thema! Blick ins Buch

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Yeji Yun: Das Märchen-Memo

Laurence King Verlag 2021, € 15,90 , ab 5

(Stand Januar 2022)

Die Karten auf den Tisch, bitte! Drei wunderschön gestaltete Exemplare in der jeweils selben Hintergrundfarbe gehören hier zusammen. Alle drei zeigen Ausschnitte einer Märchengeschichte. Die Figuren haben per se einen großen Wiedererkennungseffekt, die Farben helfen jedoch zusätzlich beim Sortieren. So können Des Kaisers neue Kleider, Rotkäppchen und so mancher Märchenschatz mehr bestens nacherzählt werden. Ein Booklet hält aber auch alle Märchen zum Vorlesen bereit. (Jana Kühn)
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Rose Lagercrantz: Zwei von jedem

Mit Illustrationen von Rebecka Lagercrantz. Aus dem Schwedischen von Angelika Kutsch. Moritz Verlag 2021, 120 S., € 14,-, ab 9

(Stand November 2021)

Eli, der in Siebenbürgen in einer kleinen Stadt lebte, zusammen mit seiner Mama und seinem großen Bruder, erzählt seine Geschichte. Wie er anfing, ganz schnell zu rennen, um vor Vampiren weglaufen zu können. Wie er sich mit der gut gelaunten, immer hungrigen Luli aus seiner Klasse anfreundete, dauernd mit ihr um die Wette lief und sich ein Leben ohne sie gar nicht vorstellen konnte. Von einem gar nicht einfachen Alltag in den 1940er-Jahren, aber einem Geborgensein in Familie, Nachbarschaft und im Jüdisch-Sein. Und dann beginnt der Schrecken, Eli wird sehr krank, seine geliebte Freundin Luli zieht weit weg zu ihrem Vater in den USA. Krieg, Verfolgung und Vernichtung betreffen ihn und seine Familie. Doch seltenes Glück ist ihnen vergönnt. Als Erwachsene finden sie einander wieder, gründen in New York eine Familie, überredet Luli ihn, seine Geschichte für ihre Kinder aufzuschreiben.
Mit absolutem Gespür, was Kindern zuzumuten ist, nennt Rose Lagercrantz die Dinge beim Namen. Meisterlich hält sie dabei die feine Balance zwischen harten Fakten und der märchenhaft-berührenden Freundschaftsgeschichte mit glücklichem Ende, unterstützt durch die zarten Aquarelle ihrer Tochter Rebecka. (Stefanie Hetze)

Leseprobe

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Iris Origo: Eine seltsame Zeit des Wartens. Italienisches Tagebuch 1939/40

Aus dem Englischen von Anne Emmert, Berenberg Verlag 2021, 132 S. , € 22,-

(Stand November 2021)

Die britische Historikerin, die in ihrer Wahlheimat mit ihrem italienischen Mann ein brachliegendes Anwesen in der Toskana selbstlos in einen florierenden Landstrich verwandelte, ist eine berüchtigte klare und feinsinnige Beobachterin. In ihrem Tagebuch aus den Jahren 1039/40 fängt sie die um sich greifende große Verunsicherung und ihre Bemühungen ein, sich aus allen erdenklichen Quellen und durch den Nebel der Propaganda ein Bild der Lage zu verschaffen.
Sie dokumentiert die mentale Vorbereitung eines Volkes auf einen Krieg, den niemand will, mit einem Alliierten, dem niemand wohlgesonnen ist. Wie das vor sich geht, nimmt die Autorin mit zunehmender Irritation und Verzweiflung wahr. Sie kann den recht verbreiteten Optimismus nicht teilen und bei aller antifaschistischer Kritik herrsche dennoch eine „unerschütterliche Gewissheit“ vor, dass Italien auf die Alliierten nicht bauen könne und man keine andere Wahl hätte. Aus eindringlichen Anekdoten und großer Vielstimmigkeit wird für den Leser diese rastlose Suche nach Antworten, inmitten eines geradezu irritierend schönen Sommers, spürbar. Bleibt zu hoffen, dass auch ihr Tagebuch aus den Jahren 1943/44 wiederaufgelegt wird. (Franziska Kramer) Leseprobe

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Scott McClanahan: Crap

Aus dem amerikanischen Englisch von Clemens J. Setz, ars vivendi 2021, 195 S., € 20,-

(Stand November 2021)

Scott – trotz stark autobiographischer Züge nicht mit dem Autor zu verwechseln – wächst in West Virginia auf, in einer Familie von Berg- und Fabrikarbeitern, Kriminellen und skurrilen Freaks, bei seiner starrköpfigen Großmutter Ruby und seinem Onkel Nathan. Ruby, die 13 Kinder zur Welt gebracht hat, und Onkel Nathan, der spastisch gelähmt ist, sich so sehr eine Frau wünscht und voll Güte, Humor und Sehnsucht steckt. Krankheit und Tod gehören hier zum Leben wie Freude und Liebe. Es ist eine Welt der strukturellen Armut, die Welt von Pizza Hut und Ein-Euro-Shops, Brathuhn am Sonntag, Grubenunglücken und Förderklassen, von der McClanahan in chronologisch ungeordneten Fragmenten erzählt, und er tut dies mit so viel Zuneigung, ja Zärtlichkeit für seine Figuren, dass die Beschreibung des Grotesken, der Selbstmörder, Zwangsneurotiker und Gescheiterten, nie herablassend wirkt, nie zur Klamotte wird. Ein grandios absurdes Theater im Ticken der Zeit, voller Komik – bis einem immer wieder das Lachen im Hals stecken bleibt.
Übersetzt wurde der Roman von dem 2021 mit dem Büchner-Preis ausgezeichneten großen Sprachkünstler Clemens J. Setz. (Syme Sigmund) Leseprobe

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Emine Sevgi Özdamar: Ein von Schatten begrenzter Raum

Suhrkamp Verlag 2021, 763 S., € 28,-, TB 2023, € 15,-

(Stand Februar 2024)

Ein einzigartiger Roman, der – zum Glück – in keine Schublade passt. Die Ich-Erzählerin, das Alter Ego der Autorin, eine junge intellektuelle Schauspielerin, will an den besten Theatern Europas, das sind in den 70ern des vergangenen Jahrhunderts Bühnen in Ostberlin, Paris und Bochum, arbeiten, lernen und sich weiterentwickeln. Ihr Talent, ihre Kreativität und Hingabe werden allerorten geschätzt, nur ist sie keine Muttersprachlerin, hat sie als Türkin ohne längeres Bleiberecht keine stabile Perspektive. Zurückkehren geht angesichts der politischen Lage zuhause auch nicht. Das ist die Ausgangssituation für einen der ungewöhnlichsten Romane dieser Zeit, in dem es um die ganz großen Themen wie Politik, Gewalt, Heimat und Zugehörigkeit geht, den Grenzen und Schatten, aber ebenso um die feinen Momente, die Räume der Begegnungen, Freundschaften, Künste, der Liebe, der Sprachen.
Poesie, Verdichtung, Phantasie, Spielen, Improvisieren, Menschenfreundlichkeit und vielfältige Lektüren sind die Instrumente, die die Protagonistin immer wieder retten, und die sie als Stilmittel in ihrem Buch unkonventionell einsetzt und zu einer atemberaubenden, inspirierenden Literatur verwandelt. (Stefanie Hetze) Leseprobe

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Nella Larsen: Seitenwechsel

Aus dem Amerikanischen von Adelheid Dormagen mit einem Nachwort von Fridtjof Küchemann, Dörlemann 2021, 224 S., € 20,-

(Stand Oktober 2021)

Irene und Clare sind im gleichen Viertel aufgewachsen. Sie haben afroamerikanische Wurzeln, die nicht auffällig sind. Beide Frauen sind hellhäutig, womit sie sich als Schwarze in den Vereinigten Staaten der 1920er Jahre gewisse Privilegien erlauben können, zum Beispiel die Seite wechseln und sich als Weiße präsentieren. Genau das tut Clare, indem sie einen reichen weißen Rassisten heiratet, der nichts über ihre Herkunft weiß. Irene dagegen lebt mit ihrem Mann in Harlem und befasst sich intensiv mit der politischen Lage der Gemeinde.
Die Wege der zwei Frauen haben sich längst getrennt, als eine zufällige Begegnung in einer Teestube sie wieder in Kontakt miteinander bringt. Schnell erblüht ihre alte Freundschaft, allerdings ist nicht alles eitel Sonnenschein …
In einer schnellfließenden, leicht zu lesenden Prosa berichtet Larsen über komplexe soziopolitische Themen, die immer noch relevant sind. Dieses Buch lässt sich auf einen Zug lesen und bleibt dann lange in den Gedanken. (Giulia Silvestri)

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