Mit Fotografien von Mikkel Adsbøl. Aus dem Dänischen von Nicola T. Stuart, Verlagshaus Jacoby & Stuart 2021, 208 S., € 25,-
(Stand Januar 2022)
Zwei dänische Musiker, die auf ihren vielen Konzertreisen ihre Liebe zur geschmacksintensiven grünen Küche des Mittelmeerraums und des Nahen Ostens entdeckten, haben sich mit einem kulinarisch-kulturellen Projekt, einem Zitronengarten in Andalusien, einen Traum erfüllt. In ihrem Garden of Lemons spielt die Zitrusfrucht die Hauptrolle bzw. gibt sie vielen Gerichten den entscheidenden, köstlichen Kick. In ihrem überaus schönen, rein vegetarischen Kochbuch versammeln sie ihre besten, immer alltagstauglichen Rezepte: darunter viele Dips und Aufstriche, substanzielle Gemüsegerichte wie Blumenkohl in Gänze im Ofen gebacken oder Chicoréegratin mit Mandelcreme, sowie verführerisches Süßes mit dem gewissen Extra der Zitrone wie eine Leichte Zitronencreme mit Himbeeren. Einfach lecker und ohne Aufwand selbst zu kochen. (Stefanie Hetze)

Dieser handliche Kalender zum Aufstellen bringt die vielen Facetten und Grautöne Berlins in 53 hinreißend schönen Schwarz-Weiß-Fotografien zum Leuchten. Er kombiniert Architekturfotos mit Straßenszenen und mit Details aus dem Stadtraum ganz unterschiedlicher Fotograf:innen. Dazu werden jede Woche die Unesco-Welttage genannt. Der große Mehrwert: jede Woche gibt es eine Postkarte zum Abtrennen, Verschicken oder Selbstbehalten! (Stefanie Hetze)
Vor gut 20 Jahren zog die britisch-amerikanische Kunstkritikerin und Neuberlinerin mit ihrem Mann an einen unwirtlichen Ort, eine riesige Wohnung in einem Gründerzeithaus am Landwehrkanal. Der Traum vom familiären Glück erfüllte sich nicht, ein Wasserschaden tat sein Übriges. Sie fing an, auf ihre Situation, ihre sie unmittelbar umgebende Wohnung und den Kanal sowie den weiten Berliner Horizont zu schauen. Und wie sie das tut! Als Kunsthistorikerin, die genauestens beschreibt, was sie wahrnimmt, die umfassend recherchiert, liest, kartografiert und kombiniert. Und die mit ihrer Perspektive als Zugezogene keine Angst vor unkonventionellen Methoden wie eine Feng Shui-Analyse Berlins hat, und die sich bei den Menschen, über die sie forscht und schreibt, nicht bei den üblichen Verdächtigen aufhält, sondern gerade auch Unbekannte, Frauen in ihren Fokus rückt. So ist ein Berlinbuch der ganz besonderen Art entstanden, absolut lesenswert, auch für Urberliner:innen. (Stefanie Hetze)
Wer waren sie, die Riesen der Geistesgeschichte, die Universalgelehrten, jene, die sich für das gesamte Wissen ihrer Zeit interessierten? In einem Zusammenspiel von chronologischen historischen Abrissen und biografischen Portraits führt Peter Burke uns von der Antike, China und der islamischen Welt über Mittelalter, Renaissance und Aufklärung bis in die heutige Zeit. Wir erfahren, welche Voraussetzungen die meisten der „Genies“ mit sich brachten – z.B. finanzielle Unabhängigkeit und damit Zeit, aber auch eine spielerische, riesige Neugierde – und begeben uns damit auch auf eine Reise durch die Geschichte des Wissens. Gottfried Wilhelm Leibniz oder Leonardo da Vinci werden dabei ebenso erwähnt wie Hildegard von Bingen, Jürgen Habermas oder Susan Sontag. (Syme Sigmund)
Die farbenfrohen ABC Karten zeigen ein buntes und vielfältiges Berlin. Mit ihnen können spielerisch und gemeinsam Geschichten erdacht und erzählt werden, und ganz nebenbei kann das Alphabet erlernt werden. Die vielfältigen Karten laden zudem ein, die für Kinder besonders interessanten Orte der Stadt zu entdecken.
Wenn sich ein Kind ein Geschwisterkind wünscht, dieses aber auf sich warten lässt, ist es doch ungemein praktisch, wenn wenigstens in der Nachbarschaft ein Baby wohnt. Hier ist es Bruno aus dem Erdgeschoss, der wohnt dort mit seinen beiden Mamas und die freuen sich immer über Hilfe. So sieht es zumindest das babysittende Kind aus dem 5. Stock, aus dessen Ich-Perspektive Johanna von Horn diese sehr lustige Geschichte erzählt. Wickeln, füttern, baden … alles kein Problem für das selbstbewusste Babysitter-Kind, das genderneutral dargestellt ist. Charlotte Ramel hat mit ihrem krakeligen Strich und Vintage-Foto-Collage-Elementen sehr passende, freche Illustrationen dazu gestaltet. Ein ganz beiläufig vielfältiger Spaß!
Kein Kinderbuch ist dieses, sondern der Untertitel beschreibt es klar: Eine Anleitung für Eltern und Erwachsene! Dennoch möchten wir es hier gerne vorstellen – denn die meisten hier Lesenden haben ja mit Kindern zu tun. Auf wenigen Seiten und in einfacher Sprache wird zunächst das System struktureller Rassismus erklärt. Weiterführend wird anhand von konkreten Vorschlägen gezeigt, wie man dies Kindern und Jugendlichen in verschiedenen Altersgruppen verständlich machen kann. Es richtet sich dabei sowohl sensibilisierend an weiße Personen als auch empowernd an BIPoCs.
Mimi wird in der Schule von älteren Jungs gemobbt. Laut Schulregel darf sie nicht zurückschlagen. Aber auch ihnen aus dem Weg zu gehen hilft nicht. Ihr Opa, der früher geboxt hat, zeigt ihr, wie sie sich erfolgreich wehren kann. Empowernd.
Elifs Mama ist schwanger. Die ganze Familie ist voller Vorfreude, die Oma extra angereist. Aufgeregt trägt Elif die Neuigkeit in die Kita, wo sie von der Erzieherin aufgegriffen wird. Sie erklärt den neugierigen Kindern, wie das Baby in den Bauch kommt. Eingebunden in diese Rahmenhandlung erklärt das zweisprachige Aufklärungsbuch in großformatigen Schaubildern und einfachen Texten die Themen Sexualität, Schwangerschaft und Geburt – bleibt binär! Eine ebenso zweisprachige Handreichung / Elternbroschüre liegt dem Buch bei.