Josephine Apraku / Le Hong (Illustr.): Wie erkläre ich Kindern Rassismus? Rassismussensible Begleitung und Empowerment von klein auf.

Familiar Faces, überarbeitete Neuauflage 2021,  78 S., € 12,90

Kein Kinderbuch ist dieses, sondern der Untertitel beschreibt es klar: Eine Anleitung für Eltern und Erwachsene! Dennoch möchten wir es hier gerne vorstellen – denn die meisten hier Lesenden haben ja mit Kindern zu tun. Auf wenigen Seiten und in einfacher Sprache wird zunächst das System struktureller Rassismus erklärt. Weiterführend wird anhand von konkreten Vorschlägen gezeigt, wie man dies Kindern und Jugendlichen in verschiedenen Altersgruppen verständlich machen kann. Es richtet sich dabei sowohl sensibilisierend an weiße Personen als auch empowernd an BIPoCs. Blick ins Buch

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Ayşe Can & Ceylan Maurer: Elif bekommt ein Geschwisterchen | Elif’in Bir Kardesi Olacak

migo Verlag 2020, 32 S., € 14,-, ab 5

Elifs Mama ist schwanger. Die ganze Familie ist voller Vorfreude, die Oma extra angereist. Aufgeregt trägt Elif die Neuigkeit in die Kita, wo sie von der Erzieherin aufgegriffen wird. Sie erklärt den neugierigen Kindern, wie das Baby in den Bauch kommt. Eingebunden in diese Rahmenhandlung erklärt das zweisprachige Aufklärungsbuch in großformatigen Schaubildern und einfachen Texten die Themen Sexualität, Schwangerschaft und Geburt – bleibt binär! Eine ebenso zweisprachige Handreichung / Elternbroschüre liegt dem Buch bei.
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Erstes Lernen Drehen. Mein Zuhause!

Dorling Kindersley Verlag 2021, 12 S., € 12,95, ab 2

Das Pappbilderbuch zeigt auf collageartig gestalteten Seiten aus Fotos und Illustrationen die verschiedenen Zimmer einer Wohnung. Da sitzt ein Kind im Hochstuhl, die Katze liegt auf dem Sessel und Papa saugt Staub. Über Gucklöcher und zwei Drehelemente können schon die jüngsten Kinder den Seiten die richtigen Gegenstände zuordnen. Blick ins Buch

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Souzan AlSabah, Özlem Sakalkesen (Illustr.): Samira und die Sache mit den Babys

Stolze Augen Verlag 2021, 49 S., € 18,90, ab 5

Stolze Augen ist Deutschlands erster BIPoC-Verlag. Er startet mit einem Aufklärungs- und Sexualkundebuch für Vor- und Grundschulkinder. Eingebettet in eine Rahmenhandlung, in der eine Familie Zuwachs bekommt, werden Geschlechtsteile, Befruchtung und Schwangerschaft, Geburt und allerlei Themen und Begriffe rundherum offen und anschaulich erklärt. Blick ins Buch

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Tom Percival: Sophias Sorge

Aus dem Englischen von Sophie Zeitz. Loewe Verlag 2021, Die Reihe der starken Gefühle, Bd.1, € 14,-, ab 4

Sophia ist ein quicklebendiges fröhliches Mädchen, bis sich eines Tages eine kleine Sorge in ihr Leben einschleicht, immer mehr Raum einnimmt und Sophia von dieser regelrecht gefangen ist. Erst als sie einen traurigen Jungen auf einer Parkbank kennenlernt, der von seiner Sorge gequält wird, und sie über ihre beider Sorgen sprechen und begreifen, dass alle immer mal Sorgen haben, werden sie ihre los und haben wieder Spaß. Blick ins Buch

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Felicity Brooks, Mar Ferrero: Alle anders, das sind wir!

Usborne Verlag 2021, 32 S., € 12,95

Nach Freunden, Familien & Gefühlen ist dies der vierte Band aus der Feder von Felicity Brooks und kommt wieder als herrlich wimmeliges Sachbilderbuch mit Illustrationen von Mar Ferrero daher. Die beiden schlagen einen großen thematischen Bogen: Es geht um Körper, Geschlechter, Sprachen, Familienformen usw. Ein großes, farbenfrohes Fest der Diversität mit einem Anhang samt Worterklärungen für Erwachsene und damit ein guter Einstieg in das Thema! Blick ins Buch

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Yeji Yun: Das Märchen-Memo

Laurence King Verlag 2021, € 15,90 , ab 5

(Stand Januar 2022)

Die Karten auf den Tisch, bitte! Drei wunderschön gestaltete Exemplare in der jeweils selben Hintergrundfarbe gehören hier zusammen. Alle drei zeigen Ausschnitte einer Märchengeschichte. Die Figuren haben per se einen großen Wiedererkennungseffekt, die Farben helfen jedoch zusätzlich beim Sortieren. So können Des Kaisers neue Kleider, Rotkäppchen und so mancher Märchenschatz mehr bestens nacherzählt werden. Ein Booklet hält aber auch alle Märchen zum Vorlesen bereit. (Jana Kühn)
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Rose Lagercrantz: Zwei von jedem

Mit Illustrationen von Rebecka Lagercrantz. Aus dem Schwedischen von Angelika Kutsch. Moritz Verlag 2021, 120 S., € 14,-, ab 9

(Stand November 2021)

Eli, der in Siebenbürgen in einer kleinen Stadt lebte, zusammen mit seiner Mama und seinem großen Bruder, erzählt seine Geschichte. Wie er anfing, ganz schnell zu rennen, um vor Vampiren weglaufen zu können. Wie er sich mit der gut gelaunten, immer hungrigen Luli aus seiner Klasse anfreundete, dauernd mit ihr um die Wette lief und sich ein Leben ohne sie gar nicht vorstellen konnte. Von einem gar nicht einfachen Alltag in den 1940er-Jahren, aber einem Geborgensein in Familie, Nachbarschaft und im Jüdisch-Sein. Und dann beginnt der Schrecken, Eli wird sehr krank, seine geliebte Freundin Luli zieht weit weg zu ihrem Vater in den USA. Krieg, Verfolgung und Vernichtung betreffen ihn und seine Familie. Doch seltenes Glück ist ihnen vergönnt. Als Erwachsene finden sie einander wieder, gründen in New York eine Familie, überredet Luli ihn, seine Geschichte für ihre Kinder aufzuschreiben.
Mit absolutem Gespür, was Kindern zuzumuten ist, nennt Rose Lagercrantz die Dinge beim Namen. Meisterlich hält sie dabei die feine Balance zwischen harten Fakten und der märchenhaft-berührenden Freundschaftsgeschichte mit glücklichem Ende, unterstützt durch die zarten Aquarelle ihrer Tochter Rebecka. (Stefanie Hetze)

Leseprobe

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Iris Origo: Eine seltsame Zeit des Wartens. Italienisches Tagebuch 1939/40

Aus dem Englischen von Anne Emmert, Berenberg Verlag 2021, 132 S. , € 22,-

(Stand November 2021)

Die britische Historikerin, die in ihrer Wahlheimat mit ihrem italienischen Mann ein brachliegendes Anwesen in der Toskana selbstlos in einen florierenden Landstrich verwandelte, ist eine berüchtigte klare und feinsinnige Beobachterin. In ihrem Tagebuch aus den Jahren 1039/40 fängt sie die um sich greifende große Verunsicherung und ihre Bemühungen ein, sich aus allen erdenklichen Quellen und durch den Nebel der Propaganda ein Bild der Lage zu verschaffen.
Sie dokumentiert die mentale Vorbereitung eines Volkes auf einen Krieg, den niemand will, mit einem Alliierten, dem niemand wohlgesonnen ist. Wie das vor sich geht, nimmt die Autorin mit zunehmender Irritation und Verzweiflung wahr. Sie kann den recht verbreiteten Optimismus nicht teilen und bei aller antifaschistischer Kritik herrsche dennoch eine „unerschütterliche Gewissheit“ vor, dass Italien auf die Alliierten nicht bauen könne und man keine andere Wahl hätte. Aus eindringlichen Anekdoten und großer Vielstimmigkeit wird für den Leser diese rastlose Suche nach Antworten, inmitten eines geradezu irritierend schönen Sommers, spürbar. Bleibt zu hoffen, dass auch ihr Tagebuch aus den Jahren 1943/44 wiederaufgelegt wird. (Franziska Kramer) Leseprobe

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