Max Annas: Der Hochsitz

Rowohlt 2021, 272 S., € 22,-

Osterferien 1978, ein Dorf in der Eifel, nahe der Grenze zu Luxemburg. Die beiden zehnjährigen Mädchen Sanne und ihre beste Freundin Ulrike zieht es immer wieder zu ihrem Versteck, dem Hochsitz im Wald. Hier werden sie nicht gesehen, bekommen aber so allerhand mit. Nicht nur die Autos mit den heimlichen Liebespaaren, sondern auch die beiden fremden Frauen, die hier immer wieder auftauchen. Als die Freundinnen in einer Nacht direkt vor Sannes Haus einen Mord beobachten, sind sie die einzigen, die die dunkle Gestalt sehen, die sich sofort danach entfernt. Da ihnen keiner glaubt, müssen sie eben auf eigene Faust ermitteln.
Max Annas hat hier einen echten Krimi mit überraschender Auflösung geschrieben. Doch Der Hochsitz ist mehr als das. Tief taucht man ein in die Atmosphäre der westdeutschen Provinz der siebziger Jahre einschließlich der RAF-Suchplakate im Postamt, Fußball-WM-Sammelalben mit Hanuta-Klebebildern und Bonanza-Rad.
Ein spannendes und – dank der Gewitztheit der Hobbydetektivinnen und dem Erzähltalent von Annas – äußerst kurzweiliges Lesevergnügen. (Syme Sigmund) Leseprobe

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