Die Lange Buchnacht findet am Samstag, den 29. Juni 2024 zum 25. Mal statt. Für uns ist eine ganz besondere, denn zum einen feiert die Dante Connection ihr 30jährigen Jubiläum, zum anderen steht die Übergabe der Buchhandlung von Inhaberin Stefanie Hetze an ihre Kolleginnen Katharina Bischoff, Kerstin Follenius & Jana Kühn am 1. Juli 2024 unmittelbar bevor.
Wir feiern mit einem Programm für Groß und Klein!
nachmittags, um 16 Uhr im Projektraum O45 / Oranienstraße 45 
Antje Bones: Hast du Zeit?
Eine Bilderbuch-Lesung plus Workshop für Kinder ab 5 und ihre Erwachsenen.
Antje Bones stellt Fragen, die verschiedene Facetten von Zeit beleuchten: Hat man Zeit? Oder wie nimmt man sie sich? Wann ist gleich? Wann sofort? Was sind Pünktlichkeit, Ewigkeit, Lebenszeit? Den Fragen beigestellt erzählen leuchtende Farbstiftzeichnungen von Nele Palmtag aus dem Leben einer quirligen Familie. Der Trubel am Morgen, die Radfahrt am Nachmittag, das Gartenfest bei Oma.
abends, um 20 Uhr in der Dante Connection
30 Jahre Dante Connection!
Wir feiern Abschied und Neuanfang mit einem literarischen Überraschungsmedley.
Wenn Buchhandlungen erzählen könnten… wir feiern 30 Jahre Buchhandlung Dante Connection am Oranienplatz und laden Autor*innen, Übersetzer*innen und Weggefährt*innen ein ihre Dante-Geschichte mit uns zu teilen. Die lange Buchnacht 2024 liegt günstig dieses Jahr: Am 29.6. übergibt Stefanie Hetze – übrigens eine Mitinitiatorin der Langen Buchnacht – die Schlüssel der Buchhandlung an ihre Nachfolgerinnen. Wir begehen die letzte Schicht der Chefin mit einem literarischen Medley aus den vergangenen 30 Jahren – Kurzlesungen, Anekdoten, Grüße von Kiezgrößen und anderen Nachbar*innen. Offene Veranstaltung ab 20 Uhr

Mit dem Inhaberinnenwechsel am 1. Juli 2024 wird der Projektraum O45 -als Veranstaltungsort für die Dante Connection in den Fokus rücken.
Hinrich Schmidt-Henkel ist preisgekrönter Übersetzer aus dem Französischen, Norwegischen, Italienischen, Englischen und Dänischen.
Ein Best-Off zu dem wir herzlich einladen!
Irgendwann hat Mely Kiyak buchstäblich an die Pforte der Benediktinerinnen in Fulda geklopft und sich Einlass verschafft mit ihrem Begehren, genau von diesen Klosterfrauen gärtnern zu lernen. Schon seit den vierziger Jahren betrieben diese Nonnen Garten und Landwirtschaft in naturnaher Mischkultur, hatten ein biologisches Gartenwundermittel entwickelt. Sie waren Gärtnerinnen durch und durch. Die Chemie zwischen den Expertinnen und der Praktikantin stimmte. Immer wieder und in langen Zeiträumen lernte und arbeitete Mely Kiyak bei ihnen, enge Freundschaften ohne Scheuklappen entstanden. Als Dank schenkte die Autorin dieser besonderen Gemeinschaft ein Buch über die Geschichte ihres Gartens. Der charmant-respektvolle Text, nun überarbeitet und mit einem persönlichen Nachwort Mely Kiyaks wieder aufgelegt, feiert diese Klosterfrauen: als tatkräftige Feministinnen und grandiose Visionärinnen mit genialen Marketingideen, immer gepaart mit Menschlichkeit und viel Humor. Leichtfüßig und zutiefst zugewandt hat die Autorin ihre Liebeserklärung an diese Frauen verfasst. Ein großes Leseglück! (Stefanie Hetze)
Ada ist anders, als die anderen. Das merkt sie im Kindergarten, in der Schule, als Erwachsene. Auf die Frage, woher sie kommt, weiß sie keine Antwort. Sie weiß nur, dass man da, wo sie herkommt stauchen statt treten und heben statt halten sagt. Die Frage nach der Dazugehörigkeit ist das Leitmotiv, an dem entlang Dilek Güngör durch Adas Leben mäandert. Unchronologisch erzählt sie in manchmal sehr konkreten, manchmal abstrakten Miniaturen von Adas Erleben einer Welt, die ihre Welt, ihr Alltag ist und in der sie sich doch oft als Gast, anders, fremd fühlt.
Die feministische Autorin und Intellektuelle bell hooks steht für außergewöhnliche Sachbücher, in denen sie sich richtungsweisend mit Geschlecht, Liebe, Klasse und Race auseinandersetzt. Endlich erscheint in deutscher Übersetzung ihr Memoir über ihre Kindheit, das im Original bereits 1996 erschien und in dem sie ihre großen Themen literarisch verdichtet. In kurzen Kapiteln erzählt sie vom Aufwachsen in einer armen Schwarzen Familie, in der viel Gewalt herrscht, in der die Mutter aber dennoch versucht, ihren Kindern mehr als Nahrung und Kleidung zu bieten. Nur bei dieser Tochter, die so sehr ihren eigenen Kopf hat, scheitert sie und sondert sie regelrecht aus. Als Kind schon Außenseiterin in der eigenen Familie retten sie die Bücher und die Erzählungen ihrer Vorfahren. Notgedrungen beginnt sie früh aus ihrer isolierten Position heraus, für sich nachzudenken und eigene Sichtweisen zu entwickeln. In ihren Erinnerungen wechselt sie dabei zwischen der Innenperspektive und einem Blick von Außen, erzählt so ganz persönlich von sich und objektivierend von vielen US-amerikanischen Schwarzen Mädchen ihrer Zeit. Das ist anregend, klug, großartig. (Stefanie Hetze)
Nach dem großen Erfolg von Alle zählen ist nun mit Alle Reisen ein ebenbürtiger, zweiter Band der norwegischen Künstlerin Kristin Roskifte erschienen, der nach dem gleichen Prinzip des Zählens und Erzählens, des Suchens und Entdeckens, des Vor- und Zurückblätterns funktioniert. Menschen träumen von Reisen, sie bereiten sie vor. Reisen finden in der Fantasie statt oder in der Erinnerung. Sie führen zu Aussichtspunkten, einmal um die Ecke oder in die weite Welt – manchmal auch in eine Buchhandlung. Die zahlreichen Geschichten des wiederum opulenten und in seinem Personal ausgesprochen vielfältig gestalteten Bildbandes bleiben in Text und Bild offen und laden regelrecht ein, weitergesponnen zu werden. Bilderreisen können nämlich ganz hervorragend im Kopf stattfinden. Ein Füllhorn schier endlos angeregten Bilderbestaunens, wir sind wieder große Fans! (Jana Kühn)