Virginie Despentes: Das Leben des Vernon Subutex

Aus dem Französischen von Claudia Steinitz, Kiepenheuer & Witsch 2017, 399 S., € 22,-

Despentes_Virginie_Das_Leben_des_Vernon_Subutex_Dante_Connection_BuchhandlungVernon Subutex hatte jahrelang den angesagten Plattenladen Revolver, in dem er Rock- und Punkfans, Schwätzer, Musiker, Metaller und andere Maniacs versorgte und selbst am Puls der Zeit sowie Frauenschwarm war. Irgendwann um die Jahrtausendwende schlägt die Krise zu, muss Vernon schließen. Steuerfrei verscherbelt er im Netz letzte Devotionalien, bis nichts mehr da ist. In einem Paris, in dem man nur mit von der Familie gekauftem Wohneigentum überleben kann, schmeißt der Gerichtsvollzieher ihn aus seiner Wohnung und muss er ohne Geld und mit Lügengeschichten bei mehr oder wenig guten Bekannten unterschlüpfen. Es sind Leute, meist Frauen, aus der Musik-, Film- und Medienbranche, die mit allen erdenklichen Mitteln Glanz und Aufmerksamkeit wollen und eigentlich schon zu alt sind für all diese Spielchen und Maskeraden. Immer weiter um diese Szene dehnt Virginie Despentes ihr Panorama aus, treten Gescheiterte und Verbitterte aus vielen Schichten auf. Gnadenlos und in einer brillant-direkten Sprache seziert sie wie ein Paukenschlag das heutige Frankreich.

Vernon Subutex endet als Obdachloser. Mal sehen, wie es mit ihm weitergeht? Band 2 der Trilogie folgt im Februar. (Stefanie Hetze)

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