Einaudi 2021, pp. 176, ca € 23,-
(aggiornato gennaio 2022)
Ogni anno in cui esce una sua nuova opera è un anno bello per chi ama leggere. Acuto, colto, paradossale, capace di inquietare e divertire nello spazio di poche righe, con questa raccolta di testi brevi Michele Mari si conferma uno dei migliori scrittori italiani contemporanei. Racconti epistolari, cataloghi, trattati, apologhi, aforismi, dialoghi: tutto questo e molto altro ancora si trova in questo prezioso libro; il basso si accosta all’alto, la scrittura è ricercata e immediata allo stesso tempo.
Ancora una volta questo autore sopraffino ci fa assaporare il piacere della narrazione, ci invita a giocare con la letteratura. Maestoso almeno tanto quanto le rovine di Sferopoli! (Giulia Silvestri)

Oggetti contenenti moltitudini: i libri. Questa colorata rivista parla proprio di loro, raccontando come vengono concepiti, elaborati, distribuiti e proposti questi antichi oggetti di carta. Si parte dalla stessa carta (cos’è, come si produce, come si presta alla costruzione di libri, ecc.) e si arriva a delineare profili di ladri di libri (cosa rubano, perché lo fanno, quali metodi usano), passando per numerosi aneddoti, interviste, excursus storici e spiegazioni di ogni tipo.
Ein junger Journalist wandert durch die Ruinen zerbombter Städte. Sein Name ist Stig Dagerman, er ist 23 Jahre alt, Schwede und wurde im Herbst 1946 nach Deutschland geschickt, um über die Zustände in den deutschen Städten nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zu berichten. Wochenlang beobachtet Dagerman, stellt Fragen, steigt in Keller und Unterkünfte hinab, um die dort lebenden Menschen zu treffen und mit ihnen zu reden. Es entstehen tiefgehende Texte und Reflexionen über Leid und Angst, Hass und Schuld, die ein eindrückliches Zeugnis über die Folgen der deutschen Niederlage und das Schicksal Europas abgeben. Ein wirklich einzigartiges Buch, das viel mehr als eine wunderbar geschriebene Reportage ist, ein wertvolles Zeitdokument, das selten zu finden ist. (Giulia Silvestri)
Sizilien Ende des 17., Anfang des 18. Jahrhunderts – für die Bevölkerung gab es keinerlei Spielräume. Je nach sozialer Zugehörigkeit war das Leben mehr oder weniger vorherbestimmt. Für Frauen war es noch schlimmer, selbst wenn sie dem Adel angehörten. Die Inquisition trieb dazu ihr unberechenbares Unwesen. Ducken und Mitmachen waren an der Tagesordnung, jedes Abweichen von der Regel lebensgefährlich. Und doch gab es mutige Frauen, die sich dem widersetzten. Maria Attanasio stellt in „Stark wie nur eine Frau“ zwei historisch belegte Frauen aus ihrer Heimatstadt Caltagirone vor, die sich, beide aus unterschiedlichen Klassen stammend, nicht beugten, sondern konsequent ihre eigenen Vorhaben verfolgten. Für beider revolutionärer Versuche in Richtung eines selbstbestimmten Lebens hat die Autorin ganz eigene Erzählweisen gefunden, die Dokumentarisches mit Fiktivem verknüpfen sowie Perspektiven von damals und heute aufeinander beziehen. Die herausragende Übersetzung von Judith Krieg und Monika Lustig verstärkt aufs Geschmeidigste diese anregende Beschäftigung mit sizilianischer Diversität von vor weit über 300 Jahren. (Stefanie Hetze)
Banine wurde 1905 in Baku geboren, in eine Familie, die durch Ölvorkommen auf ihrem Land eine der reichsten der Stadt war. Ihre Kindheit ist geprägt durch traditionell muslimische Strukturen – verkörpert in ihrer strenggläubigen Großmutter -, die von der Generation ihrer Eltern langsam kosmopolitisch aufgebrochen werden. So hat Banine ein deutsches Kindermädchen, lernt Klavier und Französisch. Mit der Oktoberrevolution 1917 verliert die Familie ihre Besitztümer, beginnt eine Zeit der Unsicherheit mit Flucht nach Georgien, Rückkehr nach Baku und schließlich – mit 19 Jahren und unglücklich mit einem 20 Jahre älteren Mann verheiratet, den sie nicht liebt – die Ausreise über Konstantinopel nach Paris, wo Banine endlich die ersehnte Freiheit leben konnte und bis zu ihrem Tod bleiben sollte.
In einer Lagunenstadt namens Celestia, die sehr an Venedig erinnert, sind ein Junge und ein Mädchen auf der Flucht. Nach einer großen Invasion aus dem Meer ist die uralte steinerne Insel, auf der Celestia liegt, zu einem Zufluchtsort für alle Arten von Kriminellen, Schmugglern und anderen seltsamen Figuren geworden. Dora und Pierrot wollen herausfinden, was hinter den Grenzen der Insel liegt, und so begeben sie sich auf ein Abenteuer.
„Leiste keinen vorauseilenden Gehorsam“, mit diesem überaus wichtigen Appell gegen Obrigkeitshörigkeit, beginnt Timothy Snyders bereits 2017 erschienenes Plädoyer gegen Populismus und Autoritarismus. Die preisgekrönte Illustratorin Nora Krug hat aus Timothy Snyders 20 Lektionen für den Widerstand nun ein aufrüttelndes aufregendes Kunstwerk geschaffen. Collagen aus Snyders Texten, ihren großformatigen Zeichnungen, kleinen Vignetten und teils kolorierten Fotofundstücken aus diversen historischen Situationen und Ländern machen die Dringlichkeit, sich sofort und überall gegen Tyrannei und ihre Vorzeichen zur Wehr zu setzen, noch plastischer. Viel Stoff und Anregung zum politischen Handeln, gerade für Jugendliche und junge Erwachsene. (Stefanie Hetze)
Die Geschichte der Entstehung einer der radikalsten wissenschaftlichen Entdeckungen des 20. Jahrhundert beginnt auf einer kahlen Insel in der Nordsee. Werner Heisenberg befand sich auf Helgoland, als er 1925 erst ahnte, was die Basis zur Quantenphysik ausmachen würde. Seine Eingebung führte zu einer revolutionären Theorie, die heute noch als Grundlage für zahllose technologische Fortschritte gilt. In einer Sprache, die sowohl für den wissenschaftlich Unerfahrenen als auch für den Experten geeignet ist, erklärt Carlo Rovelli diese geheimnisvolle Theorie. Zwischen witzigen Anekdoten, Verwunderung und detaillierten Beschreibungen ermöglicht er den Leser*innen, den theoretischen und praktischen Wert der Quantenphysik zu verstehen. Kann ein Sachbuch über Physik so spannend wie ein Abenteuerroman sein? Die Antwort ist: Ja! (Giulia Silvestri)