Tamara Bach: Sankt irgendwas

Carlsen Verlag 2020, 128 S., 13,- €, ab 14

Bach Sankt irgendwas_Danteperle_Dante_Connection Buchhandlung Berlin KreuzbergKeiner weiß, was passiert ist auf der Klassenfahrt der 10 b. In Sankt … – na Sankt irgendwas, da waren sie wohl, es findet ein dringlicher verpflichtender Elternabend statt, alles andere ist Spekulation.
Die Schüler haben Tagesprotokolle geschrieben, erst offiziell, dann geheim geführt, zur Dokumentation des autoritär-unflexiblen Verhaltens von Klassenlehrer Utz, der ohne Verständnis, mit Vorurteilen gegen einzelne und Beharren auf dem übervollen Tagesplan die Klasse immer mehr gegen sich aufbringt, bis sie geschlossen Widerstand leistet und schließlich mal versteckt, mal offen Unterstützung erfährt, durch die Köchin der Herberge oder den Fahrer ihres Reisebusses.
Tamara Bach ist eine Großmeisterin der kurzen Form und auch in ihrem neuen Roman stellt sie ihr Können unter Beweis, trifft sie den richtigen Sound der heutigen Jugend und schreibt ganz nebenbei ein Gleichnis auf autoritäre Strukturen und den unbedingt nötigen Widerstand dagegen. Ein packendes, auf leichten Sohlen daherkommendes Buch, mit einer gerade in heutiger Zeit wichtigen Botschaft. (Syme Sigmund) Leseprobe

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Martin Muser: Kannawoniwasein! Manchmal kriegt man einfach die Krise

Carlsen Verlag 2020, 160 S., € 12,-, ab 10

Muser_Martin_Kannawoniwasein_Manchmal_kriegt_man_einfach_die_Krise_Danteperle_Dante_ConnectionEndlich ist es soweit. Finn hat Besuch von Jola, seiner abenteuerlustigen Freundin aus dem kleinen Dörfchen Vehlefanz. Eine Woche bleibt sie bei ihm in der, wie sie sagt, „Tzitti“. Sie will Berlin unsicher machen, möglichst viel Aufregendes erleben und Finn ist gerne dabei! So helfen sie einer ehemaligen alten Nachbarin, einen verlorenen Schatz wiederzufinden, machen bei einem Filmdreh mit und treffen auf alte Bekannte aus ihren früheren Abenteuern in Brandenburg und Polen. Zum Glück muss Finns Mutter überstürzt auf Dienstreise fahren und sie haben sturmfreie Bude. Doch anstatt somit richtig Party bei ihm Zuhause machen zu können, schließen sie sich aus. Ob es zur Party kommt und was weiter passiert, sei hier nicht verraten.
Auch im dritten Band der „Kannawoniwasein“-Reihe sprüht Martin Muser nur so vor inhaltlichen und sprachlichen Einfällen, spielt er mit Tabus, bettet er seine temporeiche Geschichte in einen Kontext vielfältiger Familien- und Lebensformen ein und nimmt die Gefühle seiner 12-jährigen Protagonist*innen ernst. Und als schönes Schmankerl lässt es sich mit dem Buch bestens durch Kreuzberg flanieren! (Stefanie Hetze) Leseprobe

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Anna Woltz: Für immer Alaska

Aus dem Niederländischen von Andrea Kluitmann, Carlsen Verlag 2018, 176 S., € 12,- , ab 10

Woltz_Anna_Für_immer_Alaska_Danteperle_Dante_Connection_BuchhandlungNeues Schuljahr, neue Schule, ein Mädchen und ein Junge an der Schwelle zwischen Kindheit und Jugend. Anna Woltz lässt abwechselnd beide sprechen. Parker, das Mädchen, ist schlecht drauf. Sie musste ihren geliebten Hund Alaska abgeben, weil einer ihrer kleineren Brüder dagegen allergisch ist. Dazu kommt, dass nach einem bewaffneten Raubüberfall auf das Fotogeschäft ihrer Familie zu Hause alle gerade nur noch einigermaßen klarkommen. Sven, der Junge, ist Epileptiker mit vielen Anfällen und dramatisch wirkenden Situationen. Damit er nicht als totaler Freak abgestempelt wird,  will er an der neuen Schule sofort etwas ganz Großartiges machen, er weiß nur nicht, was. Da kommt ihm diese komische schwarzgekleidete Parker ganz recht, er führt sie gemein vor und amüsiert sich auf ihre Kosten. Ihr Konflikt spitzt sich noch weiter zu. Zu Parkers  großem Entsetzen ist „ihr!“ Hund Alaska jetzt sein Assistenzhund.
Das beeindruckende Kämpfen um Alaska und ihr gegenseitiges Kräftemessen, das sich ganz langsam in eine Freundschaftsgeschichte verwandelt und sogar dazu führt, dem Kriminellen auf die Spur zu kommen, der Parkers Vater angeschossen hat, ist starkes Lesekino, mitreißend und sehr spannend. (Stefanie Hetze)

Leseprobe

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Martin Muser: Kannawoniwasein!

Manchmal muss man einfach verduften. Carlsen Verlag 2018, 149 S., € 12,-

6717513500001ZVerflixt- Finn fährt alleine mit dem Zug von seinem Vater zu seiner Mutter nach Berlin und dann wird ihm ausgerechnet sein Rucksack geklaut.  Das musste der komische Typ, der ihn vollgequatscht hatte, gewesen sein. Jetzt hat er weder eine Fahrkarte noch Geld noch ein Handy. Statt ihm zu helfen, schmeißt ihn der mehr als unfreundliche Schaffner in Oranienburg aus dem Zug und übergibt ihn der Polizei. Auch die hört ihm nicht richtig zu, wieder kommt von der Erwachsenenseite  keine Spur Hilfe.  Zum Glück trifft er auf Jola, die auch in die „Tzitti“, also Berlin, will und ein bisschen Geld, vor allem aber jede Menge Mut und Ideen hat.
Eine aberwitzige Roadtour durch Brandenburgs Pampa beginnt, die der Dramaturg und Autor Martin Muser in seinem Kinderbuchdebüt mit anarchischem Witz, rasantem Tempo und sprachlicher Doppelbödigkeit befeuert. Ein großartiger Spaß zum Selberlesen und Vorlesen. Wir haben einige signierte Exemplare! (Stefanie Hetze) Leseprobe

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Constanze von Kitzing: Ich mag …

Carlsen, 12,99 €, ab 3

48_kitzing_ich-mag-schaukeln-malen-fussball-krachIch mag … Schaukeln, Malen, Fußball, Krach – aber auch Nachdenken, Wolken, Baustellen und den Herbst. Immer ein Kind stellt auf einer Doppelseite vor, was ihm besonders wichtig ist, was es mag, was es liebt zu tun. Eine weitere Doppelseite geht dann ins Detail, zeigt mehr davon, erklärt und denkt dabei oft überraschend um die Ecke. Und so verschieden das Gemochte ist, so verschieden sind auch die gezeichneten Kinder, ohne auf die Unterschiede abzuheben, und Hautfarbe ist in aller Beiläufigkeit ein wirkliches Spektrum. Eine Perle für die Kleinsten! (Jana Kühn) Anschauen

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Sara Pennypacker: Der Sommer der Eulenfalter

Aus dem Englischen übersetzt von Gabriele Haefs, Carlsen 2015, € 13,99, ab 11 Jahren.

57_pennypacker_eulenfalterWieder einmal ist Saras Mutter verschwunden. Deshalb wohnt sie nun bei ihrer Großtante Louise. Damit das Mädchen nicht so allein ist – vielleicht aber auch wegen der 17 Dollar pro Tag – nimmt sie noch Angel in Pflege dazu. Stella ist selbstständig, häuslich und ordnungsliebend, Angel dagegen distanziert, aufbegehrend und provozierend. Verschiedener können zwei Mädchen wohl kaum sein und die beiden haben sich nichts zu sagen. Bis sie miteinander reden und auskommen müssen, denn eines Tages sitzt Louise tot in ihrem Sessel. Eine Meldung würde für beide bedeuten, in wieder neue Familien geschickt zu werden. Also halten sie den Tod geheim und in der Not zusammen. Doch nicht nur das. Peu à peu lernen sich die beiden Mädchen kennen und werden einander Familie. Doch wie lang kann das gutgehen? Eine wunderbare Sommer- und Freundschaftsgeschichte! (jk) Leseprobe

Buch leider nicht mehr lieferbar

Susan Kreller: Schneeriese

Carlsen Verlag 2014, € 14,90

kreller-schneeriese_danteperle_dante_connection-buchhandlung-berlin-kreuzbergGefühlt schon immer leben der 14-jährige Adrian und seine gleichaltrige Nachbarin Stella eng wie Geschwister zusammen. Nur eine Terrassentür trennt sie. Allein Stella und vielleicht noch ihre Großmutter können Adrian, der zum Leidwesen seiner Mutter wächst und wächst und auf 2,07 m zusteuert, liebevoll frozzelnd den Stress um seine Körpergröße und sein Aussehen nehmen. Stella ist sein Lebenselixier und für ihn längst nicht nur eine Kindheitsfreundin. Und dann geschieht es, Stella verliebt sich in Dato, einen zugezogenen Georgier, einen Schnösel. Es kommt noch schlimmer für Adrian. Auch Stellas Großmutter freundet sich mit Datos großer Einwandererfamilie an. Adrians Gefühlswelt gerät dramatisch ins Schleudern, zumal dazu die Ehe seiner Eltern zerbricht. Susan Kreller hat für seinen extremen Liebeskummer, seine wütende Verzweiflung  und seine kaum auszuhaltenen pubertären Allmachtsphantasien eine vielschichtige Sprache frei von Kitsch und Klischees gefunden. Ob und wie er aus diesem emotionalen Desaster herauskommt, wird hier nicht verraten, selbst lesen. (Stefanie Hetze) Leseprobe

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Anne-Laure Bondoux: Der Mörder weinte

Carlsen 2014, nur noch antiquarisch und  als E-Book erhältlich , ab 12 Jahren

bondoux-der-moerder-weinte_danteperle_dante_connection-buchhandlung-berlin-kreuzbergIm südlichsten Teil Chiles liegt ein abgelegenes Haus, indem der Junge Paolo aufwächst. Seine Eltern waren nicht gerade die Eltern aus einem Bilderbuch (auch wenn Paolo zu dieser Zeit noch keine Ahnung hatte was ein Buch ist), aber Paolo liebte sie. Als jedoch dann der gesuchte Massen Mörder: Angel Alegria, seine Eltern umbringt und den Jungen verschont, passiert etwas Merkwürdiges mit dem Mörder. Die Zeit verging und Paolo wuchs unter Angels Fittichen auf, mit Angel als eine Art Vater. Als Luis, ein Wanderer, sich dort bei ihnen ein neues Leben aufbauen möchte ist dass sehr zum Missfallen Angels. Beide Männer verfallen in einen Kampf um die Vater-Rolle des Jungen, der immer älter und erwachsener wird. Es beginnt eine Reise indem: Verrat, Liebe, Verluste, Neu Anfänge, Gefangenschaft und ein Bild und ein gelbes Bonbon eine große Rolle spielen.

Eine Gelungene Geschichte, auf insgesamt 173 Seiten, mit einer Idee die etwas Neues in sich birgt. Nur weiter zu emfehlen.   (Hannah 14 Jahre, unsere Schülerpraktikatin im Januar 2014)

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