Adriana Altaras: Die jüdische Souffleuse

Verlag Kiepenheuer & Witsch (2018), 208 S., TB 2020 € 10,-

(Stand März 2021)

Altaras Souffleuse_Danteperle_Dante_Connection Buchhandlung Berlin KreuzbergAdriana Altaras gehört zu den Autorinnen, denen es gelingt, schwere Themen mit sensibler Leichtigkeit zu behandeln. Die Ich-Erzählerin, die unverkennbar aus Adriana Altaras Biographie schöpft, freut sich auf ihr neues Regie-Projekt und das Versinken in Mozarts Welt der “Entführung aus dem Serail”. Auch wenn das heißt, die großen und kleinen Katastrophen des Theaterbetriebs abzufedern, ein Ensemble von 42 Exzentrikern zu bändigen und in weniger charmanten Theaterwohnungen schlecht zu schlafen. In diese schönschauerliche Idylle des Provinztheateralltags bricht sich vehement das Anliegen der jüdischen Souffleuse bahn: Adriana sei die Einzige, die ihr bei der bislang erfolglosen Suche nach ihrer im Holocaust verschollenen Familie behilflich sein könne. Eine Aufarbeitungsreise der beiden Frauen beginnt und damit eine erneute Möglichkeit, kluge Fragen zu ungelösten Konflikten der Nachgeborenen zu stellen. Mich persönlich hat die Lektüre direkt in meine Zeit katapultiert, in der ich selber Teil des wunderbaren Theaterirrsinns sein durfte. Und gerade jetzt, wo wir wieder auf Theaterbesuche verzichten müssen, kann eine Reise hinter die Kulissen vielleicht ein kleiner Trost sein. (Franziska Kramer)

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Elizabeth Gilbert: City Of Girls

Aus dem amerikanischen Englisch von Britt Somann-Jung, S. Fischer Verlag 2020, 496 S., € 16,99, erscheint am 30.6. als Fischer TB, € 12,-

(Stand März 2021)

Gilbert_Elizabeth_City_Of_Girls_Danteperle_Dante_ConnectionAls ich dieses Buch fertiggelesen hatte, wollte ich unbedingt mehr davon. Plötzlich verstand ich, wie manche Bücher zu Weltbestsellern  werden. Zugänglich, voller spannender Charaktere, mit einem vielschichtigen Inhalt und einer Handlung, die von der ersten bis zur letzten Seite überzeugt… Dies alles und noch mehr hat City Of Girls.
Erzählt wird die Lebensgeschichte von Vivian, die 2010 über neunzig ist und seit 1940 in New York lebt. Die Stadt hat ihre Existenz tief geprägt: Sie begleitet die Leser*innen auf eine Zeitreise durch unglaubliche, turbulente Ereignisse, die so präzis und leidenschaftlich dargestellt sind, als ob sie wirklich stattgefunden hätten. Vivian ist ganz jung aus der Provinz nach New York geschickt worden und entdeckt eine neue Welt: Die des Theaters, dank ihrer Tante Peg, die einen kleinen Saal leitet und ihr einen  Job als Kostümbildnerin anbietet. Theater heißt Glamour, wildes Nachtleben, Schauspielerinnen und Gangster, Cocktails und Jazz. So fängt diese Geschichte an, und viel ist dann noch zu erleben…
Eine leichte, dennoch tiefgehende und vielseitige Lektüre, die auf eine ganz besondere Art und Weise amüsiert. (Giulia Silvestri) Leseprobe

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