Illustrationen Eva Eriksson. Aus dem Schwedischen von Angelika Kutsch, Moritz Verlag 2013, € 11,95, ab 7
(Stand März 2021)
Dunne, das Schulmädchen, ist eine echte Lebenskünstlerin. Sie sieht immer das Positive und sucht das Glück. So hält sie den Platz neben sich frei für ihre allerbeste Freundin Ella Frida, die wegziehen musste, aber, davon ist Dunne überzeugt, sicher zurückkommen wird. Gerade jetzt bräuchte Dunne ihre Hilfe, da sie gewaltig Ärger kriegt, als sie sich gegen zwei Mädchen wehrt, die sie kneifen und zwicken…
Zwei ganz Große der schwedischen Kinderliteratur, Rose Lagercrantz als Autorin, und die Illustratorin Eva Eriksson haben diese hinreißend turbulente Geschichte mitten aus dem Kinderleben mit all seinen stürmischen Aufs und Abs geschaffen. Für alle, die schon gerne selber lesen und zum Vorlesen eine unbedingte Empfehlung. (Stefanie Hetze)

Rosie zieht mit ihrer Mutter in ein Hochhaus am anderen Ende der Stadt. Angst hat sie, keine Freunde zu finden, grau und trübe erscheint ihr alles hier. Doch dann findet sie nicht nur einen tollen Freund, mit dem sie gleich ein spannendes Abenteuer erlebt, das sie ihre neue Welt wortwörtlich aus einer anderen Perspektive betrachten lässt, sondern auch eine ganz besondere Freundin. Michael de Cock erzählt wunderbar einfühlsam vom Kindsein in einer großen Stadt, von Freundschaft, Träumen, grimmigen Hausmeistern und einem Hund, der eigentlich ein alter Kater ist. Illustriert wurde die Geschichte voller Leichtigkeit von Judith Vanistendael, einer mehrfach ausgezeichneten Comic-Künstlerin. (Syme Sigmund)
A. wacht jeden Morgen in einem anderen Körper auf, mit neuen Erinnerungen an ein Leben, das nicht seines ist. Soweit er sich erinnern kann, war das schon immer so. Er kann sich nicht aussuchen, wer er als nächstes sein wird, doch das ist ihm egal. Für ihn ist es sein Leben und damit es nicht zu kompliziert wird, hat er Regeln aufgestellt: Lass dich niemals zu sehr darauf ein. Bleib im Hintergrund. Lösche Hinweise zum Schutz deiner Existenz aus. Doch auch A. hat eigene Gedanken und Gefühle. Er verliebt sich in Rhainnon und versucht alles, um in ihrer Nähe zu bleiben. Oft gibt es Hindernisse zu überwinden. Aber die eigentliche Frage ist und bleibt doch: Kann Rhainnon jemanden lieben, dessen Schicksal es ist, jeden Tag jemand anderes zu sein?
Ein Junge steigt in ein Ruderboot. Er möchte “rüber, auf die andere Seite”. Das Boot gehört einem Bären (mit Kapitänsmütze). Der Bär gibt sich selbstsicher, kocht Tee zur Teezeit, hat ausreichend Proviant dabei, spielt Ukulele und wird beim Rudern nie müde. Doch es kommt kein Land in Sicht. Sie spielen „Ich sehe was, was Du nicht siehst.“ Sie angeln. Außerdem sind beteiligt: ein Sturm, ein Seeungeheuer, ein Comic, ein Geisterschiff, eine blaue Landkarte mit Teetassenfleck sowie ein Killersandwich. Mehr wird nicht verraten.
Im südlichsten Teil Chiles liegt ein abgelegenes Haus, indem der Junge Paolo aufwächst. Seine Eltern waren nicht gerade die Eltern aus einem Bilderbuch (auch wenn Paolo zu dieser Zeit noch keine Ahnung hatte was ein Buch ist), aber Paolo liebte sie. Als jedoch dann der gesuchte Massen Mörder: Angel Alegria, seine Eltern umbringt und den Jungen verschont, passiert etwas Merkwürdiges mit dem Mörder. Die Zeit verging und Paolo wuchs unter Angels Fittichen auf, mit Angel als eine Art Vater. Als Luis, ein Wanderer, sich dort bei ihnen ein neues Leben aufbauen möchte ist dass sehr zum Missfallen Angels. Beide Männer verfallen in einen Kampf um die Vater-Rolle des Jungen, der immer älter und erwachsener wird. Es beginnt eine Reise indem: Verrat, Liebe, Verluste, Neu Anfänge, Gefangenschaft und ein Bild und ein gelbes Bonbon eine große Rolle spielen.
Lennart glänzt nicht gerade in der Schule. Lieber hängt er mit seinen Freunden und Freundinnen ab. Den großen Kick geben sie sich, indem sie als Urban Explorers nachts stillgelegte Fabriken und andere verlassene Gebäude rund um Kreuzberg erkunden. Als sie über eine Leiche fallen, Drogen aus der Rockerszene finden und Lennart diese dann noch mitnimmt, wird aus dem adrenalingeladenen Spiel am Rande der Legalität schnell knallharte Realität.
Min liebt alte Filme, ironische Bemerkungen und Kaffee mit drei Löffeln Zucker. Ed ist Star der Basketballmannschaft, ein Mädchenschwarm, der zum letzten Mal im Kino war, als “Vollidioten 3″ lief. Dass sich die beiden mit ihrer Liebe zueinander in eine Art Romeo und Julia Situation hineinkatapultieren, da ihre jeweiligen ungleichen Freundeskreise im besten Fall Spott für die beiden übrig haben, ist nur einer der “Gründe, warum es aus ist”. Die anderen 42 erfährt der Leser nach und nach von Min, die auf witzige und spritzige Weise anhand einer Kiste mit an ihre Beziehung erinnernden Gegenständen nach und nach die Geschichte ihrer kurzen Liebe und deren Scheiterns erzählt. Diese Gegenstände sind von Maira Kalman auf seitenfüllenden kleinen Kunstwerken illustriert worden, was das Buch nicht nur zu einem besonderen Lese- sondern auch zu einem optischen Vergnügen macht. (Syme Sigmund)
Eine ewig lange Schlange und eigentlich weiß niemand so recht, worauf hier alle warten. Aber man will es ja wissen und fragt sich durch, lernt so 50 Tiere kennen und hält es am Ende kaum noch aus vor lauter Spannung. Wir wollen es hier nicht verraten, nur so viel sei gesagt: Es ist ein Riesenspaß!
Wie du bist, so bist du richtig! – Wir fangen mal mit dem Schlusssatz dieses phänomenalen neuen Bilderbuches von Nadia Budde an, denn um genau diese Botschaft geht es. Fell zu hell, Hals zu dick, Lippen zu schmal, kein Waschbrettbauch, zu alt, zu klein … und so weiter und so weiter. Ganz egal, meint Onkel Parzival. Und Nadia Budde findet für die wohl allen bekannte Not, nicht mit sich zufrieden zu sein, die schrägsten Reime und herrlich nicht-hübsche Bilder. Das ist ein verdammt kluger Riesenspaß, nicht nur für die Kleinen! (Jana Kühn)