Nach dem gleichnamigen Film von Doris Dörrie, Drehbuch von Doris Dörrie, Karin Kaçi und Madeleine Fricke, Jaja 2022, 296 S., € 29,-
Im Frauenfreibad ist immer etwas los: Neue Gesichter tauchen auf, der Eintritt verteuert sich, der Imbiss fängt an, nur noch vegane Speisen zu verkaufen, die Polizei kommt vorbei… Langweilig wird es den regelmäßigen Besucherinnen nie. Während die alten Freundinnen Gabi und Eva sich um das Konzept von weiblicher Freiheit zanken und Yasemin von ihren Familienangehörigen kritisiert wird, weil sie einen Burkini trägt, besucht eine Gruppe komplett verschleierter Frauen das Freibad. Die Atmosphäre eskaliert immer weiter, bis die Bademeisterin ihren Job kündigt.
In dieser bunt illustrierten, total erfrischenden Graphic Novel werden ernste Themen wie Sexismus, Islamophobie, Body-Shaming, Transphobie und kulturelle Aneignung mit Humor dargestellt. Mal darüber lachen, mal nachdenken: Das kann man gut auf dem Liegestuhl am Wasser tun, dann mal gleich ins Wasser springen. Ein Buch über das Freibad für das Freibad! (Giulia Silvestri) Blick ins Buch

Peanut ist ein ausgesprochen kreatives und künstlerisch begabtes Kind. Ihr Talent, vor allem aber ihre Begeisterung für Bildwelten hat sie von ihrem Vater, einem Maler. Derselbe ist aber auch ihr aktuell größtes Problem – er ist nämlich verschwunden. Abgehauen, so sieht es zumindest die wütende und mächtig gestresste Mutter. Doch Peanut kann und will das nicht glauben. Der überraschende Fund eines magischen Bleistiftes, der ihr buchstäblich die Tür in die zauberhafte wie gefährliche Stadt Chroma eröffnet, bringt sie endlich auf eine Spur zum so schmerzlich vermissten Vater. Wer Rob Biddulph – wie ich – bisher nur als Erzähler und Illustrator von spannenden wie urkomischen Bilderbuchgeschichten kannte, der wisse, dass ihm genau dies auch für ältere Kinder hervorragend gelingt. Peanut Jones Geschichte ist aber längst nicht nur ein turbulenter Abenteuerroman oder eine anrührende Erzählung von Freundschaft und Geschwisterliebe, sondern darüber hinaus noch gespickt mit mal mehr mal weniger versteckten Andeutungen auf zahlreiche Vertreter der modernen Kunstgeschichte. So entwickelt sich Peanuts von Neugier und Sehnsucht angespornte Suche zu nicht weniger als einer Rettungsmission für Chroma, der Quelle aller Fantasie – auch in unserer Welt. Fortsetzung folgt! (Jana Kühn)
Unser aktuelles Ladenschaufenster verschönt allen, die in diesen Sommertagen nach Berlin gereist sind, und allen, die in ihrer eigenen Stadt geblieben sind, das Hiersein.

Mein allererstes Körper-Buch erklärt schon für ganz junge Kinder in einfachen Texten wie der menschliche Körper arbeitet, es feiert die Verschiedenheit von Körpern, Haarfarben und Hauttönen. Das stabile Pappbilderbuch hat zahlreiche Klappen, Dreh- und Schiebeelemente, mit denen spielerisch Vorgänge im Körper veranschaulicht werden.
Was für ein Noir! Genretypisch ist Vince Corso, der Protagonist, ein mittelloser Einzelgänger mit einem reichen Innenleben. Das Setting ist hochaufgeladen und changiert zwischen einer banal einsamen Existenz und einer Vielzahl literarischer und psychologischer Anspielungen, möglicher Fährten und Irrwege.
Ciprian ist der jüngste Sohn einer Roma-Familie, die seit Generationen als Ursari, als Bärenführer, durch Rumänien zieht. Als Dorfbewohnern sie wieder einmal bedrohen und vertreiben, lassen Sie sich auf das Angebot von zwei Männern ein, nach Paris gebracht zu werden. Doch die Schleuser zwingen sie dort, für sie als Diebe und Bettler zu arbeiten, um ihre „Schulden“ zurückzubezahlen. Das Leben in der Slumbaracke am äußersten Rand der Stadt scheint hoffnungslos, als Ciprian im Jardin du Luxembourg Schachspieler beobachtet. Das Spiel lässt ihn nicht mehr los und als zwei der Spieler seine ungewöhnliche Intelligenz und Begabung entdecken, wendet sich das Blatt.
Wie fühlt es sich an, im Norden einer Stadt im Ruhrgebiet in dem Stadtteil, in dem Armut, Arbeitslosigkeit und Gewalt zur Tagesordnung gehören, aufzuwachsen? Nene, die junge Protagonistin dieses fulminanten Debüts, weiß es aus eigener Erfahrung. Sie arbeitet als Bademeisterin in einer öffentlichen Badeanstalt und kämpft sich dort durchs Leben, indem sie Menschen beobachtet, ihre Bahnen zieht und dabei rational bleibt. Eines Tages begegnet sie Boris, einem jungen Mann aus derselben Gegend, der wegen seiner Kinderlähmung seine Beine trainieren will. Zwischen den beiden entwickelt sich schnell eine romantische Beziehung, die zu intensiven Auseinandersetzungen mit Schwierigkeiten, Selbstzweifeln und Traumata führen wird.