Fischer Sauerländer 2023, 16 S., € 13,-, ab 18 Mon.
Fast körpergroße Fotos von Gesichtern und Körpern vieler unterschiedlicher Kinder laden ein, sie ganz genau in Augenschein zu nehmen und dann zu benennen. Anhand von Gestik und Mimik können Gefühlszustände wahrgenommen werden, auch die Sinne, Bewegungen und Anziehsachen ihrer Kolleg:innen sind zu entdecken. Sehr spannend für die Jüngsten, und nebenbei entwickeln sich Körperwahrnehmung und der Wortschatz.

Im Frühling sprießen die Blumen, im Sommer gibt es Erdbeeren und man kann baden gehen, im Herbst macht es Spaß, in die Laubhaufen zu springen und im Winter ist es drinnen gemütlich und draußen kalt. Der Reigen der Jahreszeiten, wie Kinder ihn wirklich erleben, im handlichen Kleinformat für die ganz Kleinen, vielfältig und realitätsnah illustriert.
In der aus früheren Büchern von Katie Daynes bekannten vielfältigen Optik geht es diesmal ganz ums Thema Körper. Vom Skelett und den Muskeln sowie ihren Funktionen bis zur Verdauung und dem Gehirn und können hier Kitakinder hinter vielen Klappen die Welt in ihnen selbst entdecken.
Viele Großmütter, eine Generation von vielfach migrantischen Frauen, fallen in unserer westlichen Leistungsgesellschaft durch das Raster und erhalten keine Sichtbarkeit, da sie keine gesellschaftlich anerkannte Lohnarbeit verrichten oder verrichtet haben. Dieser Tatsache stellt sich das kanadische Dreamteam Scott und Smith entgegen. Sie feiern in ihrem liebevollen Bilderbuch eine aus Polen eingewanderte alte Großmutter, die für ihren Garten, ihre Traditionen und ihren Enkel lebt. Die beiden kommunizieren durch Miteinandersein, Gestik und Mimik. Als baba zu schwach ist, um weiter allein zu leben, kann der Junge ihr Dinge zurückgeben, die er von ihr gelernt hat. Eine hinreißende Hommage an eine alte Frau und ihr Enkelkind voller intensiver Bilder. Bietet enorm viel Gesprächsstoff.
Ganz aus der Perspektive ihrer Tochter Chino erzählt, die magisch angezogen ist von dem schönen großen Seidentuch, das sich ihre Mama nachts umbindet, um ihre Haare zu schützen. Als ihre Mutter weggeht, um zu arbeiten, erbittet sie sich das Tuch. Es verwandelt sich zu einem abwechslungsreichen Spielgefährten des Kindes. Auch der Vater und die Großeltern beteiligen sich an dem phantasievollen Spiel, so lange die Mama abwesend ist. Ein warmes herzliches Buch vom geborgenen Alltag einer Schwarzen Familie. Es regt an, über die Rituale in den eigenen Familien zu sprechen.
Erst jetzt entdeckt. In diesem Bilderbuch wird das es betrachtende Kind unmittelbar angesprochen. Egal, wer, wo, in welchem Zustand du bist, zählst du, bist du wichtig. Die wohltuend kitschfreien Illustrationen erzählen von den verschiedensten Situationen und Gefühlslagen, in denen sich das adressierte Kind befinden mag. Von mikroskopisch klein bis zur Weltraumperspektive ist alles gleichwertig – nichts wird anders oder als besser bewertet.
Irgendwo in der großen Stadt wohnt Agnes. Sie kennt alle im Haus, den Bäcker, die Vögel, weiß, wer Partys schmeißt und wer fast nie seine Wohnung verlässt. Aber das sind alles Erwachsene, kein Kind wohnt in ihrer Nähe. Doch dann steht da ein Mädchen, es werden Kisten ausgeladen, eine neue Familie zieht ein. Agnes möchte das Mädchen treffen, aber wie? Und dann stehen sie plötzlich einander gegenüber und es ist alles ganz einfach. Ein wundervoll illustriertes Buch über erste Freundschaft und wie sie beginnen kann.
„Antworten auf Kinderfragen zu Krieg, Gewalt, Flucht und Versöhnung“ lautet der Untertitel. Es sind Themen, die Kindern Angst machen, und die sie oft nicht gut einordnen können. „Wie geht es Menschen im Krieg?“ „Was ist ein Terrorist?“ aber auch „Was tun, wenn zwei sich auf dem Schulhof streiten?“ Hochaktuelle Fragen, die behutsam, offen und kindgerecht beantwortet werden.
Als sie klein war klang es gut, das „Du bist ja schon ein großes Mädchen“. Doch mit der Zeit wurde es immer schwieriger, das eigene Großsein zu mögen, sie war groß, größer als die anderen, sie hat das Gefühl, nicht mehr zu passen, in ihre Welt, und die anderen lassen keine Gelegenheit aus, sie das auch spüren zu lassen. Doch dann beschließt sie, sich zu wehren, die anderen wissen zu lassen, dass sie ihr weh tun. Und nach und nach mag sie sich so, wie sie ist.
Überall liegt Müll auf der Straße. Das Problem sei zu groß, zu kompliziert, für das Kind, sagen die Großen. Das sei nicht schön, aber es sein immer schon so gewesen, sagen die Großen. Doch das Kind will sich nicht damit abfinden – und dann kommt ein Freund, kommt eine Freundin und gemeinsam packen sie es an, bis sie etwas verändern.