Robert Seethaler: Das Feld

Verlag Hanser Berlin 2018, 240 S., € 22,-

SeethalerDas Feld – das ist der alte, verwilderte Friedhof des kleinen Ortes Paulstadt, und von hier aus sprechen die Stimmen, die auf den Seiten dieses Buches zu Wort kommen. Ein alter Mann glaubt, sie hören zu können, er kommt fast täglich, sitzt bei den Gräbern, hört zu. Es sind die Erinnerungen der Toten an das, was in ihrem Leben wichtig war, an erfüllte Momente oder Enttäuschungen, an begangene Fehler, an nie enthüllte Geheimnisse, an Leidenschaften – und immer wieder an die Liebe. Mal ist es eine ganze Geschichte mal das Heraufbeschwören eines einzigen Augenblicks oder eines bestimmten Gefühls. Wie in einem Kaleidoskop treten immer andere Personen in den Vordergrund und doch bilden sie am Ende ein ganzes, das Bild der Bewohner einer kleinen Stadt, wo jeder mit jedem verbunden ist, ein Bild, geformt aus den Stimmen der Toten, das voller Leben ist. (Syme Sigmund) Leseprobe

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Robert Seethaler: Ein ganzes Leben

Hanser Berlin 2014, € 17,90. (Taschenbuch € 9,99)

ein_ganzes_leben_danteperle_dante_connectionAndreas Egger kommt als Kind in das Dorf im Gebirge, zum Bauern Kranzstocker, dem Schwager seiner verstorbenen Mutter. Und er arbeitet von Kindesbeinen hart auf dem Hof, später am Ausbau der Seilbahnen. Er heiratet und verliert seine Frau bald, übersteht die Kriegsjahre in Russland und kehrt wieder zurück in die Berge. Dort erlebt er die Modernisierung, erkennt die Welt nicht immer wieder, aber verliert sich selbst nicht. Wie ein widerständiger Baum wird er von den Ereignissen des Lebens geformt. Robert Seethaler beherrscht die Kunst, Dinge einfach erscheinen zu lassen, er erzählt diese Geschichte in ruhigem Rhythmus und Ton, auch die traurigsten Ereignisse sind wie sie sind. Wie aus einem Stück Holz geschnitzt nimmt Andreas Egger klar, kantig und überzeugend vor den Augen der Leser Form an, man kommt ihm nahe, aber auch nicht zu nahe, stets behält er seine Würde. Ein Buch, das in Erinnerung bleibt, auch wegen seiner Naturbeschreibungen. (Judith Krieg)

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