Judith Schalansky: Verzeichnis einiger Verluste

Suhrkamp 2018, 252 S., € 24,-

SchalanskyEin Großteil dessen, was von der Menschheit geschaffen wurde, ist uns schon verloren gegangen. Judith Schalansky greift einzelnes heraus und spürt ihm nach. In einer Mischung aus Essays, historischen Berichten und Erzählungen, die mal näher, mal entfernt assoziativ ihren Gegenstand umkreisen, berichtet sie von der versunkenen Insel Tuanaki, einem verschollenen Film, den Liebesliedern der Sappho oder auch dem Palast der Republik. Jeder Text verfügt über einen neuen, dem jeweiligen Thema angepassten Erzählton, mal Nature Writing, mal moderne Erzählung, oder Sachtext, mal poetisch, mal prosaisch oder verspielt – doch nie zufällig, immer überzeugend stimmig und voller Überraschungen. Dass das Buch auch wundervoll und sorgfältigst gestaltet ist – vom Drucksatz bis zu den eingefügten, je nach Lichteinfall mal sicht- mal unsichtbaren Bildseiten braucht bei dieser mehrfach für ihre Buchgestaltungen preisgekrönten Autorin kaum noch erwähnt zu werden. Ein besonderes Kleinod, mit Muße und bedacht zu genießen. (Syme Sigmund)

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Björn Kuhligk: Großraumtaxi

Berliner Szenen. Verbrecher Verlag 2014, € 14,00

kuhligk-grossraumtaxi_danteperle_dante_connection-buchhandlung-berlin-kreuzbergKarstadt am Hermannplatz, ein Bürgeramt, der Müggelsee, der Kudamm sind nur vier der vielen Schauplätze, an denen der gebürtige Berliner Björn Kuhligk seine Alltagsgeschichten ansiedelt. Allein oder mit seinen beiden Kindern läuft er durch die Stadt, trifft auf die unterschiedlichsten Leute beim U-Bahn-, Fahrrad-, Taxifahren. Ganz beiläufig entstehen bei der Lektüre dieser knappen Skizzen nachhaltige Eindrücke vom vielfältigen Berliner Alltag.