Patrick Modiano: Gräser der Nacht

Aus dem Französischen von Elisabeth Edl, Hanser 2014, 184 S., dtv TB € 9,90
(Stand März 2021)

Der Schriftsteller Jean erinnert sich viele Jahre später an seine Liebe zu Dannie im Paris der 60er Jahre, eine geheimnisvolle junge Frau mit zwielichtigen Bekanntschaften, die eines Tages plötzlich aus seinem Leben verschwindet. Erst in Gesprächen mit einem Kommissar, der ihn wegen eines unaufgeklärten Todesfalls verhört, erfährt er die Hintergründe und politischen Verwicklungen seiner damaligen Bekannten. Wie oft bei Modiano gerät der Leser in den Sog der Erinnerung, verschwinden die Grenzen zwischen Gegenwart und Vergangenheit, bis die Zeit stillzustehen scheint, wird das Eintauchen in die teils romantische, teils fast schmerzhaft melancholische Stimmung zum Rausch, der einen auch der eigenen Realität zu entrücken vermag. Der frischgekrönte Nobelpreisträger für Literatur zeigt sich hier auf der Höhe seines Könnens. (Syme Sigmund) Leseprobe

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Robert Bober: Wer einmal die Augen öffnet, kann nicht mehr ruhig schlafen

Aus dem Französischen von Tobias Scheffel, Verlag Antje Kunstmann 2011, 254 S., € 19,90

(Stand März 2021)

bober-wer-einmal-die-augen-oeffnet-kann-nicht-mehr-ruhig-schlafen_danteperle_dante_connection-buchhandlung-berlin-kreuzbergParis, Anfang der 60er. Bernard Appelbaum trifft zufällig Robert, seinen ehemaligen Betreuer in einer Ferienkolonie für jüdische Kinder. Robert, der für Truffaut arbeitet und mögliche Drehorte fotografiert, verschafft ihm eine kleine Statistenrolle in Truffauts Jules und Jim. Bernards Figur wird am Ende gestrichen, doch greift seine Zeit bei den Dreharbeiten tief in sein Leben ein.

Wie der Autor Robert Bober aus kleinen Momenten und Begebenheiten große weitreichende Geschichten vom Leben erzählt, ist sehr besonders und überaus lesenswert. Und ausserdem ist es eine wunderbare Hommage an das alte Paris! (Stefanie Hetze)

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