Aus dem Englischen von Andrè Mumot, Hanser 2013, € 16,90, TB dtv 2015, € 9,95, ab 10
(Stand März 2021)
August Pullman ist 10 Jahre alt und hat noch niemals eine Schule besucht, da er über die Jahre schon mehrmals im Gesicht operiert werden musste, weil er mehrere entstellende Syndrome und ein andere Leute erschreckendes Gesicht hat. Bisher wurde er zu Hause unterrichtet, doch jetzt soll er in die fünfte Klasse einer normalen Schule kommen. Das bedeutet, dass er jeden Tag mit vielen Kindern zu tun hat, obwohl er Angst davor hat, ausgelacht zu werden.
Das Buch ist aus vielen verschiedenen Perspektiven geschrieben, die in einer berührenden und lustigen Art erzählen, wie schwer es für August ist. (Rezension von Anna Nasoetion, 13 Jahre)

Die zehnjährigen Irrfahrten und Abenteuer des Odysseus im Mittelmeerraum, der Sagenschatz des klassischen Altertums, werden von dem französischen Bilderbuchkünstler in all ihrer Dramatik und Komplexität erzählt. Die Gefahren, die Gewalt, die Listen, mit denen sich Odysseus herumschlägt, aber auch seine Liebesabenteuer – nichts wird verharmlost oder beschönigt. Pommaux Sprache ist dabei klar und zeitgemäß. Die Vielfalt und die Wucht der detailreichen Bilder laden Kinder und ganze Familien ein, sie immer wieder anzuschauen und sich mit der spannenden Antike zu beschäftigen. (Stefanie Hetze)
Zwei Wochen Ferien bei uralten Verwandten an einem Ort, der auch noch Betenbüttel heisst und nur einen Löschteich zum Baden aufzuweisen hat. Katharina und Ole sind gehörig entsetzt. Onkel Fiete ist dazu noch muffelig und ganz schön seltsam, wenn er die beiden plötzlich nicht mehr erkennt oder mit seinem unsichtbaren Freund Queequeng spricht. Doch Onkel Fiete erzählt auch von seinen spannenden Abenteuern auf dem Schiff von Käpt`n Ahab auf der Jagd nach dem weißen Wal, spielt großartig Mundharmonika und gibt fachmännischen Rat beim Bau eines “Baumschiffs”. Und da Tante Polly zudem die beste Zitronenlimonade der Welt macht, werden es doch noch richtig tolle Ferien. Ein herzerwärmendes Kinderbuch, das auf wunderbar leichte Weise auch das Thema Altersdemenz anzusprechen vermag. Gelungen! (Syme Sigmund)
Katrina Katrell, ein furchtloses Mädchen, flieht vor ihrem entsetzlichen Vormund und landet im Untergrund. Dort wird sie angegriffen, doch Morty, der Zorgel, ein eigentliches ängstliches Wesen kommt ihr zu Hilfe. Und dann gehts rasant los mit sich überschlagenden Gefahren und Abenteuern, mit Grusel und Graus. Das wäre ja schon eine Perle wert, aber das Sensationelle ist die Form, die Geschichte ist komplett gereimt, was die Dynamik und Spannung anheizt und beim Vor-Lesen großen Spaß macht. Eine Leistung des Nachdichters Uwe-Michael Gutzschhahn, vor der man sich nur verneigen kann. (Stefanie Hetze)
Valentin ist neu in der Stadt, es sind Sommerferien und die Hitze treibt ihn unter das grüne Dach der Friedhofsbäume. Dass er hier Freunde finden und in ein höchst spannedes Abenteuer verwickelt werden würde, ahnt er zunächst nicht. Dabei ist diese äußerst rasante und herrlich lustige Kriminalgeschichte voller liebenswerter, lebendig gezeichneter Protagonisten auch eine Geschichte über das Fremdsein, das Alleinsein und den Umgang mit dem Tod. Diesen Spagat schafft nur eine so großartige Kinderbuchautorin wie Kirsten Boie. (Syme Sigmund)
Dass Mikael Engström nicht nur ein hervorragender Jugend-, sondern auch ein begnadeter Kinderbuchautor ist, erweist sich mit diesem wunderbaren Buch, das von Helena Willis kongenial illustriert wurde. Wie die Kinder sich gegen die großen fiesen Jungs zur Wehr setzen, die sich darauf versteift haben, den Erstklässler Paul zu piesacken, ist herrlich witzig und frech und berührt doch ein ernstes Thema, das wohl die meisten Kinder aus ihrem Schulalltag kennen. (Syme Sigmund)
Mit diesem Bilderbuch ohne Worte reist man durch 100 Jahre Geschichte eines Hauses und einer Straße irgendwo in Deutschland. Beginnend im Kaiserreich erfährt der Betrachter von Kriegszerstörung, Wirtschaftswunder und gesellschaftlichen Veränderungen, um schließlich im ihm vertrauten Jetzt anzugelangen. Für ältere Kinder bietet der Anhang interessante Informationen über das Leben in den verschiedenen Jahrzehnten. (Syme Sigmund)
Ein fantastisches drittes – und leider auch letztes* – Abenteuer von Rico und Oskar. Diesmal geht es an die Ostsee, denn der vom inzwischen verstorbenen Fitzke geerbte Kalbstein ist verschwunden. Hervorragend, wie Andreas Steinhöfel es schafft, in die spannende Handlung ernste Themen wie Depression und Einsamkeit kindgerecht und ohne belehrend zu wirken zu vermitteln. Gleichzeitig bleibt vor lauter Lachen kein Auge trocken. Eine Meisterleistung. Kongenial illustriert von Peter Schössow.