Aus dem amerikanischen Englisch von Kathrin Razum, Hoffmann und Kampe 2021, 288 S., € 24,-
(Stand Januar 2022)
Ludlow Washington ist fünf Jahre alt, als seine Eltern ihn in ein Heim für blinde schwarze Kinder geben. Hier lernt er ein Blasinstrument zu spielen, um sich seinen Lebensunterhalt verdienen zu können, und erfährt erstmals auch rassistische Anfeindungen. Mit sechzehn – er hat sich zu einem außergewöhnlich begnadeten Jazz-Musiker entwickelt – wird er von einem Big-Band-Manager „freigekauft“, kaum 18 und frei, zieht es ihn nach Norden, nach New York, wo er zunächst sehr erfolgreich ist. Doch die rassistischen Strukturen der USA verfolgen ihn sein Leben lang.
Konsequent vom Standpunkt des seit seiner Geburt blinden Musikers aus erzählt, für den Hautfarbe ein unbegreiflicher Begriff ist, wird umso klarer, wie blind Rassismus die Sehenden macht.
1965 im Original erschienen, ist dieser Roman eines lange vergessenen, hochmodernen Autors, der sowohl die Geschichte der Schwarzen in den USA als auch die Geschichte des Jazz in einer Figur vereint, jetzt glücklicherweise wieder zu entdecken. (Syme Sigmund)

Fermo Sicurini di lavoro fa il certificatore: a Roccaforte, il suo paese, tutti devono passare dall’anagrafe dove lavora, se vogliono esistere. Infatti, prima di essere riconosciuti da lui per ciò che si fa “non si è”, che è una cosa proprio pazza, eppure è così che funziona, serve un certificato per essere. Così Gianni ottiene il certificato di guardiano dei fatti altrui, Lucia quello di vigilessa per i ricci che attraversano la strada… Tutto procede fino al giorno in cui la seconda B della scuola elementare del Vicolo della Libertà fa visita all’anagrafe e la sicurezza di Sicurini comincia a vacillare davanti alla straripante energia dei bambini…! (Giulia Silvestri)
Hanno tanti nomignoli, alcuni sono buffi, altri servono solo a trovare un modo per non nominarle: le mestruazioni. Acerrimo nemico di tante ragazze, guardate con sospetto e/ o disgusto per secoli, per certe persone arrivano proprio veloce. All’arrivo del temuto primo ciclo Robin ha undici anni e si sente troppo piccola per affrontare tutti i dolori e i malumori del caso. Se non fosse che… presto si accorge che all’arrivo di ogni mestruazione succede in lei qualcosa di molto strano, che le fa sviluppare un potere in grado di curare e far nascere le piante. Period girl è un delizioso, delicato romanzo femminista e ambientalista per ragazze coraggiose. Non è mai troppo presto per diventare magiche! (Giulia Silvestri)
Questo libro ha una splendida protagonista: il suo nome è Alfonsina Strada. Nata in una famiglia molto povera agli albori del ventesimo secolo, cresciuta in tempi duri nelle vicinanze di Bologna, additata come pazza per la sua esuberanza, nel 1924 riesce a partecipare al Giro d’Italia, unica donna in un contesto tradizionalmente riservato agli uomini.
Ogni anno in cui esce una sua nuova opera è un anno bello per chi ama leggere. Acuto, colto, paradossale, capace di inquietare e divertire nello spazio di poche righe, con questa raccolta di testi brevi Michele Mari si conferma uno dei migliori scrittori italiani contemporanei. Racconti epistolari, cataloghi, trattati, apologhi, aforismi, dialoghi: tutto questo e molto altro ancora si trova in questo prezioso libro; il basso si accosta all’alto, la scrittura è ricercata e immediata allo stesso tempo.
Oggetti contenenti moltitudini: i libri. Questa colorata rivista parla proprio di loro, raccontando come vengono concepiti, elaborati, distribuiti e proposti questi antichi oggetti di carta. Si parte dalla stessa carta (cos’è, come si produce, come si presta alla costruzione di libri, ecc.) e si arriva a delineare profili di ladri di libri (cosa rubano, perché lo fanno, quali metodi usano), passando per numerosi aneddoti, interviste, excursus storici e spiegazioni di ogni tipo.
Die Labor Ateliergemeinschaft vereint sieben namhafte Illustrator:innen, die schon mit zahlreichen Buchprojekten für Furore sorgten. Ihr neuester Coup ist ein famoser Blick in die Zukunft. Da gibt es statt Autobahnen nur noch Achterbahnen, werden unbekannte Orte und Arten entdeckt und alle sind nett zueinander. Sogar die wiederauferstandenen Dinosaurier … bis auf Tyrannosaurus Rex. Die Vorschläge sind von urkomisch bis abstrus, realistisch bis fantastisch, auf jeden Fall utopisch schön anzusehen. Nachdenklich machen sie auch und man will darüber reden und sich selbst eine Zukunft erspinnen – vielleicht sogar mit Farbe und Papier! (Jana Kühn)
Ein junger Journalist wandert durch die Ruinen zerbombter Städte. Sein Name ist Stig Dagerman, er ist 23 Jahre alt, Schwede und wurde im Herbst 1946 nach Deutschland geschickt, um über die Zustände in den deutschen Städten nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zu berichten. Wochenlang beobachtet Dagerman, stellt Fragen, steigt in Keller und Unterkünfte hinab, um die dort lebenden Menschen zu treffen und mit ihnen zu reden. Es entstehen tiefgehende Texte und Reflexionen über Leid und Angst, Hass und Schuld, die ein eindrückliches Zeugnis über die Folgen der deutschen Niederlage und das Schicksal Europas abgeben. Ein wirklich einzigartiges Buch, das viel mehr als eine wunderbar geschriebene Reportage ist, ein wertvolles Zeitdokument, das selten zu finden ist. (Giulia Silvestri)
Sizilien Ende des 17., Anfang des 18. Jahrhunderts – für die Bevölkerung gab es keinerlei Spielräume. Je nach sozialer Zugehörigkeit war das Leben mehr oder weniger vorherbestimmt. Für Frauen war es noch schlimmer, selbst wenn sie dem Adel angehörten. Die Inquisition trieb dazu ihr unberechenbares Unwesen. Ducken und Mitmachen waren an der Tagesordnung, jedes Abweichen von der Regel lebensgefährlich. Und doch gab es mutige Frauen, die sich dem widersetzten. Maria Attanasio stellt in „Stark wie nur eine Frau“ zwei historisch belegte Frauen aus ihrer Heimatstadt Caltagirone vor, die sich, beide aus unterschiedlichen Klassen stammend, nicht beugten, sondern konsequent ihre eigenen Vorhaben verfolgten. Für beider revolutionärer Versuche in Richtung eines selbstbestimmten Lebens hat die Autorin ganz eigene Erzählweisen gefunden, die Dokumentarisches mit Fiktivem verknüpfen sowie Perspektiven von damals und heute aufeinander beziehen. Die herausragende Übersetzung von Judith Krieg und Monika Lustig verstärkt aufs Geschmeidigste diese anregende Beschäftigung mit sizilianischer Diversität von vor weit über 300 Jahren. (Stefanie Hetze)