William Melvin Kelley: Ein Tropfen Geduld

Aus dem amerikanischen Englisch von Kathrin Razum, Hoffmann und Kampe 2021, 288 S., € 24,-

(Stand Januar 2022)

Ludlow Washington ist fünf Jahre alt, als seine Eltern ihn in ein Heim für blinde schwarze Kinder geben. Hier lernt er ein Blasinstrument zu spielen, um sich seinen Lebensunterhalt verdienen zu können, und erfährt erstmals auch rassistische Anfeindungen. Mit sechzehn – er hat sich zu einem außergewöhnlich begnadeten Jazz-Musiker entwickelt – wird er von einem Big-Band-Manager „freigekauft“, kaum 18 und frei, zieht es ihn nach Norden, nach New York, wo er zunächst sehr erfolgreich ist. Doch die rassistischen Strukturen der USA verfolgen ihn sein Leben lang.
Konsequent aus der Sicht des seit seiner Geburt  blinden Musikers erzählt, für den Hautfarbe ein unbegreiflicher Begriff ist, wird umso klarer, wie blind Rassismus die Sehenden macht.
1965 im Original erschienen, ist dieser Roman eines lange vergessenen, hochmodernen Autors, der sowohl die Geschichte der Schwarzen in den USA als auch die Geschichte des Jazz in einer Figur vereint, jetzt glücklicherweise wieder zu entdecken.
(Syme Sigmund)

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