Kreuz und quer durch einen bunten Kontinent. Aus dem Englischen von Margot Wilhelmi, Gerstenberg 2023, 96 durchgehend farbige S., € 26,-, ab 10 für alle
Edel und geheimnisvoll lockt der schöne Einband, ihn aufzuschlagen. Innen geht es gleich weiter mit grafischen Mustern und Symbolen, einem ausführlichen Inhaltsverzeichnis und grundlegenden Infos, die zu einer Reise durch die Regionen und Länder des vielseitigen Kontinents einladen. In Texten und Bildern werden historische Ereignisse, verschiedenste Kulturen, unterschiedlichste Menschen, Sprachen, Landschaften, Schlüsselfiguren und Vorbilder sowie regionale Besonderheiten spotlightartig vorgestellt. Da kommt ebenso Traditionelles zur Sprache wie die Verwendung modernster Technik. Kinder, Jugendliche und Erwachsene erfahren durch die konzentrierten Texte der simbabwischen Autorin und die coolen Bilder des nigerianischen Illustrators jede Menge Interessantes und Wissenswertes über diesen vielschichtigen vitalen Kontinent. Die Flaggen aller Länder, ein Glossar und Register runden dieses herausragende Sachbuch für die ganze Familie ab. (Stefanie Hetze) Blick ins Buch

Kann ein Buch übers Sterben und den Tod leichtfüßig daherkommen und sogar lustig sein? Und dabei fundiert erzählen von dieser besonderen Lebenssituation, die uns alle betrifft? Ja, diesem neuen Gemeinschaftswerk Katharina von der Gathens und Anke Kuhls gelingt es, die vielen Facetten von Sterben und Trauern anschaulich, und direkt zu schildern. Für Kinder oft verwirrende, aber auch höchst interessante Vorgänge werden aus vielerlei Perspektiven erläutert: z.B. wie Sterben geht oder was bei Beerdigungen passiert. Die mal schrägen, mal einfühlsamen Illustrationen Anke Kuhls kommentieren die sachlichen Informationen aus Kindersicht. Interviews mit Menschen, die beruflich mit dem Tod zu tun haben, Beispiele vom Umgang mit dem Tod in anderen Kulturen und Zeiten, Begriffserklärungen, Witze übers Sterben und sogar Bastelanleitungen runden dieses grandiose Buch ab, das dem Sterben seine Tabus und die Gefühle von Kindern absolut ernst nimmt. Ein geniales Familienbuch. (Stefanie Hetze)
Kaya möchte einen Apfel aus dem Korb weit oben, rettet mit ihrer Oma Tinka eine Maus, will nicht die vielen Treppen laufen und knallt mit dem Kopf an eine Tür. So alltäglich wie abenteuerlich geht es in diesen neun beglückend schönen Vorlesegeschichten zu, was von Kayas Erwachsenen zuhause und in der Kita mit viel Zugewandheit, Geduld, Fantasie, vor allem immer auf Augenhöhe mit dem Kind begleitet wird. Mit dem stetig gleichen Einstieg „Soll ich dir eine Geschichte erzählen?“ knüpft Heike Brandt geschickt an die Vorliebe vieler junger Kinder an, die eigenen Erlebniswelten wieder und wieder erzählt zu bekommen. Giulia Orecchia, eine Ikone der italienischen (Kinder)Buchillustration, ausgezeichnet u.a. mit dem Premio Andersen, hat für Kayas Geschichten farbenfroh lebendige Illustrationen beigesteuert, welche die altersgemäß kurz gehaltenen Texte wunderbar ergänzen. Unser jüngster Test-Leser liebte Kaya schon im ersten Durchlauf. Kaya hat alles, was ein zukünftiger Klassiker braucht! (Jana Kühn)
Daisys Mutter, eine erfolgreiche Journalistin, verschwindet auf einer Recherchereise im Amazonas-Gebiet. Sie selbst kann sich in letzter Minute vor grimmigen Verfolgern in den Londoner Botanischen Garten retten. Dort öffnet ihr eine geheimnisvolle Pforte den Weg nach Greenwild, einer fantastischen Welt voller wundersamer Pflanzen – vor allem voller Grüner Magie. Und offensichtlich kannte ihre Mutter diese Welt, war selbst eine Botanistin. Und: “Botanistin zu sein, bedeutet vor allem, darüber nachzudenken, was wir für die Natur tun können – und nicht nur, was sie für uns tun kann.” Daisy macht sich auf die Suche nach ihrer Mutter und erlebt zahlreiche Abenteuer, die bei aller Fantasie viele Anknüpfungspunkte in unserer Welt haben und en passant für den Schutz der Einzigartigkeit von Natur- und Pflanzenwelt sensibilisieren. Fesselnder Auftakt einer magisch-botanischen Trilogie in schönster Buchgestaltung, Teil II kommt schon im Herbst – wir sind gespannt! (Jana Kühn)
Erstlesegeschichten sind eine wirklich knifflige Angelegenheit … sprachlich dürfen sie nicht überfordernd sein, aber eben auch nicht langweilig. Im besten Falle machen sie Lust auf Geschichten und motivieren mit Lektüre-Erfolgserlebnissen zum Weiterlesen. Martin Muser – Autor der von uns heiß geliebten dreibändigen Reihe „Kannawoniwasein“ – debütiert hier in diesem Genre. Und wie! Entstanden ist die als Kettenreaktion und gereimt erzählte, turbulente Geschichte eines Feuerwehreinsatzes. Das Ganze kommt als immer länger werdender Kettensatz in Erzählschleifen daher. Klingt kompliziert? Nein! Die Kinder lesen wieder und wieder, ergänzt um jeweils neue Details ähnliche Sätze. Das Wiedererkennen der Wörter hilft enorm beim Lesen. Die sehr lustigen Illustrationen von Sabine Kranz ergänzen wunderbar und helfen, der Geschichte auch auf der Bildebene zu folgen. Und mit einer Überraschung am Schluss erfahren wir schließlich doch noch, warum die Feuerwehr zu dem Haus rast, in dem Mika wohnt. (Jana Kühn)
Bis vor kurzem war Magdalenas Lieblingsort einfach zwischen ihren beiden besten Freund*innen Sofia und Flip. Doch seit dem Sommer ist alles anders. Sofia möchte endlich einen Jungen küssen. Flip wiederum schminkt seine langen Wimpern und sonnt sich in begehrlichen Blicken. Außerdem hängen alle Coolen nur noch im Skaterpark an der Pipe ab, wo die immer gleichen Typen für ihre Tricks angehimmelt werden. All das langweilt Magdalena, dazugehören möchte sie trotzdem. Sie fühlt sich ständig dazwischen, immer mit dem Druck, sich für das eine oder andere entscheiden zu müssen. Auch in ihrer Familie, wo sie seit der Trennung der Eltern regelmäßig zwischen die Fronten gerät. Genau deshalb würde Magdalena am liebsten wie früher die Tage mit Sofia und Flip im Baumhaus verbringen. Doch in letzter Zeit tauschen die beiden ständig geheimnisvolle Blicke und wollen sowieso nur an die Pipe. Als dort eines Tages die Blaue mit struppigen Haaren und schrägen Klamotten auftaucht, werden die Karten neu gemischt. Lara Schützsack beschreibt Magdalenas widersprüchliche Gefühlswelt mit großem Wiedererkennungswert für junge Lesende und auch Eltern könnten von ihrem verständnisvollen Blick einiges lernen. Bereits ihr mehrfach ausgezeichneter Roman Sonne, Moon und Sterne leuchtete einfühlsam und leichtfüßig die Gefühlswelten von Heranwachsenden aus. Zwischentöne und Auslassungen verdichten auch die Erzählweise des neuen Buchs zu einer literarischen, ja poetischen Sprache, die viel Raum lässt für eigene Gedanken. (Jana Kühn)
In Zeiten gigantischer Supermärkte und Lieferservices nach Hause sind Orte, an denen Menschen sich treffen, um Lebensmittel direkt zu verkaufen und einzukaufen, für Kinder oft Terra incognita. Dieses großformatige wimmelige Sachbilderbuch, das neben zwei Märkten in Hamburg und München, berühmte Märkte, Basare und Hallen aus verschiedenen Ländern und Kontinenten vorstellt, lädt Kinder und Erwachsene ein, sich mit allen Sinnen in das vielfältige Marktgeschehen zu stürzen. Jede Menge Lebensmittel gibt es zu entdecken, Rezepte regen zum Kochen und Ausprobieren neuer Gerichte und Gaumenfreuden ein. Ein paar Begriffe in den verschiedenen Sprachen lassen sich lernen, Preise für Obst, Snacks usw. einordnen, die verschiedensten Einkaufsgewohnheiten anschauen – kurzum ein pralles tolles Buch, in dem es viel zu entdecken gibt und Lust macht, selbst einmal einen Wochenmarkt zu besuchen und / oder in der Gruppe sich über die Märkte, die die Kinder kennen, auszutauschen. 
Schaukeln macht richtig Spaß. Es kann hoch hinaus gehen, beinahe himmelhoch lässt es sich fliegen, aber auch das Fallen ist nahe. Und dann sind noch die anderen, die auch alle gerne schaukeln wollen. . . Die Künstlerin Britta Teckentrup hat eine Schaukel oberhalb eines Meeres gezeichnet und Jahre voller Freuden, Begegnungen und Stimmungen an diesem besonderen Ort festgehalten, der sich ständig verändert. Kindern kommen zum Toben und Spielen, Jugendliche zum Flirten und Nachdenken, Erwachsene zum Nachdenken und gesellig Sein. Tiere begegnen sich dort, das Wetter, die Tageszeiten ändern sich, auch nagt die Zeit an ihr. Pflanzen und Gestrüpp wuchern sie zu, bis ein Vater, der sich an diese Schaukel aus seiner Kindheit erinnert, sie mit seinem Kind wieder davon befreit. Menschen kommen hinzu und reparieren sie, bis endlich wieder auf ihr geschaukelt werden kann! Ein stimmungsvolles illustriertes Buch zum immer wieder Anschauen, Gedanken nachzuhängen und miteinander über das Leben zu philosophieren. (Stefanie Hetze)
Das Eisvogelmädchen Pips ist sich sicher: Heute findet ihr erster Flug statt. Salto hopp und los! Grandios, wie Corey R. Tabor das Entsetzen und die verzweifelten Versuche von Eichhörnchen, Bienen und Spinnen einfängt, um Pips vielleicht doch noch zu retten. Doch Pips saust nach unten! Doch aufgepasst, hier kommt der Clou: Hat Pips im Sturzflug die Mitte des Bilderbuches erreicht, muss es gedreht werden. Und hoppla: Pips fliegt ja! Aus dem scheinbaren Fallen wird ein stolzer Aufstieg, den nun alle Bewohner des Baumes überschwänglich beklatschen. So simple wie genial – in der Idee der Buchgestaltung, vor allem mit einer selbstbewussten Bilderbuchheldin, die Mut macht und begeistert! (Jana Kühn)