Aus dem Russischen von Thomas Weiler, Gerstenberg 2023, 80 S., € 26,-, ab 8
In Zeiten gigantischer Supermärkte und Lieferservices nach Hause sind Orte, an denen Menschen sich treffen, um Lebensmittel direkt zu verkaufen und einzukaufen, für Kinder oft Terra incognita. Dieses großformatige wimmelige Sachbilderbuch, das neben zwei Märkten in Hamburg und München, berühmte Märkte, Basare und Hallen aus verschiedenen Ländern und Kontinenten vorstellt, lädt Kinder und Erwachsene ein, sich mit allen Sinnen in das vielfältige Marktgeschehen zu stürzen. Jede Menge Lebensmittel gibt es zu entdecken, Rezepte regen zum Kochen und Ausprobieren neuer Gerichte und Gaumenfreuden ein. Ein paar Begriffe in den verschiedenen Sprachen lassen sich lernen, Preise für Obst, Snacks usw. einordnen, die verschiedensten Einkaufsgewohnheiten anschauen – kurzum ein pralles tolles Buch, in dem es viel zu entdecken gibt und Lust macht, selbst einmal einen Wochenmarkt zu besuchen und / oder in der Gruppe sich über die Märkte, die die Kinder kennen, auszutauschen. Blick ins Buch


Schaukeln macht richtig Spaß. Es kann hoch hinaus gehen, beinahe himmelhoch lässt es sich fliegen, aber auch das Fallen ist nahe. Und dann sind noch die anderen, die auch alle gerne schaukeln wollen. . . Die Künstlerin Britta Teckentrup hat eine Schaukel oberhalb eines Meeres gezeichnet und Jahre voller Freuden, Begegnungen und Stimmungen an diesem besonderen Ort festgehalten, der sich ständig verändert. Kindern kommen zum Toben und Spielen, Jugendliche zum Flirten und Nachdenken, Erwachsene zum Nachdenken und gesellig Sein. Tiere begegnen sich dort, das Wetter, die Tageszeiten ändern sich, auch nagt die Zeit an ihr. Pflanzen und Gestrüpp wuchern sie zu, bis ein Vater, der sich an diese Schaukel aus seiner Kindheit erinnert, sie mit seinem Kind wieder davon befreit. Menschen kommen hinzu und reparieren sie, bis endlich wieder auf ihr geschaukelt werden kann! Ein stimmungsvolles illustriertes Buch zum immer wieder Anschauen, Gedanken nachzuhängen und miteinander über das Leben zu philosophieren. (Stefanie Hetze)
Das Eisvogelmädchen Pips ist sich sicher: Heute findet ihr erster Flug statt. Salto hopp und los! Grandios, wie Corey R. Tabor das Entsetzen und die verzweifelten Versuche von Eichhörnchen, Bienen und Spinnen einfängt, um Pips vielleicht doch noch zu retten. Doch Pips saust nach unten! Doch aufgepasst, hier kommt der Clou: Hat Pips im Sturzflug die Mitte des Bilderbuches erreicht, muss es gedreht werden. Und hoppla: Pips fliegt ja! Aus dem scheinbaren Fallen wird ein stolzer Aufstieg, den nun alle Bewohner des Baumes überschwänglich beklatschen. So simple wie genial – in der Idee der Buchgestaltung, vor allem mit einer selbstbewussten Bilderbuchheldin, die Mut macht und begeistert! (Jana Kühn)
Das Anne-Frank-Haus an der Prinsengracht in Amsterdam, das zwei Jahre lang Anne Frank und ihrer Familie Schutz bot, ehe ihr Versteck verraten und sie von den Nazis deportiert und ermordet wurden, ist der Protagonist dieses besonderen Sachbilderbuchs. Die detailreichen, zeitlich verorteten Bilder und der präzise, aber einfühlsame Text erzählen aus der Perspektive des Gebäudes dessen wechselhafte Geschichte und die seiner unzähligen Bewohner:innen. So entsteht für Kinder unmittelbar nachvollziehbar ein geographischer und historische Kontext für die Gewalt, die Anne Frank angetan wurde, der im ausführlichen Anhang vertieft wird. Nach Haus am See lädt der neueste Geniestreich des Duos Thomas Harding und Britta Teckentrup Kinder und Erwachsene ein, Dinge und Ereignisse in Zusammenhängen zu begreifen und sich darüber auszutauschen.
Genial dieses hinreißende Bilderbuch! In seinem nur von einer schwachen Lampe beleuchteten Zimmer entdeckt ein Kind neben sich auf dem Bett ein riesiges freundlich-dreinblickendes Nashorn. Der Vater glaubt nicht, dass ein Nashorn im Kinderzimmer sei und versucht, dies zu beweisen, indem er überall nachschaut und seiner Ansicht nach auch keines findet. Doch sein Sohn Ludwig und die das Buch anschauenden Kinder wissen es besser und entdecken sofort die vielen Nashornverstecke. Ludwig versucht, seinem begriffsstutzigen Papa auf die Sprünge zu helfen, der immerhin einsieht, dass der Mond da ist, obwohl sie ihn in diesem Moment nicht sehen können. Doch beim Nashorn Fehlanzeige, da bleibt er stur.
Kann eine Geschichte Erinnerungen an Momo und Alice im Wunderland wecken, so erwachsene Geschichten wie 1984 und Schöne Neue Welt zitieren und dennoch einen ganz eigenen Erzählton für junge Leser:innen treffen? Oh ja! Man stelle sich vor, die eigene Erlebniswelt sei räumlich auf ein Punkthochhaus bzw. wenige Etagen darin begrenzt. Von einigen Fenstern aus sind in der näheren Umgebung andere Hochhäuser zu sehen. Doch dort kommt man nie hin – man kommt überhaupt nie raus. Der eigene Radius beschränkt sich auf farblich markierte Etagen. Protagonistin Nevo beispielsweise wohnt in Etage Zinnoberrot, Wohnung Nr. 4. Ihr Alltag in den Gängen und Etagen ist streng reglementiert: nicht rennen, nicht rumlungern – de facto ist alles untersagt, was Kindern Spaß macht. Wer sich nicht an die Regeln hält, muss nach Unten. Dies ist nicht nur als gesellschaftlicher Abstieg verpönt, sondern auch mit großen Ängsten verbunden. Niemand weiß, was unten genau passiert, aber es soll gefährlich sein … Als Nevos Freundin Juma jedoch versehentlich in einem Wäscheschacht nach unten fällt und spurlos verschwindet, macht sich Nevo auf den Weg durch unendliche Gänge, Schächte und Treppenhäuser. Ein Haus, das in all seiner Begrenztheit zu einer ganzen hermetischen Welt mit einem Oben und einem Unten wird – aber wo ist Anfang, wo Ende? Dunkel, spannend, packend, gleichzeitig sehr smart und absurd komisch zieht Maja Ilisch ihre Leser:innen geradezu sogartig immer tiefer ins Treppenhaus und seine Geheimnisse! (Jana Kühn)
Ole und Hans Könnecke, Vater und Sohn, Illustrator und Komponist haben ein tolles, unterhaltsames wie kundiges, sehens- wie hörenswertes Sammelsurium von Akkordeon bis Vibrafon gestaltet. Bilder und Texte sind – ganz Ole Könnecke – sehr, sehr lustig und versammeln eher kuriose Fakten, für die sich auch schon Kinder im Kita-Alter begeistern können, beispielsweise, dass eine Tuba auseinandergewickelt 4m lang ist. Die dazugehörigen Musikstücke sind mit einer knappen Minute lang genug, um einen wirklichen Eindruck des variantenreichen Klangs eines jeden Instruments zu vermitteln, um bei der Tuba zu bleiben von warm und gemütlich bis zu beinah bedrohlich. Schauen und lesen plus per QR-Codes eigens komponierte Hörbeispiele? Wow: Hört sich gut an! (Jana Kühn)
La ricerca continua e oltrepassa i confini nazionali! Dopo Libere e sovrane. Le donne che hanno fatto la Costituzione Settenove ha pubblicato da pochi giorni una nuova, appassionante indagine. Con testi di Pina Caporaso e Giulia Mirandola e illustrazioni di Michela Nanut, questo coloratissimo libro vi conquisterà con le storie delle sue incredibili protagoniste. Militanti, artiste, insegnanti, sindacaliste, le donne raccontate in questo albo sono figure fondamentali, che hanno sognato una società più giusta e solidale e contribuito con il loro impegno e le loro opere a compiere importanti passi in avanti verso la parità di genere e la conquista di diritti fondamentali in vari angoli dell’Europa. Ricordare le imprese di queste signore coraggiose, approfondirle, ma anche scoprirle per la prima volta, aiuta piccoli e grandi a ricordare l’importanza delle idee, in un percorso europeo ancora in divenire. (Giulia Silvestri)
Oh! Ma anche: oh-oh! Questo coloratissimo libro cartonato contiene tanti animali e tante esclamazioni. Con le loro mosse e le loro facce buffe, coppie di animaletti giocano con i suoni che accompagnano le loro scenette. Che rumore fa una papera quando cerca di beccare la sua amica? Naturalmente: gnam! E che rumore fa un maialino quando vede passare una mosca? Toh! Questa galleria di animali, illustrata da Massimo Caccia e raccontata da Giovanna Zoboli, parla dei legami con gli altri, di vicinanza, e lontananza, di conflitto e di empatia. E lo fa con tutta la leggerezza necessaria per imparare fin da piccoli a sentire e percepire chi ci sta intorno, fra somiglianze e differenze, giocando con l’immaginazione. (Giulia Silvestri)