John Williams: Augustus

Aus dem Amerikanischen von Bernhard Robben, dtv 2016, 480 S., € 24,-

williams_john_augustus_dante_connection_buchhandlung_danteperleEs beginnt mit einem Brief Cäsars, der seinen Großneffen Gaius Octavius schätzt und fördert. Doch kurz darauf ist der Herrscher einem Attentat zum Opfer gefallen. Was wird nun aus dem jungen, ehrgeizigen Großneffen, der eigentlich der Philosophie und Gelehrsamkeit zuneigt? In fiktiven Briefen, Tagebucheinträgen und Dokumenten zeichnet Williams das Leben und die Persönlichkeit des uns heute als Augustus bekannten Gaius Octavius nach, seinen Weg zur Macht, der ihn als Menschen verändert, seine lange Regierungszeit mit ihren politischen Verschiebungen, schließlich seinen Tod. Es ist großartig, wie Williams umkreist, was und wie es gewesen sein könnte und dabei den verschiedenen Figuren, Freunden, Familienmitgliedern, Zeitgenossen, Gegnern Augustus‘ eine sehr lebendige Stimme verleiht. Sofort gerät man hinein in den Sog einer bewegten Zeit, die der unsrigen so fern liegt und von der doch so viele Verbindungslinien zu uns führen. (Judith Krieg)

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Colin McEvedy: Städte der klassischen Welt

120 Zentren der Antike von Alexandria bis Xanten, aus dem Englischen von Susanne Held, Klett-Cotta 2013, € 29,95 .

1102_01_SU_McEvedy_StaedteDerKlassischenWelt_ANSICHT_GESAMT.inddWas haben Aosta, Smyrna, York  und  Cordoba gemeinsam? Sie alle sind in der römischen Antike entstanden und werden wie 116 weitere  Zentren der Klassischen Welt in diesem außergewöhnlichen Atlas vorgestellt. Erarbeitet hat ihn einer dieser britischen Universalgelehrten, der Psychiater, Historiker und Demograph Colin McEvedy. In seinem Lebenswerk  stellt er in alphabetischer Folge   städtische Zentren mit damals meist bereits mehr als 10.000 Einwohnern und deren Geschichte, Topographie, Bevölkerung und berühmten Bauwerke vor. Dadurch stehen heute eher unwichtig erscheinende Städte wie Chur oder Rieti neben so bedeutenden wie Paris oder Ammann und laden gerade dadurch zu gedanklichen (oder realen Besuchen!) in diese vielfältigen historischen Städte ein. Herausragend sind auch die Karten, die alle von McEvedy im gleichen Maßstab  gezeichnet wurden, so dass die damaligen Größenunterschiede der Städte sofort ins Auge fallen. So war Athen damals gegenüber Alexandria vergleichsweise winzig. So  stößt man beim Stöbern  auf viele Zusammenhänge und manches Detail, wunderbare Gelegenheiten zu Zeitreisen in eine markante Epoche. (Stefanie Hetze)

Yvan Pommaux: Odysseus listenreich und unbeirrt

Nach Homers Odyssee. Aus dem Französischen von Erika und Karl A. Klewer. Kolorierung von Nicole Pommaux. Moritz Verlag 2012, €19,95

pommaux-odysseus-listenreich-und-unbeirrt_danteperle_dante_connection-buchhandlung-berlin-kreuzbergDie zehnjährigen Irrfahrten und Abenteuer des Odysseus im Mittelmeerraum, der Sagenschatz des klassischen Altertums, werden von dem französischen Bilderbuchkünstler in all ihrer Dramatik und Komplexität erzählt. Die Gefahren, die Gewalt, die Listen, mit denen sich Odysseus herumschlägt, aber auch seine Liebesabenteuer – nichts wird verharmlost oder beschönigt. Pommaux  Sprache ist dabei klar und zeitgemäß. Die Vielfalt und die Wucht der detailreichen Bilder laden Kinder und ganze Familien ein, sie immer wieder anzuschauen und sich mit der spannenden Antike zu beschäftigen. Für Menschen ab 5. (Stefanie Hetze)