Aus dem Amerikanischen von Penelope Dützmann, Orlanda Verlag 2021, 32 S., € 16,-, ab 4
Joseph lebt mit seiner Mutter in einem Geflüchtetencamp in Kenia. Jeden Tag aufs Neue bewundert er das Fahrrad eines älteren Jungen, kann aber nicht damit fahren, da es viel zu groß für ihn ist. Auch als es der Familie schließlich gelingt, in die USA auszureisen, bleibt der Traum vom Rad mehr als lebendig. Und dann steht vor dem neuen Wohnhaus ein rotes Rad und mit dessen selbstbewusst fröhlicher Besitzerin entspinnt sich eine neue Freundschaft. Malerische und farbenfrohe Illustrationen begleiten diese Geschichte über einen Neuanfang in der Fremde.


Hanna liebt Kuchen und sie backt sie auch sehr gerne selbst. Für das Schulfest organisiert sie einen Kuchenbasar und alle ihre Freund:innen helfen mit. Da kommen ganz verschiedene leckere Sachen zusammen von traditionellen Empanadas und Kardamon-Keksen bis zum veganen Schokokuchen oder Birnen-Ingwer-Muffins. Und die sehr verschiedenen Herkünfte der Süßigkeiten spiegeln sich natürlich auch in den Kindern und ihren Familien wider. Die Illustrationen sind in warmen Farben, schön ohne zuckersüß zu sein. Und die Rezepte in einfacher Sprache und in anschaulichen Beschreibungen verfasst. Der Kuchenbasar wird ein Riesenerfolg!
Ein Junge wundert und grämt sich über seinen pinken Schatten, der glitzert, tanzt und Kleider mag. Dass alle seine männlichen Vorbilder einen blauen Schatten haben, macht es nicht einfacher. Auch sein Vater ist ihm anfangs keine Hilfe dabei, seinen Schatten bzw. seine Vorlieben und Identität anzunehmen. Doch das ändert sich im Laufe der Geschichte und gemeinsam mit seinem Vater gelingt es ihm, seinen Schatten und letztlich sich selbst zu mögen. Lustig gereimt und farbenfroh illustriert, erzählt Scott Stuart hier die Geschichte seines Sohnes und seiner Vaterrolle.
Ein Fuchs an der Ampel? Ein Eichhörnchen am Balkon? Und ein Waschbär im Park? Immer mehr Wildtiere erobern die Stadt. Wimmelige Bilder aus der Stadt, auf denen es viel, viel zu entdecken gibt, zeigen wo sie hier leben, was sie fressen und was man für sie tun kann oder lieber nicht. Wie man es schon von den Pappbilderbüchern von Katrin Wiehle kennt, wurde zu 100 % auf Ökopapier und mit Ökofarben gedruckt.
Wegen eines schlimmen Sturms muss ein alleinerziehender Vater mit seinen drei Kindern im Haus bleiben – und das für lange Zeit. Denn der Sturm will einfach nicht vergehen. Bald schon gehen sie einander gehörig auf die Nerven und es kommt zum Streit. Erst als der Strom ausfällt, beginnen sie sich einander wieder anzunähern. In farblich reduzierter, aber nicht minder starker wie einfühlsamer Bildsprache wird hier der Sturm zur Metapher für eine andere Zeit, in der wir alle zuhause bleiben mussten – oder etwas ganz anderes?!
Timo liebt seinen Tutu und würde ihn am liebsten jeden Tag tragen. Den etwas skeptischen Fragen der anderen Kinder in der Kita begegnet er mit großem Selbstwertgefühl, sodass sein Tutu mit ebenso großem Selbstverständnis aufgenommen wird. Eine abschließende Doppelseite deutet an, dass das Kind als erwachsene Person seine geschlechtliche Identität gewechselt haben wird, queer leben wird oder oder oder … ein offenes Ende, das ein guter Anlass für Gespräche mit Kindern zu Geschlechterrollen sein kann.
Zwei Mädchen – Children of Colour – fahren mit einem rappelvollen Lastenrad zum Schrottplatz: Das muss alles weg! Aber Stopp, kommt da ein grünes Riesenmonster um die Ecke und bastelt sich aus den alten Töpfen, Pfannen und Kochgeschirr ein Halsband. Und so geht es munter weiter, bis das Rad leer ist und die beiden mutigen Mädchen einen monstermäßigen Freund gefunden haben. Eine in märchenhaft schönen Bildern erzählte fröhliche Upcycling Geschichte, die Kindern spielerisch das Thema Nachhaltigkeit vermittelt.
Ach, wäre es nicht toll, könnte Peter pfeifen? Es spielte sich noch so viel lustiger mit seinem Hund Willy! Doch es will einfach nicht das kleinste Tönchen aus seinem Mund kommen. Dann macht Peter eben etwas anderes, er hüpft und zeichnet – und hoppla! Plötzlich entwischt seinen Lippen ein erster Pfiff. Schon das zweite Bilderbuch erzählt aus Peters Alltag, von seinen kindlichen Entdeckungen und neugierigen Erkundungen. Bereits 1964 in den USA erschienen, trifft Ezra Jack Keats mit seinen echten Vintage-Illustrationen nicht nur ästhetisch, sondern in der Selbstverständlichkeit des Schwarzen Kindes auch thematisch den Nerv unserer Zeit.
Die US-amerikanische Dichterin Amanda Gorman hat eine Hymne für alle Kinder und ihre Erwachsenen verfasst, die von den großen Konflikten unserer Zeit erzählt und vor allem dazu ermutigt diese gemeinsam in die Hand zu nehmen. Loren Long hat dafür das farbenfrohe Bild einer Musik-Band gefunden, die sich stetig um neue Instrumente erweitert und so dem Lied der Hoffnung mehr Kraft verleiht, zu mehr Lautstärke verhilft und so immer weiter neue Stimmen und Mitstreiter:innen erreicht. Nur gemeinsam wird ein Wandel ein Change in den Themen Umweltschutz, Armut und gesellschaftlicher Ausgrenzung stattfinden, so die Botschaft in Bild & Text.