1. bis 4. Oktober 2025

Einladung zum kollektiven Dialog in der Blackbox

An den Tagen um den 3. Oktober eröffnen die Theatermacherinnen Gesine Danckwart und Katrin Hentschel die erste OST-WEST-KANTINE. Um aus dem Untergrund die Wiedervereinigung zu befragen und neu und anders zu zelebrieren, stellen wir Dialog ins Zentrum. Sie laden Zuschauer, Künstlerinnen, Experten, Bürgerinnen und Interessierte ein: Mischt euch! Tauscht euch aus!

Am kollektiven Kantinenfeuer werden Geschichten, Haltungen, Entwürfe, Musiken und Menüs zu Vergangenheit und Gegenwart, zu europäischen Grenzen, Nachhaltigkeit und gemeinsamen Zukunftsvisionen performt und diskutiert. Es geht um das „Wir“ unserer Vergangenheit und Gegenwart: Ost. West. Frau. Mann. Oben. Unten. Gemeinsam.

Mit Songs von Masha Qrella, in einem Setting von Johanna Meyer und Alexander Wolf, in dem sich westliche und östliche Ikonen treffen, Fame sich mit sozialistischen Handschlag verschwistert, entwickeln wir ein neues künstlerisch-diskursives Format.

Die Dante bringt die Bücher mit.

Wann? 1. bis 4. Oktober
Wo? Akademie der Künste // Pariser Platz
Eintritt frei

Alle Informationen mit Uhrzeiten und Podien findet ihr hier.

Donnerstag, 25. September

Buchpremiere Kaśka Bryla »Mein Vater, der Gulag, die Krähe und ich«

Das Literaturhaus Berlin präsentiert Kaśka Bryla und ihren neuen Roman »Mein Vater, der Gulag, die Krähe und ich« (Residenz Verlag). Die Dante bringt die Bücher mit.

Der Sommer 2020 ist heiß und schön, und doch herr­schen überall Angst und Verunsicherung inmitten der Corona-Pandemie – auch auf dem Bauwagenplatz, wo die Autorin wohnt und mit einem schweren Krankheitsverlauf kämpft. Kraft geben ihr die inneren Gespräche mit dem Vater, der als Mitglied der polnischen Untergrundarmee im Gulag interniert war.

Seine Widerständigkeit hat sie geprägt. Ihr eigener Kampf um ein selbstbestimmtes Leben als queere Frau ist ähnlich und doch ganz an­ders. Kraft gibt ihr aber auch das gestrandete Krähenbaby Karl, für das sie sorgt, solange es nicht fliegen kann. Liebevoll, lakonisch und manchmal surreal ver­flicht Kaśka Bryla Aufnahmen der Gespräche mit dem Vater, Fieberträume und Einsamkeit.

Darüber, was es bedeutet, ein Versprechen zu halten und über ihr neues Buch spricht Kaśka Bryla mit der Literaturredakteurin Cornelia Geissler.

Wann? Donnerstag, 25. September um 19 Uhr
Wo? Bibliothek am Luisenbad, 13359 Berlin-Wedding
Eintritt 9 € / erm. 6 € / Berlin-Ticket S 3 €

Mittwoch, 17. September 2025

Buchpremiere A. L. Kennedy »Alle freuen sich«

Das Literaturhaus Berlin präsentiert A. L. Kennedy und ihren neuen Erzählband »Alle freuen sich« (Gepardenverlag). Die Dante bringt die Bücher mit.

Eine Panik-Attacke mitten in einem Londoner Bahnhof, eine frisch verheiratete Frau, die unsicher ist, ob sie nicht doch einen Fehler gemacht hat, und eine Protagonistin, die sich nach dem Verlust von Mann, Tochter und Mutter in einem neuen Leben einrichten muss.

Über die Kunst der Kurzgeschichte spricht A.L. Kennedy mit der Autorin und Übersetzerin Lucy Jones. Den deutschen Text liest Alina Vimbai Strähler.

Eine Veranstaltung in englischer Sprache.

Wann? Mittwoch, 17. September um 19 Uhr
Wo? Prinzenallee 33, 13359 Berlin-Wedding
Eintritt 9 € / erm. 6 € / Berlin-Ticket S 3 €

Miku Sophie Kühmel: Hannah

S. Fischer 2025, 301 Seiten, 24 Euro

Eine wahre Begebenheit: Hannah Höch, bereits erfolgreich in den ersten Stufen ihrer Karriere als Künstlerin und frisch befreit vom dominanten Dadaisten Raoul Hausmann, lernt 1926 die charismatische Autorin und Übersetzerin Til Brugman kennen, die noch kaum veröffentlicht hat.  Ihre gegenseitige Anziehung ist enorm, eine intensive Liebesbeziehung auf Augenhöhe entsteht, die fast zehn Jahre dauern sollte. Die beiden Frauen pendeln zwischen Den Haag und Berlin, zwischen zwei Sprachen, zwischen Erfolg und Misserfolg, Selbständigkeit und Zweisamkeit. Sie müssen Geld verdienen, ihren gemeinsamen Alltag, Freundschaften, Familien bewältigen und als Künstlerinnen vorankommen. Und dies als lesbisches Paar in Zeiten des erstarkenden Faschismus. Diese queere Geschichte selbst ist schon interessant genug, der Text aber, wie ihn die Autorin montiert und poetisiert hat, ist ein literarisches Ereignis. Kühmel hat sich von den beiden Figuren und ihren künstlerischen Praktiken inspirieren lassen und verwebt, verdichtet, zerschneidet, umkreist  Fakten, Briefe, Zitate, Erfundenes, Weltpolitisches und Privates zu einem hinreißenden Liebes- und Künstlerinnenroman. (Stefanie Hetze)

Das bestelle ich bei Dante!

Tom Percival: Der Junge in den falschen Schuhen

Übersetzt von Martina Tichy, Rotfuchs 2025, 336 Seiten, 14,90 Euro, ab 11

Wills Schuhe sind nicht nur auf gar keinen Fall cool, sie sind richtig oll. Genau wie alle seinen anderen Sachen auch. In der Schule wird er gehässig Ramschladen gerufen. Er wohnt mit seinem versehrten und arbeitslosen Vater in einer Gegend mit einschlägigem Ruf. Das Zuhause bleibt oft kalt, der Kühlschrank leer. Das war nicht immer so, aber je länger dieser prekäre Zustand Alltag ist, desto dünnhäutiger wird Will. Und irgendwann helfen selbst die einzigen beiden Lichtpunkte, sein bester Freund Cameron und das Zeichnen, nicht mehr darüber hinweg und Will droht allen Halt zu verlieren. In jeder Zeile des eindrücklichen Romans für Kinder liest sich mit, dass Tom Percival aus eigener Erfahrung genau weiß, wovon er schreibt. Detailreich sind nicht nur die beschwerlichen Lebensverhältnisse beschrieben, sondern ebenso die Strategien des Kindes davon abzulenken – Scham als grundsätzliches Lebensgefühl. Dennoch ist das Buch keinesfalls erdrückend in seiner Problematik, es zeichnet sich vor allem durch eine genaue emotionale Vielseitigkeit aus: das Glück gute Freund*innen um sich zu wissen, die tiefe Ruhe, die sich beim Zeichnen einstellt, der Stolz sich trotz aller Schwierigkeiten integer zu behaupten. Und wer Tom Percival bisher eher als Illustrator kannte, dem sei gesagt, dass auch dieses Buch mit stimmungsvollen Zeichnungen aus seiner Hand versehen ist. (Jana Kühn)

Das bestelle ich bei Dante!

Simonetta Agenllo Hornby: Er war ein guter Junge


Aus dem Italienischen von Christine Ammann, Folio Verlag, 2025, 252 Seiten, 26 Euro

„Was mag aus uns werden?“, diese Frage begleitet die Freunde Giovanni und Santino, die – beide vaterlos – gemeinsam in Sciacca, einer Hafenstadt im Südwesten Siziliens, heranwachsen.
Giovanni führt ein weitestgehend sorgenfreies Leben. Sein Großvater dient ihm als moralischer Gradmesser, seine Mutter sorgt für gute Bildung und die richtigen Kontakte. Santino hingegen versucht dem wirtschaftlichen Abstieg seiner Familie etwas entgegenzusetzen, indem er schon früh den Familienunterhalt aufbessert. Beide Jungs sind ehrgeizig: „Wir werden die Besten sein.“ Und sie werden die Besten – Santino als erfolgreicher Bauunternehmer, Giovanni als angesehener Anwalt. Sie waren gute Jungen und sind jetzt gute Söhne, Freunde, Ehemänner, Väter. Dabei verstricken sich, erst unbewusst, dann wissentlich, immer weiter in ein Netz aus Abhängigkeiten, Gefälligkeiten und Korruption.
Subtil erzählt und fesselnd geschrieben zeichnet der Roman zugleich das Porträt einer Freundschaft sowie der sizilianischen Gesellschaft der 1960er bis 1980er Jahre.
Die perfekte Lektüre für einen spätsommerliche Italienurlaub. (Katharina Bischoff)

Das bestelle ich bei Dante!

LESEN & SPIELEN für Kinder ab 8

 

Kommt mit uns nach Carp City, dem Wimmelspiel im Buchformat!

Das neue Meisterwerk der polnischen Illustrator*innen und Autor*innen Aleksandra Mizielińska und Daniel Mizieliński ist Geschichte, Abenteuer und Spiel zugleich.

Gemeinsam wollen wir mit Euch auf Streifzüge durch Carp City gehen und haben einige Geschichten aus dem Buch wandgroß in unseren Projektraum geholt. Ob es uns gelingt das Rätsel um den tanzenden Karpfen zu lösen? Kommt und rätselt mit …

Wann? Sonntag, 30.11 um 15 Uhr
Wo? Projektraum O45

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FeelAustria Week 2025

 

Im Rahmen der FeelAustria Week 2025 präsentiert sich auch die zeitgenössische Literatur aus Österreich vom 9. bis 14. September in Berlin. Unter dem Titel WortAustria entsteht ein Literaturprogramm, das österreichische Autor:innen, Verlage und aktuelle Bucherscheinungen ins Rampenlicht stellt. Teil davon ist der in Wien und Bozen ansässige Folio Verlag, der Dacia Maraini als eine der wichtigsten zeitgenössischen Stimmen Italiens veröffentlicht.

Dacia Maraini ist fast 90 Jahre alt. Und fast ebenso lange hat sie gebraucht, um schmerzliche Kindheitserinnerungen zu Papier zu bringen: Gemeinsam mit ihrer Familie wurde sie 1943 in Japan interniert, nachdem sich ihre Eltern Fosco und Topazia Maraini geweigert hatten, Mussolinis Repubblica di Salò anzuerkennen. Das kann Japan, als mit den faschistischen Regimes in Italien und Deutschland verbündete Macht, nicht hinnehmen und die Marainis werden, gemeinsam mit anderen italienischen Familien, in ein Gefangenenlager gebracht.

Die siebenjährige Dacia ist der Kälte, den Parasiten und dem Sadismus der Wachen ausgesetzt, sie ernährt sich von Reis und Ameisen. Während die Mutter versucht, die bröckelnde Solidarität der Gruppe zu kitten, hackt sich der Vater in der Tradition der Samurai einen Finger ab, als Akt verzweifelter Selbstbehauptung. Doch was ein auswegloser Gefängnisbericht sein könnte, verwandelt Dacia Maraini immer wieder in solidarische Momente des Zusammenhalts und beschreibt mit großer Zärtlichkeit, wie die  japanische Sprache und Kultur trotz allem ihre Kindheit geprägt haben.

Darüber spricht Dacia Maraini mit der Autorin Miku Sophie Kühmel. Es liest Sabine Falkenberg.

Wann? Mittwoch, 10. September um 19 Uhr
Wo? Kunstquartier Bethanien,
Eintritt frei.

In italienischer und deutscher Sprache, simultan übersetzt von Johannes Hampel.

Eine Veranstaltung des Lietarturhaus Berlin in Kooperation mit Istituto Italiano di Cultura / Italienisches Kulturinstitut. Die Dante bringt die Bücher mit.

Esther Becker: Notfallkontakte

Verbrecher Verlag 2025, 106 Seiten, 20 Euro

Nach ihrem grandiosen Roman Wie die Gorillas hat Esther Becker mit Notfallkontakte nun einen Erzählband vorgelegt, der seinen Protagonist*innen wieder atemberaubend nah kommt und virtuos die gesamte Bandbreite der kurzen Form auszuspielen versteht. Das plötzliche Fehlen eines Rettungsringes an der Brücke, der doch immer da war. Unerklärliche Warteschlangen. Oder eines Tages: ein wachsendes Loch im Küchenboden. Es sind die leichten Verschiebungen der Realität, die eine Geschichte in Gang setzen und den Konstellationen von Nähe, den Varianten von Macht, Kontrolle und Selbstverlust in Beziehungen nachspüren. Notfallkontakte erzählt aber auch und vor allem von Kompliz*innenschaft – mit sich selbst, mit Weggefährt*innen, mit Fremden. Mund zu, treiben lassen heißt eine der traurigsten und poetischsten Erzählungen in der Sammlung und genau das scheint Programm: ertrinken, abtauchen, sich treiben lassen in dem urbanen Erzählstrom, der dann plötzlich schlank, lyrisch, fast abstrakt seinen ganz eigenen Rhythmus offenbart. Die Fäden, die Esther Becker zwischen ihren Erzählungen spannt sind dünn, manchmal sehr nah an der Oberfläche oder auch gar nicht sichtbar. Die Figuren entziehen sich oft im letzten Moment einer eindeutigen Zuschreibung, verhalten sich ganz anders als erwartet oder spielen bewusst mit Identitäten und sind damit Teil einer Welt, die im Unvorhersehbaren ihre größte Schönheit entfaltet. (Kerstin Follenius)

Das bestelle ich bei Dante!

Einladung zur ersten Dante-Lesung 2026

Esther Becker NOTFALLKONTAKTE

Nach ihrem grandiosen Roman Wie die Gorillas hat Esther Becker mit Notfallkontakte nun einen Erzählband vorgelegt, der seinen Protagonist*innen wieder atemberaubend nah kommt und virtuos die gesamte Bandbreite der kurzen Form auszuspielen versteht. Das plötzliche Fehlen eines Rettungsringes an der Brücke, unerklärliche Warteschlangen oder eines Tages: ein wachsendes Loch im Küchenboden …

Wann? Freitag, 30. Januar um 20 Uhr
Wo? in der Dante
Soli-Eintritt 8 / 10 / 15 Euro
anmeldung@danteconnection.de