Giorgia Vezzoli: Period Girl

Settenove 2020, pp. 206, ca € 18,50, dai 10 anni

(aggiornato gennaio 2022)

Hanno tanti nomignoli, alcuni sono buffi, altri servono solo a trovare un modo per non nominarle: le mestruazioni. Acerrimo nemico di tante ragazze, guardate con sospetto e/ o disgusto per secoli, per certe persone arrivano proprio veloce. All’arrivo del temuto primo ciclo Robin ha undici anni e si sente troppo piccola per affrontare tutti i dolori e i malumori del caso. Se non fosse che… presto si accorge che all’arrivo di ogni mestruazione succede in lei qualcosa di molto strano, che le fa sviluppare un potere in grado di curare e far nascere le piante. Period girl è un delizioso, delicato romanzo femminista e ambientalista per ragazze coraggiose. Non è mai troppo presto per diventare magiche! (Giulia Silvestri)

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Simona Baldelli: Alfonsina e la strada

Sellerio 2021, pp. 320, ca € 23,50

(aggiornato gennaio 2022)

Questo libro ha una splendida protagonista: il suo nome è Alfonsina Strada. Nata in una famiglia molto povera agli albori del ventesimo secolo, cresciuta in tempi duri nelle vicinanze di Bologna, additata come pazza per la sua esuberanza, nel 1924 riesce a partecipare al Giro d’Italia, unica donna in un contesto tradizionalmente riservato agli uomini.
Con una grazia narrativa fuori dal comune e una spiccata capacità nel ricostruire contesti storici e sociali per molti versi ancora vicini a noi, Simona Baldelli riesce a omaggiare magistralmente una figura dal sapore leggendario. Commovente e denso, questo romanzo è una lettura raccomandata a tutti coloro che amano i personaggi femminili forti, storie di ispirazione biografica e gli anni ’20. (Giulia Silvestri)

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Michele Mari: Le maestose rovine di Sferopoli

Einaudi 2021, pp. 176, ca € 23,-

(aggiornato gennaio 2022)

Ogni anno in cui esce una sua nuova opera è un anno bello per chi ama leggere. Acuto, colto, paradossale, capace di inquietare e divertire nello spazio di poche righe, con questa raccolta di testi brevi Michele Mari si conferma uno dei migliori scrittori italiani contemporanei. Racconti epistolari, cataloghi, trattati, apologhi, aforismi, dialoghi: tutto questo e molto altro ancora si trova in questo prezioso libro; il basso si accosta all’alto, la scrittura è ricercata e immediata allo stesso tempo.
Ancora una volta questo autore sopraffino ci fa assaporare il piacere della narrazione, ci invita a giocare con la letteratura. Maestoso almeno tanto quanto le rovine di Sferopoli! (Giulia Silvestri)

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Arianna Cavallo, Giacomo Papi: Cose, spiegate bene

A proposito di libri. Illustrazioni di Giacomo Gambinieri. Iperborea 2021, pp. 240, ca € 31,-

(aggiornato gennaio 2022)

Oggetti contenenti moltitudini: i libri. Questa colorata rivista parla proprio di loro, raccontando come vengono concepiti, elaborati, distribuiti e proposti questi antichi oggetti di carta. Si parte dalla stessa carta (cos’è, come si produce, come si presta alla costruzione di libri, ecc.) e si arriva a delineare profili di ladri di libri (cosa rubano, perché lo fanno, quali metodi usano), passando per numerosi aneddoti, interviste, excursus storici e spiegazioni di ogni tipo.
Arricchito dai contributi di tanti esperti del settore librario, deliziose illustrazioni e approfondimenti interessanti (il tutto impaginato magistralmente!), questo bell’oggettino è un gran bel progetto di divulgazione. (Giulia Silvestri)

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Rebecca Maria Salentin: Klub Drushba

Voland & Quist 2021, 320 S., € 20,-

(Stand Januar 2022)

Fast 2700 lange Kilometer läuft Rebecca Maria Salentin auf dem „Weg der Freundschaft“, dem Fernwanderweg EB, Eisenach bis Budapest, 1983 als einziger grenzüberschreitender Fernwanderweg im Sozialismus angelegt. Nach einer Trennung und diversen Umbrüchen beschließt sie, die es eher bequem mag, schöne Kleider und Schmuck liebt und kein Gluten essen darf, dafür aber stur ihre Vorhaben durchzieht, sich eine Auszeit zu nehmen und mit einer Minimalst-Ausrüstung diese kaum bekannte Route zu begehen. Statt einsamer Selbstfindung ist ihr schönes lebenskluges Motto dabei Drushba, (= Freundschaft), organisiert sie sich Mitwandernde, ist kommunikativ und offen für alles, was ihr unterwegs begegnet, also auch mal eine längere Abkürzung oder eine ungeplante Übernachtung in einem guten Hotel. Diese alles andere als sture Haltung macht die Lektüre ihrer Wanderbeschreibung zu einem großen Vergnügen und zu einer richtigen Ermutigung, es der Autorin nachzutun. (Stefanie Hetze) Leseprobe

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Labor Ateliergemeinschaft: Das wird bestimmt ganz toll

Beltz & Gelberg, 160 S., € 16,-

(Stand Januar 2022)

Die Labor Ateliergemeinschaft vereint sieben namhafte Illustrator:innen, die schon mit zahlreichen Buchprojekten für Furore sorgten. Ihr neuester Coup ist ein famoser Blick in die Zukunft. Da gibt es statt Autobahnen nur noch Achterbahnen, werden unbekannte Orte und Arten entdeckt und alle sind nett zueinander. Sogar die wiederauferstandenen Dinosaurier … bis auf Tyrannosaurus Rex. Die Vorschläge sind von urkomisch bis abstrus, realistisch bis fantastisch, auf jeden Fall utopisch schön anzusehen. Nachdenklich machen sie auch und man will darüber reden und sich selbst eine Zukunft erspinnen – vielleicht sogar mit Farbe und Papier! (Jana Kühn)

Blick ins Buch

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Stig Dagerman: Deutscher Herbst

Aus dem Schwedischen, mit einer Briefauswahl und einem Nachwort von Paul Berf, Guggolz Verlag 2021, 190 S., € 22,-

(Stand Januar 2022)

Ein junger Journalist wandert durch die Ruinen zerbombter Städte. Sein Name ist Stig Dagerman, er ist 23 Jahre alt, Schwede und wurde im Herbst 1946 nach Deutschland geschickt, um über die Zustände in den deutschen Städten nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zu berichten. Wochenlang beobachtet Dagerman, stellt Fragen, steigt in Keller und Unterkünfte hinab, um die dort lebenden Menschen zu treffen und mit ihnen zu reden. Es entstehen tiefgehende Texte und Reflexionen über Leid und Angst, Hass und Schuld, die ein eindrückliches Zeugnis über die Folgen der deutschen Niederlage und das Schicksal Europas abgeben. Ein wirklich einzigartiges Buch, das viel mehr als eine wunderbar geschriebene Reportage ist, ein wertvolles Zeitdokument, das selten zu finden ist. (Giulia Silvestri) Leseprobe

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Maria Attanasio: Stark wie nur eine Frau

Mit einem Nachwort von Monika Lustig. Aus dem sizilianischen Italienisch von Judith Krieg und Monika Lustig. Edition Converso 2021, 153 S., € 20,-

(Stand Januar 2022)

Sizilien Ende des 17., Anfang des 18. Jahrhunderts – für die Bevölkerung gab es keinerlei Spielräume. Je nach sozialer Zugehörigkeit war das Leben mehr oder weniger vorherbestimmt. Für Frauen war es noch schlimmer, selbst wenn sie dem Adel angehörten. Die Inquisition trieb dazu ihr unberechenbares Unwesen. Ducken und Mitmachen waren an der Tagesordnung, jedes Abweichen von der Regel lebensgefährlich. Und doch gab es mutige Frauen, die sich dem widersetzten. Maria Attanasio stellt in „Stark wie nur eine Frau“ zwei historisch belegte Frauen aus ihrer Heimatstadt Caltagirone vor, die sich, beide aus unterschiedlichen Klassen stammend, nicht beugten, sondern konsequent ihre eigenen Vorhaben verfolgten. Für beider revolutionärer Versuche in Richtung eines selbstbestimmten Lebens hat die Autorin ganz eigene Erzählweisen gefunden, die Dokumentarisches mit Fiktivem verknüpfen sowie Perspektiven von damals und heute aufeinander beziehen. Die herausragende Übersetzung von Judith Krieg und Monika Lustig verstärkt aufs Geschmeidigste diese anregende Beschäftigung mit sizilianischer Diversität von vor weit über 300 Jahren. (Stefanie Hetze)

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Julia Blesken: Mission Kolomoro oder: Opa in der Plastiktüte

Oetinger 2021, 287 S., € 15,-, ab 10

(Stand Januar 2022)

Ein Opa in der Plastiktüte? Tatsächlich ist es die Asche des Großvaters, welche hier quer durch die Stadt getragen wird. Dahinter steckt nicht weniger als große Liebe – aber erst einmal von vorn. Katja, Zeck, Fridi, Mustafa, Polina und Jennifer treffen sich zufällig auf dem Parkplatz vorm Supermarkt. Dass Jennifer die Asche ihres Opas dabeihat, dem sie noch zu Lebzeiten versprochen hat, diese nach Kolomoro zu bringen, sorgt für helle Aufregung. Keiner weiß, wo Kolomoro ist – aber alle kommen mit. Alles startet mit einer von zahlreichen Verfolgungsjagden und endet mit einem Krimi-Showdown. Dazwischen erleben die Kinder Berlin in Reinkultur. Es ist viel, was Julia Blesken in ihr erstaunliches Debüt packt: Nachhaltigkeit, Gerechtigkeit, Armut und vor allem Freundschaft. Das alles ist mit viel Humor und Spannung erzählt – überragender Twist: Magische Ratten! (Jana Kühn)

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Banine: Kaukasische Tage

Aus dem Französischen von Bettine Bach, mit einem Nachwort von Olga Grjasnowa, dtv 2021, 320 S., € 24,-

(Stand Januar 2022)

Banine wurde 1905 in Baku geboren, in eine Familie, die durch Ölvorkommen auf ihrem Land eine der reichsten der Stadt war. Ihre Kindheit ist geprägt durch traditionell muslimische Strukturen – verkörpert in ihrer strenggläubigen Großmutter -, die von der Generation ihrer Eltern langsam kosmopolitisch aufgebrochen werden. So hat Banine ein deutsches Kindermädchen, lernt Klavier und Französisch. Mit der Oktoberrevolution 1917 verliert die Familie ihre Besitztümer, beginnt eine Zeit der Unsicherheit mit Flucht nach Georgien, Rückkehr nach Baku und schließlich – mit 19 Jahren und unglücklich mit einem 20 Jahre älteren Mann verheiratet, den sie nicht liebt – die Ausreise über Konstantinopel nach Paris, wo Banine endlich die ersehnte Freiheit leben konnte und bis zu ihrem Tod bleiben sollte.
In stets leicht ironischem, nie selbstmitleidigem Ton erzählt sie von ihrer außergewöhnlichen, wilden Kindheit, von Verliebtheit und gesellschaftlichen Zwängen, historischen Umbrüchen und ihrer großen, eigenwilligen Verwandtschaft und eröffnet dabei einen hochinteressanten, unerwartet freizügigen Blick auf das Leben der (wohlhabenden) Frauen in Aserbaidschan zu Beginn des letzten Jahrhunderts. (Syme Sigmund) Leseprobe

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