Oliver Sacks: Die feine New Yorker Farngesellschaft

Eine Reise nach Mexiko. Aus dem Amerikanischen von Dirk van Gusteren, Liebeskind Verlag 2019, 192 S., € 20,-

Sacks_Oliver_Die_feine_New_Yorker_Farngesellschaft_Danteperle_Dante_ConnectionDer Neurologe und Autor Oliver Sacks hatte eine ungewöhnliche Passion, die Liebe zu Farnen. Als er den Aushang für ein Treffen der „New Yorker Farngesellschaft“ entdeckt, ist es um ihn geschehen. Er wird Mitglied dieser Vereinigung, in der sich verschrobene Liebhaber*innen dieser Pflanze widmen. Für Sacks ist es einer der wenigen Orte, an dem sich Spezialisten treffen, denen es um die Sache, die Farngewächse, geht, und nicht um Eitelkeiten, Besserwisserei und Karrieren. Sein Glück ist perfekt, als er mit anderen Aficionados aus verschiedenen amerikanischen Farngesellschaften eine Reise in den Süden Mexikos unternimmt, um dort Hunderte von Farnen aufzuspüren, zu erforschen und zu bestaunen. Auch als Laie lässt sich durch seine Beschreibungen die Faszination dieser älteren Menschen nachvollziehen, die klettern, über Flüsse springen und sogar ihr Leben für einen seltenen Farn riskieren. Das steckt an, wie Sacks an sich selbst erfährt, und er erzählt in seinem Tagebuch, was diese naturkundliche Reise mit ihm macht, wie er immer weiter in die Geschichte des Ortes, Oxaca, eintaucht und dabei tiefes Glück erfährt. Und nach der Lektüre habe ich mir den Zimmerfarn zu Hause erstmals richtig angeschaut! (Stefanie Hetze)

Leseprobe

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… für alle, die sich gern amüsieren

Emma Nuss: Aus dem Tagebuch eines Tauentzien-Girls. Verlag Walde+Graf 2018, 112 S., € 14,-

Nuss_Emma_Aus_dem_Tagebuch_eines_Tauentzien_Girls_Danteperle_Dante_Connection_BuchhandlungEine Entdeckung aus dem Jahre 1914! In ihrem charmant-frechen Tagebuch schreibt die 14jährige Protagonistin, ein mit wirklich allen Wassern gewaschener Backfisch aus gutem Haus, von ihren amourösen Spaziergängen und Erlebnissen im Berliner Westen. Zum Glück retten sie ihr Freiheitsdrang und ihre Berliner Schnauze aus manch einer brenzligen Situation mit Malern aus dem Grunewald, Heiratsschwindlern und anderen übergriffigen Herren. Heute ist dieses frühe Sittenbild in all seiner Unmittelbarkeit ein großer Spaß. (sh)

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