Žemaitė (1845-1921) wurde in eine polnischsprachige kleinadlige Familie in der westlitauischen Zemaitija geboren (nach der sie ihren Kunstnamen wählte) und fühlte sich zeitlebens dem einfachen Landleben nahe. Gegen den Willen ihrer Eltern heiratete sie einen Litauer, einen ehemaligen Leibeigenen. Mit fast 50 Jahren begann sie auf Litauisch zu schreiben: Geschichten über meist bäuerliche Frauenschicksale. Das Kopftuch nahm sie aus Solidarität mit der Landbevölkerung nie ab: Es wurde zum ikonischen Signum ihrer Erscheinung. Über soziale Verhältnisse und politische Umbrüche hinweg setzte sie sich für die Verbesserung der Lage der Frauen und eine Modernisierung der Gesellschaft ein. Ihre Prosa ebenso wie ihre erstaunliche Autobiographie verfasste sie in mündlichem Ton, auf Litauisch mit zemaitischem Gepräge und polnischen, weißrussischen, russischen, jiddischen und deutschen Einflüssen.
Das Salon-Team: Gastgeberin Dunja Funke, Buchhändlerin Stefanie Hetze und die musizierenden Schauspieler:innen Mariel Jana Supka und Olaf Helbing – begleitet die Gäste. Für Bücher sorgt die Dante, für Getränke und Imbiss das Obermaier.
Wann? Sonntag, 27.9. um 12 Uhr
Wo? Obermaier Restaurant – Salon
Erkelenzdamm 17 – 10999 Berlin
Eintritt 10 Euro
Reservierung
info@obermaier-kreuzberg.de
info@danteconnection.de

Giuseppina Rigatoni ist Mitte fünfzig, unterrichtet Regie an der Filmuniversität und hofft darauf, endlich selbst wieder einen Kinofilm drehen zu können. Das damit einhergehende Umgarnen von Funktionär*innen und Filmstars, die sie gewinnen muss, damit ihr Filmprojekt realisiert wird, löst zunehmend Widerstände in ihr aus. Nichtsdestotrotz fliegt sie nach London, Paris und Venedig und lächelt auf Filmpartys gegen ihren inneren Impostor-Chor an.
Neben unseren Autor*innenlesungen wollen wir in der Dante ein neues Format starten, mit dem wir den Raum hinter dem Buch genauer in Augenschein nehmen. Den Auftakt zu dieser Reihe von Werkstattgesprächen machen wir mit den beiden Autorinnen Lene Albrecht und Laura Lichtblau. Beide thematisieren in ihren letzten Büchern Aspekte ihrer Familiengeschichten und schreiben gleichzeitig über einen konkreten Zeitraum deutscher Geschichte. Laura Lichtblau beschäftigt sich in ihrem Buch Sund mit der Rolle ihres Urgroßvaters im Nationalsozialismus, während Lene Albrechts Roman Weiße Flecken die familiäre Verflechtung mit der Kolonialgeschichte Togos in den Blick nimmt. Durch die Perspektive der eigenen Familiengeschichte ist eine distanzierte Recherche nach nüchtern wissenschaftlichen Kriterien kaum möglich und literarisch vermutlich nicht gewünscht. Wiederum gehören Generationenromane und Familiengeschichten zu den gefragtesten Formaten im Buchhandel.
Oft gibt es einen Impuls oder Ausgangspunkt, dann aber verliert man sich in einer (aufgeschobenen) Recherche – oder lässt sich von einer fiesen Schwellenangst ganz abhalten. In einem Auftaktworkshop stellen die beiden Autorinnen verschiedene Methoden vor, z.B. Archivarbeit, partizipative Recherche oder „Machen als Recherche“. Im Anschluss steht die eigene Idee im Mittelpunkt. Jede Woche werden kurze Prompts als Einladung versendet, sie mit unterschiedlichen Mitteln weiterzuentwickeln. Über die Ergebnisse wird am zweiten Termin ausgetauscht. Welche Spuren sind hier bereits angelegt und welche lohnt es weiter zu entwickeln.
Warum Sardinien so glücklich macht oder das Geheimnis eines langen Lebens – so lautet der Untertitel des Buches, das die vielen Facetten des sardischen Lebens erkundet: gutes Essen, viel Bewegung, unberührte Natur und starke soziale Bindungen. Das Buch lädt ein zu einer inspirierenden Reise über die einzigartige Mittelmeerinsel, auf der Tradition, Gemeinschaft und modernes Lebensgefühl harmonisch zusammenkommen. Ein liebevoller Appell, das Beste der mediterranen Lebenskunst in den eigenen Alltag zu integrieren.


Spanien, 1939, der Bürgerkrieg ist gerade vorbei, die Protagonist*innen des Romans sind vornehmlich Republikaner*innen, Besiegte. Auf Grundlage von Zeitzeug*innenberichten und in erster Linie aus der Perspektive von Frauen schildert „Was Hortensia nicht mehr erzählen konnte“ die desaströsen Zuständen in den Gefängnissen, die Willkür, die Gewalt, Krankheiten. Der Roman erzählt aber auch von Zusammenhalt und Schwesternschaft, von kleinen Siegen und großer Treue, erzählt vom Leben der Guerillas in den Bergen und dem Leben der Zurückgebliebenen in der Stadt.