Behzad Karim Khani: Hund, Wolf, Schakal

Hanser Verlag 2022, 288 S., € 24,-

Nach der Ermordung ihrer Mutter fliehen die jungen Brüder Saam und Nima zusammen mit ihrem Vater aus dem Iran nach Deutschland. Sie landen in Berlin-Neukölln: Dort finden die drei eine Wohnung und ihr „neues“ Leben fängt an. Der Vater ist viel unterwegs, er muss halt mehrere Jobs gleichzeitig ausführen, um die Familie versorgen zu können. Die Jungs müssen sich in der neuen Stadt durchkämpfen: Berlin ist kein Zuhause, willkommen fühlen sie sich dort nicht, gerade sicher nicht in dem trüben, arabisch-dominierten Stadtteil, den sie als eine fremde Welt wahrnehmen. Und so gerät Saam bald auf Abwege.
Behzad Karim Khani, Kreuzberger Superstar (er wohnt im Bezirk und betreibt eine Bar in der Reichenberger Straße) und jetzt auch Romanautor, schreibt mit Wut und Mitgefühl. Ehrlich, melancholisch, zum Teil brutal und immer ausdrucksstark. Dieses Debüt ist eines meiner Highlights des Jahres. Der Autor schreibt, als ob es keine Distanz zwischen ihm und den Leser:innen gäbe. Seine Sätze schlagen vielfach mitten ins Herz. Ein Gangsterroman der besonderen Art, in dem Toleranz ganz im Mittelpunkt steht. (Giulia Silvestri) Leseprobe und der Autor im Gespräch

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