Übersetzt aus dem Indonesischen von Sabine Müller
Unionsverlag 2026, 154 Seiten, 22 Euro
Sato Reang ist ein Lausbub im besten Sinne. Fröhlich, lebhaft, neugierig – und mit dem zweifelhaften Talent gesegnet, Ärger geradezu magisch anzuziehen. Gleichzeitig ist Sato der Sohn eines Vaters, der sich nicht nur ein frommes Kind wünscht, sondern eines will. Und fromm zu sein bedeutet in des Vaters Augen: fünf Mal am Tag in die Moschee zu gehen, abends im Koran zu lesen, gottesfürchtig zu sein und eben keinen Ärger zu machen. Weil Sato den Ärger aber anzieht (oder umgekehrt), folgen viele Demütigungen und Strafen, die sich tief in Satos Körper und Denken einschreiben.
Sato ist sieben, als er beschließt, kein frommes Kind sein zu wollen und 16 – der Vater ist gerade gestorben – als er immer wieder zu weit geht. Aus dem süßen Lausbub ist ein gemeiner, ungerechter Junge geworden, den nun selbst andere demütigt. Und zu dem Gefühl von Wut und Verletzung gesellen sich Schuldgefühle, die sich nun ihrerseits in Satos Körper einschreiben.
Eka Kuriawan ist mit „Bellende Katzen“ eine furiose, witzige und wütende, manchmal verstörende Coming-of-Age-Erzählung über Rebellion, Gewalt, Schuld und die schwierige Suche nach einem eigenen moralischen Kompass gelungen, von Sabine Müller mit großer Leichtigkeit ins Deutsche übersetzt. (Katharina Bischoff)
