Alba de Céspedes: Was vor uns liegt


Aus dem Italienischen von Esther Hansen
Insel 2025, 380 Seiten, 25 Euro

Rom in den dreißiger Jahren: in einem von Nonnen geführten Internat leben junge Frauen, die fern ihrer Familien und Heimatorte an den römischen Universitäten studieren – ungewöhnlich für die Zeit, der Faschismus propagierte „die Frau am Herd“. Während die Studentinnen tagsüber im Rahmen ihrer Studien und finanziellen Möglichkeiten ein relativ selbstbestimmtes Leben führen können, allerdings immer dominiert von den patriarchalen Gegebenheiten, herrscht ab dem Abend ein strenges Klosterregiment mit Einschluss und Dunkelheit ab 22 Uhr. Das lässt sie zu abhängig-aufsässigen Mädchen werden, die ihren Phantasien freien Lauf lassen. Vom Wechsel von Drinnen und Draußen lebt dieser aufregende Generationenroman, der eine Gruppe sehr unterschiedlicher junger Frauen mit ihren individuellen Schicksalen und Lebensentwürfen porträtiert. Ihre Wünsche und Vorstellungen entsprachen so gar nicht der herrschenden Doktrin, was Alba de Céspedes auch zu spüren bekam: der Premio Viareggio wurde ihr aberkannt. Das tat dem Erfolg des Romans jedoch keinen Abbruch. Dank der Neuübersetzung Esther Hansens, die eine zeitlose lebendige Sprache für die Seelenlage dieser jungen Rebellinnen gewählt hat, bereitet die Lektüre auch heute enormes Vergnügen. (Stefanie Hetze)

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