Aus dem Italienischen von Sigrid Vogt
Friedenauer Presse 2026, 232 Seiten, 24 Euro
Als der junge, adlige Aleardo beschließt, mit seiner Yacht auf der abgelegenen Insel Ocaña vor der Küste Portugals anzulegen, ahnt er nicht, welches Abenteuer und welche Begegnung ihn dort erwarten. Ein Leguan erwartet Aleardo auf der Insel, ein grünes Tierchen, so groß wie ein Kind, als Frau gekleidet, mit einem dunklen Unterrock, einem weißen Korsett und einer Schürze aus farbigen Stoffen. Dieser Leguan (oder wie im Titel: Iguana) ist zugleich das Älteste und das Jüngste, was sich in der Substanz der Welt finden lässt – und eine Prinzessin. Aleardo verliebt sich Hals über Kopf in sie. Ortese schreibt ein vollkommenes romantisches Märchen – ein besonders schwieriges Genre, an dem sich bereits mehrere große Schriftsteller versucht hatten, das in Italien niemanden angezogen hat. L’Iguana wurde erstmals 1965 veröffentlicht und stieß auf allgemeines Unverständnis. Ihre Sprache klingt wie eine Ballade, ein Traum, ein Rätsel und wirkt wie eine Zauberformel. Lange vergriffen und gerade wiederentdeckt, ist dieser Roman mit seiner ausgezeichneten Verbindung von Zauber und Ironie dazu bestimmt, alle Literaturliebhaber*innen zu bezaubern. (Giulia Silvestri)
