Anete Melece: Der Kiosk

Atlantis Verlag 2020, 40 S., € 15,-, ab 5

Melece_Anete_Der_Kiosk_Danteperle_Dante_ConnectionOlga, eine ziemlich rundliche Frau, hat sich in ihrem kleinen bunten Kiosk, der mitten in einer grauen Stadt steht, eingerichtet. Sie kennt ihre Kundinnen und Kunden genau, verkauft ihnen Zeitschriften, Getränke, Süßigkeiten und schwatzt mit ihnen. Abends schließt sie die Läden und macht es sich, so gut es geht, in der Enge auf ihrem Sessel gemütlich. Sie träumt vom Reisen, von Sonnenuntergängen am Meer, von all dem, was nicht geht, da sie ihren Kiosk nicht mehr verlassen kann. Da geschieht etwas, das sie mitsamt ihrer Behausung gehörig in Bewegung bringt und sie ihre Träume verwirklichen läßt!
Diese schöne befreiende Phantasie, die uns allen derzeit besonders wohltut, hat sich die lettische Künstlerin  Anete Melece in einem farbensprühenden leuchtenden kraftvollen Bilderbuch ausgemalt. Es gibt so viel zu schauen für die Kinder, der Kiosk von draußen und drinnen, die unterschiedlichsten Menschen, das städtische Leben, Freizeit am Meer und immer wieder Olga und ihre Gefühle. Großformatige Bilder wechseln dynamisch mit kleinen Comicszenen ab, es gibt winzige Details und Landschaften aus der Vogelperspektive. Die handgeschriebenen kurzen Texte sind auf den Punkt gesetzt. Das alles zusammen ist nicht von ungefähr großes Kino. Der Ursprung für „Der Kiosk“ ist ein Animationsfilm der Künstlerin, die in  ihrem Bilderbuch Olgas Geschichte zum Teil anders erzählt und es  darüberhinaus als greifbares Objekt einsetzt. Das Kioskfenster ist ausgeschnitten, Kinder können mit dem Buch Kiosk – und was ihnen sonst noch einfällt – spielen. (Stefanie Hetze) Blick ins Buch
Der Film

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Edward van de Vendel, Marije Tolman: Der kleine Fuchs

Aus dem Niederländischen von Rolf Erdorf, Gerstenberg Verlag 2020, 88 S., € 14,-, ab 4

Vendel_van_de_Edward_Der_kleine_Fuchs_Danteperle_Dante_ConnectionIn einer Dünenlandschaft, in doppelseitigen bläulich gehaltenen Tableaus, vergnügt sich ein knallorange leuchtender Fuchs damit, die schönen Seevögel zu jagen, im angrenzenden Wald viele verschiedene Tiere zu erschnuppern und zwei lilafarbige Schmetterlinge so über die Dünen zu verfolgen, dass er ganz weit fliegt und mit einem großen Plumps auf dem Sand aufschlägt. Platt auf dem Rücken liegend fängt der kleine Fuchs an zu träumen. Kleine farbige Zeichnungen und zunehmend Worte erzählen von seiner glücklichen Kindheit, den Fuchseltern, Spielen mit den Geschwistern, Entdecken der Sinne und der Welt, aber auch, wie er lernt Mäuse zu fressen und ihm selbst Schlimmes passiert. In der zwischen phantastischem Traum und anschaulicher Realität changierenden Geschichte kommt auch ein kleiner Mensch ins Spiel. Aber das sollen sich Kinder und Erwachsene in diesem hinreißenden Bilder-& Vorlesebuch selber ansehen und weiterspinnen. (Stefanie Hetze)

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