Juri Andruchowytsch: Kleines Lexikon intimer Städte

Aus dem Ukrainischen von Sabine Stöh, Insel Verlag 2016, 416 S., € 24,-

andruchowytsch-kleines-lexikon-intimer-staedte_danteperle_dante_connection-buchhandlung-berlin-kreuzberg39 Städte, von Aarau bis Zug über Berlin, Detroit, Odessa und Venedig, Städte, in denen Andruchowytsch – teils über längere Zeit, teils nur für einen Tag, teils als Kind, teils erst vor wenigen Jahren – gewesen ist. Es ist kein Städteführer, der sich hier vor uns entfaltet, sondern ein Kaleidoskop der Erinnerungen, Gefühle, Anekdoten und Betrachtungen. Mal sind sie heiter, mal melancholisch, mal skurril und mal ergreifend (wie die Schilderung seiner persönlichen Erlebnisse in Kiew in den Tagen des Maidan) und immer schafft er es zu überraschen. So folgen wir ihm neugierig nach Prag, das er mit den Augen eines Achtjährigen betrachtet, auf Friedhöfe in Odessa oder in die Straße in Warschau, die einst David Bowie entlang gegangen ist. Ein bisweilen hochpoetisches Buch zum Stöbern, Lachen, Nachdenken und Staunen. (Syme Sigmund)
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Colin McEvedy: Städte der klassischen Welt

120 Zentren der Antike von Alexandria bis Xanten, aus dem Englischen von Susanne Held, Klett-Cotta 2013, € 29,95 .

1102_01_SU_McEvedy_StaedteDerKlassischenWelt_ANSICHT_GESAMT.inddWas haben Aosta, Smyrna, York  und  Cordoba gemeinsam? Sie alle sind in der römischen Antike entstanden und werden wie 116 weitere  Zentren der Klassischen Welt in diesem außergewöhnlichen Atlas vorgestellt. Erarbeitet hat ihn einer dieser britischen Universalgelehrten, der Psychiater, Historiker und Demograph Colin McEvedy. In seinem Lebenswerk  stellt er in alphabetischer Folge   städtische Zentren mit damals meist bereits mehr als 10.000 Einwohnern und deren Geschichte, Topographie, Bevölkerung und berühmten Bauwerke vor. Dadurch stehen heute eher unwichtig erscheinende Städte wie Chur oder Rieti neben so bedeutenden wie Paris oder Ammann und laden gerade dadurch zu gedanklichen (oder realen Besuchen!) in diese vielfältigen historischen Städte ein. Herausragend sind auch die Karten, die alle von McEvedy im gleichen Maßstab  gezeichnet wurden, so dass die damaligen Größenunterschiede der Städte sofort ins Auge fallen. So war Athen damals gegenüber Alexandria vergleichsweise winzig. So  stößt man beim Stöbern  auf viele Zusammenhänge und manches Detail, wunderbare Gelegenheiten zu Zeitreisen in eine markante Epoche. (Stefanie Hetze)