Lily King: Writers & Lovers

Aus dem Englischen von Sabine Roth, C.H. Beck Verlag 2020, 319 S., € 24,-

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Boston, USA, in den Neunzigerjahren. In Caseys Leben läuft so gar nichts rund. Sie jobbt zeitaufwendig als Kellnerin, wohnt in einer Garage, ist nicht krankenversichert. Ihre Mutter ist vor kurzem gestorben, der Vater ein Spanner und ihr Freund hat sich verdrückt. Komplett verschuldet nach ihrem Unistudium ist sie auch noch. Schriftstellerin will sie werden, seit Jahren schreibt sie an ihrem Roman. Längst haben sich Freundinnen mit ähnlichen schriftstellerischen Ambitionen in geregelte Ehe- und Berufsleben verabschiedet, doch Casey bleibt unbeirrt bei ihrem Ziel, auch wenn Liebesverhältnisse mit diversen männlichen Kollegen und Panikattacken ihre Schreibblockaden befeuern. Ein Drama auf das andere setzt Lily King in ihrem Roman des sperrigen Werdegangs einer werdenden Künstlerin. Intime authentische Einblicke in die Erfahrungen und Gefühle einer Schriftstellerin kombiniert sie kunst-und humorvoll mit Reaktionen aus ihrer Außenwelt, die ihr männlicherseits unterstellt, nichts zu sagen, zu haben. (Stefanie Hetze) Leseprobe

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Barbara Pym: Vortreffliche Frauen

Aus dem Englischen von Sabine Roth, Dumont Verlag 2019, 320 S., € 20,-

Pym_Barbara_Vortreffliche_Frauen_Danteperle_Dante_ConnectionHeute kaum vorstellbar, aber Ende der Vierzigerjahre des letzten Jahrhunderts galt eine mit Anfang Dreißig noch unverheiratete Frau als Alte Jungfer, die froh sein musste, wenn jemand etwas von ihr wollte und sich mit ihr abgab. Mildred ist so eine Bedauernswerte, sie arbeitet ehrenamtlich für eine gemeinnützige Organisation, engagiert sich in ihrem Kirchenkreis und lebt ein unauffälliges, freudloses Leben im London der schwierigen Nachkriegszeit. Das Leben ist voller Entbehrungen, der Wohnraum knapp. So kommt es, dass ein Well-To-Do-Ehepaar in ihre enge Nachbarwohnung einziehen muss, er ein charmanter Marineoffizier und sie, eine kapriziöse Anthropologin, die zu Mildreds Entsetzen ihre eigene Arbeit und ihr eigenes Vergnügen an vorderste Stelle setzt. Da muss sich Mildred einfach um deren Haushaltsbelange und vor allem den armen vernachlässigten Mann kümmern. Auf einmal nimmt Mildreds Leben gehörig an Fahrt auf und werden wir heutigen Leser*innen mitten in die Diskussionen und Umwälzungen der Zeit katapultiert. Das geschieht mit viel Ironie und Feingefühl. Und in der geschliffenen Neuübersetzung von Sabine Roth ein großes Lesevergnügen. (Stefanie Hetze)

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