Veranstaltungen

Dienstag, 28.5. im FHXB-Museum, Dachetage

Raymond Queneau: Zazie in der Metro (Suhrkamp) – Buchpremiere mit dem Übersetzer Frank Heibert

ZazieMadame will ungestörte Zeit mit ihrem Liebhaber verbringen. Daher übergibt sie ihre Tochter Zazie ihrem Bruder, der als Frauendarsteller in einem Nachtclub arbeitet. Bei ihrem Onkel lernt Zazie seine Frau kennen, einen Taxifahrer, eine Kellnerin, einen Papagei und vor allem das überbordende Paris. Zazie aber hat einen Herzenswunsch – sie will mit der Metro fahren! Doch die wird ausgerechnet an diesem Wochenende bestreikt. Dachten wir bisher! Aber nach sechzig Jahren kommt hier in der Übersetzung des preisgekrönten Frank Heibert die erweiterte Ausgabe des Romans, mal schauen, was da passiert … es moderiert Übersetzerkollege Hinrich Schmidt-Henkel.

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wann? Dienstag 28. Mai um 20 Uhr
wo? im FHXB-Museum, Dachetage
Vorverkauf 6 € / 4 € – Tageskasse 8 € / 5 €

In Zusammenarbeit mit dem Suhrkamp Verlag.

Frank Heibert studierte Romanistik und Germanistik in Berlin, Rom und Paris. Heibert ist tätig als Projektleiter und Moderator von Literaturveranstaltungen, hält Seminare zu Übersetzungsfragen und schreibt Literaturrezensionen. Seit 1983 übersetzt er Literatur aus dem Englischen, Französischen, Italienischen und Portugiesischen.  Im Jahr 2012 erhielt Heibert für seine Übersetzungen den Heinrich Maria Ledig-Rowohlt-Preis, 2016 den Helmut-M.-Braem-Übersetzerpreis.

Hinrich Schmidt-Henkel studierte Germanistik und Romanistik an der Universität Saarbrücken. Seit 1987 übersetzt er Prosa, Theaterstücke und Lyrik aus dem Französischen, Norwegischen und Italienischen ins Deutsche. Als besonders bedeutende Leistung wurde von der Kritik seine 2003 erschienene Neuübersetzung von Célines Roman Reise ans Ende der Nacht gewürdigt.

 

Freitag, 17.2. um 20.15 Uhr

Raymond Queneaus „Stilübungen“mit Frank Heibert & Hinrich Schmidt-Henkel

queneau-stiluebungen-dante-connection-buchhandlung-kreuzberg-berlinIn einem Pariser Bus der Linie S beschimpft ein junger Mann mit Hut einen älteren Herrn, setzt sich dann auf einen freien Platz und taucht zwei Stunden später an der Gare Saint-Lazare wieder auf, wo einer ihm sagt, sein Überzieher habe einen Knopf zu wenig. Die Stilübungen bilden das Kunststück, diese Alltagsepisode in über hundert Varianten zu präsentieren – ob als Komödie, Sonett, Haiku, Traum, Amtsschreiben oder Verhör, in Alexandrinern oder Jugendstil, ob kulinarisch, mengenmathematisch, lautmalerisch, weiblich oder reaktionär.

Raymond Queneaus populärer Klassiker ist ein fintenreiches Sprachspiel, Danteperle und ein nicht zuletzt ein überbordendes (Vor)Lesevergnügen, das uns von seinen beiden Übersetzern Frank Heibert & Hinrich Schmidt-Henkel präsentiert wird.

Vorverkauf 8 € / 5 €
Abendkasse 10 € / 7 €

Raymond Queneau: Stilübungen

Aus dem Französischen von Frank Heibert und Hinrich Schmidt-Henkel. Suhrkamp 2016,  € 22,00

queneau-stiluebungen-dante-connection-buchhandlung-kreuzberg-berlinEin Fest der Übersetzung, das Frank Heibert und Hinrich Schmidt-Henkel hier mit Akkuratesse, Verve und Eleganz feiern und mit ausführlichen Anmerkungen und einem großen Nachwort anreichern.  Eine alltägliche Beobachtung während einer Busfahrt, eigentlich absolut unerzählenswert, wird durch den Einsatz unterschiedlichster Stilmittel zu einem vielstimmigen dramatischen Ereignis. Unterschiedliche Genres, Haltungen, Verschiebungen und vielerlei mehr erzeugen ein literarisches Füllhorn, das äußerst vergnüglich zu lesen, noch besser vorzulesen ist und anregt, selbst einmal Stile zu üben. Das haben Frank Heibert und Hinrich Schmidt-Henkel in ihrer Neuübersetzung nach Queneaus Vorgaben auch getan und neue Stilübungen geschaffen. Lesen Sie selbst. (Stefanie Hetze) Leseprobe

Und hier die beiden Sprachkünstler:

http://www.suhrkamp.de/mediathek/raymond_queneau_stiluebungen_besprechung_1152.html

Das bestelle ich!

Tomas Espedal: Wider die Kunst

Aus dem Norwegischen von Hinrich Schmidt-Henkel, Matthes & Seiz Berlin 2015, € 19,90

42_espedal_wider_die_kust_buchhandlung_dante-connection_danteperleEin Mann, allein in einem Haus, auf sich selbst zurückgeworfen. Seine Mutter ist gestorben und kurz darauf die Mutter seiner Tochter, jetzt lebt er mit der 15-jährigen allein, kann sie nicht trösten und sich nicht. Furchtbar weiß und bösartig schwarz sind die Farben in ihm und in der eiserstarrten Welt vor seinem Fenster. Er schreibt, arbeitet am Schreiben, verzagt, verzweifelt. Er schreibt – von seinen Großeltern, seinem Vater, seiner Mutter, seiner Herkunft, vom Muttersein und Vaterwerden – und über sich, sein Schreiben. Und langsam schreibt und lebt er sich ins Leben zurück. Ein Buch voller Poesie und voller Brüche, schroff und sanft zugleich. Ein berührendes Buch über das Leben und die Erinnerung, über Veränderungen und wie alles doch weiter geht – wie in einem anderen, neuen Leben – und wie der Trauer doch wieder das Gefühl von Glück folgen kann, wenn man heim kommt und spürt, dass man froh ist, zu Hause zu sein. (Syme Sigmund) Leseprobe

Éduard Louis: Das Ende von Eddy

Aus dem Französischen von Hinrich Schmidt-Henkel, Fischer 2015, € 18,99 (TB Ausgabe € 9,99) (Il caso Eddy Bellegueule, Bompiani 2014, € 19,-)

44_louis_eddyNordfranzösische Provinz, Anfang der neunziger Jahre. Hier wächst Eddy auf, in einer Gesellschaft, die weder von bäuerlicher Tradition noch von städtischer Anonymität und Toleranz geprägt ist. Hier arbeitet man in der Fabrik oder im Supermarkt, die Abende vergehen in der Kneipe oder vor dem Fernseher und wichtig ist vor allem “ein echter Kerl” zu sein. Nur ist Eddy gerade das nicht. Von klein an bewegt er sich feminin, spricht in hoher Stimmlage – und ist damit ständiges Objekt der Scham seiner Eltern und der sadistischen Aggressivität seiner Mitschüler. Wie Eddy es schafft, aus dieser Hölle zu entkommen, beschreibt Louis (der hier in leicht verfremdeter Form seine erst 22 Jahre junge Autobiografie verfasst hat) in erstaunlich distanzierter Weise. Der sachlich-spröde Ton, mit dem er die verstörende Kindheit eines Schwulen erzählt, berührt zutiefst. (Syme Sigmund) Leseprobe

Jean Echenoz: 14

Aus dem Französischen von Hinrich Schmidt-Henkel, Hanser Berlin 2014, € 14,90. Taschenbuch für € 8,99.

Echenoz_24500_MR1.inddAnthime ist ein junger Mann aus der französischen Provinz. So wie für ihn ist an jenem Sonnabend im August 1914, einem strahlenden Sommertag, die Nachricht vom Kriegsbeginn für eine ganze Generation junger Männer  zunächst nicht fassbar. Echenoz beschreibt in seiner gewohnt knappen, distanzierten Sprache die folgenden Jahre am Beispiel dieses einen Menschen über den die Geschichte hereinbricht, ihn in den Krieg und den Schützengraben wirft und ihn eines Armes beraubt, ohne dass er je die Zusammenhänge erfasst. Die Kluft zwischen dem Erleben des Individuums, das sich an den täglich neuen Herausforderungen des Überlebens abarbeitet, und den großen historischen Ereignissen lässt die Monstrosität des Kriegen offensichtlich werden. In diesem schmalen Band von nur 125 Seiten ist alles enthalten, um die grausame Sinnlosigkeit des Krieges zu offenbaren. Wer sich für die Ereignisse zwischen 1914 und 1918 interessert und sie zu verstehen versucht, sollte an diesem kleinen Meisterwerk nicht achtlos vorübergehen. (Syme Falco) Leseprobe

Yasmina Reza: Glücklich die Glücklichen

Aus dem Französischen von Frank Heibert und Hinrich Schmidt-Henkel, Hanser 2014, € 17,90, TB Ausgabe € 9,99

Pariser Bürgerliche. Keiner sticht heraus. Yasmina Rezas neuer Roman hat viele Protagonisten, die in einem Erzählreigen kurzer Episoden aufeinander treffen, auseinander gehen und immer wieder zusammen finden. Sie sind miteinander verwandt, sie sind befreundet, sie kennen sich nur vom Sehen oder über drei Ecken. Sie lieben und vertrauen einander, betrügen und langweilen sich trotzdem. Sie haben es geschafft, sind beruflich erfolgreich – und immer wieder einsam in all ihrer Verbundenheit. Vielleicht mag man den einen oder die andere lieber. Vertraut und bekannt kommt einem so manches vor – denn nichts Menschliches ist Reza fremd. Sehr genau schaut sie hin und jede noch so kleine Gefühlsregung leuchtet sie schonungslos aus. Das ist manchmal bitter, macht aber auch jede Menge Spaß – denn die kleinen und großen Dramen des Alltags werden mit Rezas erzählerischer Distanz und Ironie herrlich vorgeführt. (Jana Kühn)