Frida Nilsson: Siri und die Eismeerpiraten

Aus dem Schwedischen von Friederike Buchinger, illustriert von Torben Kuhlmann, Gerstenberg 2017, 376 Seiten, € 14,95, ab 10 

Siri lebt mit ihrem gebrechlichen Vater und der jüngeren Schwester weit abgelegen auf einer kleinen Insel. Die Menschen fischen, sammeln Früchte – viel gibt die Natur im ewigen Eis nicht her. Das Leben ist einfach, hart und, schlimmer noch, alle haben Angst vor dem gefährlichen Piratenkapitän Weißhaupt, der Kinder entführt, um sie in einem mysteriösen Bergwerk schuften zu lassen. Als eines Tages Siris Schwester verschwindet, weiß das Mädchen keinen anderen Rat, als allein loszuziehen, um sie zu retten. Was für ein mutiges Kind! Dabei ist Siri in den richtigen Momenten nicht nur waghalsig, sondern kann ebenso klug wie bedacht handeln. Sie besitzt viel Mitgefühl und eine Art natürlichen Gerechtigkeitssinn. Ihre offene und liebenswürdige Art entwaffnet so manch emotionalen Brocken, wobei innige Freundschaften entstehen. So genau und differenziert wie ihre junge Heldin schildert die Autorin auch die atmosphärisch tief verschneiten Schauplätze. Dazu kommen lebendig erzählte Figuren, die Siri auf ihrer gefährlichen Suche durch das Eismeer begleiten: eine verrohte Wolfsjägerin, ein einsames Nixenbaby, zwielichtige Seemänner und nicht zu vergessen ein herzensguter Schiffskoch. Bis sie schließlich tatsächlich vor Weißhaupt steht … In welch überraschenden Wendungen Frida Nilsson dieses große Abenteuer entwickelt, ist feinstes Erzählkino, das von der ersten Seite an in seinen Bann zieht. (Jana Kühn)

Das bestelle ich!

Frida Nilsson: Hedvig! – Die Prinzessin von Hardemo

Aus dem Schwedischen von Friederike Buchinger, Gerstenberg 2014, € 12,95. ab dem 24.08.15 auch als taschenbuch erhältlich, € 6,95. ab 8 Jahren, mit Illustrationen von Anke Kuhl

75-nilsson_hedvigHedvig ist glücklich. Das neue Mädchen in ihrer Klasse ist schön wie eine Prinzessin und will anscheinend gerne ihre Freundin sein. Als sich herausstellt, dass die neue Olle heißt und ein Junge ist, ist Hedvig erst mal ganz schön sauer – und zwar auf Olle, der gar nicht weiß, was plötzlich in sie gefahren ist. Wie die beiden doch noch Freunde werden und was Schnürsenkel, gepunktete Haarbänder und der neue Vertretungslehrer damit zu tun haben, erzählt Frida Nilsson ganz ohne erhobenen Zeigefinger, voller Humor und mit viel Verständnis für den Eigensinn, die Spontanität und die Meinung der Kinder dazu, was für sie Gerechtigkeit ist.

Fest steht, dieser dritte Band der insgesamt sehr empfehlenswerten und durchgehend von Anke Kuhl ganz wunderbar illustrierten Hedvig-Reihe macht auf jeden Fall die Leser glücklich. (Syme Falco) Leseprobe