Christoph Ribbat: Die Atemlehrerin

Christoph Ribbat, Suhrkamp Verlag 2020, 191 S., € 22,-

Ribbat Atemlehrerin_Danteperle_Dante_Connection Buchhandlung Berlin KreuzbergDie Aufmachung ist schon sehr fein und das hat mich als Blickfang gereizt. Dann das Thema: „Die Atemlehrerin“. Und dann der Untertitel: „Wie Carola Spitz aus Berlin floh und die Achtsamkeit nach New York mitnahm“. Der Verfasser, mir bisher unbekannt: Christoph Ribbat. Der Inhalt beschreibt ineinander verschränkt die Biographie einer Berliner Jüdin, die es geschafft hat, nach der Flucht aus Berlin in Holland ihren Mann aus den Händen der Nazis zu befreien und mit ihm schließlich in New York zu landen, um dort eine neue Existenz aufzubauen. Am Central Park, mit dem Lift in die zehnte oder elfte Etage in ihr helles, freies Studio, in dem sie Unterricht gab, über viele Jahrzehnte. Parallel wird die Geschichte der Gymnastik-Bewegung erzählt, aus der auch der Atem-Kult hervorging. All das Aufregende und für mich Neue wird sachlich und ruhig und doch mit viel Empathie erzählt, basierend auf gründlicher Recherche. Schön, dass auch Fotos aus dem Leben dieser tüchtigen und selbständigen Frau enthalten sind. Neben all den vielen Frauen-Biographien, von denen jede einzelne wichtig und notwendig ist, gelingt dieser Biographie etwas Außergewöhnliches: Zeitgeschichte mit persönlichem Schicksal ruhig und trotzdem sehr engagiert zu verbinden. Ein Gewinn und ich wünsche dem Buch viele Leser und Leserinnen. (Lisette Nichtweiss) Leseprobe

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Keine Quarantäne ohne Bücher!

Corona_Tafel

Der Senat hat Bücher als wichtige Basisversorgung anerkannt, heißt, wir dürfen aktuell noch geöffnet bleiben. Ab Freitag  sind wir zwischen 10 und 17 Uhr für Sie da, bitten aber alle um größte Vorsicht und Abstand.

Je nach Sachlage werden wir  die  Öffnungszeiten weiter reduzieren bzw. uns an alle Vorschriften halten, mehr dazu an dieser Stelle und bei Facebook.

Weiterhin können wir über Nacht die meisten Bücher besorgen und freuen uns über alle Bestellungen über unser Bestellformular oder per Mail oder Telefon. Wir liefern per Rad oder versandkostenfrei  per Post.

Wie eh und je geben wir weiter gerne Empfehlungen, beraten Sie auch per Mail und Telefon und legen Ihnen unsere Danteperlen ans Herz.

Lesen hilft & bleiben Sie gesund!

 

 

 

 

Abbas Khider: Palast der Miserablen

Khider_PalastNoch sind wir frohen Mutes und hoffen wir sehr, am 12. Mai  Abbas Khider bei uns zu Gast zu haben. Er wird aus seinem neuen Roman „Palast der Miserablen“ lesen, der in den Irak der 1990er  führt.

Drücken wir die Daumen, dass es klappt!!!

Shams Hussein ist ein normaler Junge mit ganz normalen Träumen. In der Hoffnung auf ein friedlicheres Leben ziehen seine Eltern mit ihm und seiner Schwester aus dem Süden des Irak nach Bagdad. Doch aus dem Streben nach einer besseren Zukunft wird in dem von Saddam Hussein beherrschten Land schnell ein Leben in existenzieller Not. Die Familie wohnt neben einem riesigen Müllberg, Shams arbeitet als Plastiktütenverkäufer, als Abbas Khider 2015Busfahrergehilfe, als Lastenträger. Und er liebt Bücher. In einer Zeit jedoch, in der ein falsches Wort den Tod bedeuten kann, begibt er sich damit in eine Welt, deren Gefahren er nicht kommen sieht. Ein persönlicher, höchst lebendiger Roman voll unvergesslicher Figuren.

wann? Dienstag, den 12. Mai um 20 Uhr
wo? in unserer Buchhandlung

Tickets      8 € / 5 €

Lesung und Ausstellung mit Claude K. Dubois

Dubois Akim rennt mit Buttpn DJLP 300x213 Lesung und Ausstellung mit Claude K. Dubois

 

Im Projektraum O45 beginnt das Jahr mit einer Lesung und Ausstellung mit Claude K. Dubois, der preisgekrönten belgischen Illustratorin und Kinderbuchautorin. Gezeigt werden Bilder aus ihren Büchern Akim rennt und Stromer (beide Moritz Verlag).

Als der Krieg eines Tages in Akims Dorf einbricht, beginnt seine Flucht. Er rennt, verliert seine Familie, wird gefangen genommen, trifft auf Menschen, die ihm helfen und findet am Ende seine Mutter wieder.

 

 

 

Dubois STROMER 300x216 Lesung und Ausstellung mit Claude K. DuboisStromer ist ein Wohnsitzloser, ein Obdachloser, ein Mann, der auf der Straße lebt. Er friert, wird vertrieben, schief angesehen und beschimpft, bis plötzlich ein kleines Mädchen mit einem Keks vor ihm steht.

 

Claude K. Dubois traut Kindern große Themen zu. Dafür erzählt sie stets mit zartem Strich und wenigen Worten in starken Bildern, behutsam, aber schonungslos.

Als große Fans freuen wir uns schon heute riesig auf Vernissage, Lesung sowie die anschließende Ausstellungszeit.

Vernissage am Freitag, den 28. Februar um 18 Uhr
Lesung am Samstag, den 29. Februar um 15 Uhr
Die Lesung für Kinder ab 6 Jahren findet in deutscher und französischer Sprache statt.

Öffnungszeiten der Ausstellung bis 27. März 2020:
Mo+Mi 15-18 Uhr
Di+Do 12-15 Uhr
und für Gruppen, Schulklassen etc. nach Vereinbarung.

Organisiert von DAS BUCHPROJEKT in Zusammenarbeit mit dem Moritz Verlag, VIEL & MEHR und uns, der Buchhandlung Dante Connection. Gefördert von der Vertretung von Ostbelgien, der Föderation Wallonie-Brüssel und der Wallonie in Berlin.

… per esploratori metropolitani

AA.VV.: The Passenger. Berlino, Iperborea 2019, 192 pp., € 28,50

The Passenger_Berlino Per la prima volta il magazine firmato Iperborea racconta una città europea, invece di un paese del mondo. L’eccezione si deve al fatto che la città in questione è Berlino e che nel 2019 la capitale tedesca festeggia il trentennale dalla caduta del Muro. Il volume è composto da sedici saggi brevi perlopiù inediti, firmati da autori e autrici quali Cees Nooteboom, Peter Schneider, Christine Kensche, Annett Gröschner, Vincenzo Latronico; un reportage fotografico del fotografogiornalista pluripremiato Mattia Vacca; illustrazioni di Francesca Aena e infografiche di Pietro Buffa. Ne esce un ritratto vicino alla realtà delle cose, convincente perchè non nasconde criticità e non annega nella nostalgia, ma prova a fare i conti con quello che non è più e non è ancora. (gm)

Voglio ordinarlo

Turit Fröbe: Alles nur Fassade?

mit 500 farbigen Abb., Dumont 2018, 176 S., € 20,-

Fröbe_Turit_Alles_nur_Fassade_Dante_ConnectionDie meisten von uns gehen gerade im Alltag durch vertraute Umgebungen, ohne wirklich zu schauen. Die praxiserfahrene Architekturhistorikerin Turit Fröbe legt mit ihrem Bestimmungsbuch für moderne Architektur gut strukturiertes Werkzeug vor, wie sich anhand von Fenstern, den „Augen der Architektur“, sowie dem Einsatz von Materialien, Formen und Farben Gebäude einschätzen lassen. Es macht enormen Spaß, mit dem Führer durch die Stadt zu laufen und gerade auch „hässliche Häuser“ eingehend anzusehen! Eine tolle Ergänzung für die tägliche Sehschulung ist Fröbes „Abrisskalender 2020″ (Dumont € 18,-) (sh) Blick in den Kalender

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Géraldine Schwarz „Die Gedächtnislosen“ (Secession) Termin muss leider verschoben werden!

 


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© Mathias Bothor

Géraldine Schwarz entdeckt eines Tages, dass ihr deutscher Großvater, ein Mitglied der NSDAP, 1938 ein jüdisches Unternehmen in Mannheim im Zuge der Arisierung erworben hat. Nach dem Krieg weigert er sich, dem einzigen Überlebenden der in Auschwitz ermordeten Fabrikantenfamilie, Julius Löbmann, Reparationen zu zahlen. Hier beginnt ihre Recherche über drei Generationen ihrer Familie, dabei stets mit der Frage, wie die Verwandten und andere sich der Vergangenheit stellten – auch in Frankreich, denn bald erfährt die Autorin, dass ihr Großvater mütterlicherseits unter dem Vichy Regime in einem Gebiet als Gendarm gedient hat, in dem Franzosen mit Razzien nach Juden suchten. Die Gedächtnislosen  ist ein sehr persönliches Werk der Erinnerungskultur. Mit beispielhafter Sorgfalt plädiert dieses Buch für eine Fortführung der Gedächtnisarbeit, um den völkischen und nationalistischen Tendenzen entgegenzuwirken. Eines der besten und gleichzeitig provozierendsten Beispiele dieser Arbeit liefert es selbst.

Moderation: Géraldine Schwarz‘ deutscher Verleger und Übersetzer Christian Ruzicska

        

wann?         Mittwoch,  4.12. um 20 Uhr es wird einen anderen Termin geben, demnächst hier!!

wo?              bei uns in der Buchhandlung Dante Connection

Karten?      8 € / 5 €

Géraldine Schwarz über ihr Buch bei Arte

 

 

Montag, 20.5. um 19.00 im Italienischen Kulturinstitut Berlin

Trauer und Licht. Lampedusa, Sciascia, Camilleri und die Literatur Siziliens. Maike Albath stellt im Gespräch mit Jutta Person und Lothar Müller ihr bei Berenberg erschienenes neues Buch  vor.

Albath_Maike_Trauer_und_Licht_Dante_Connection_BuchhandlungSizilien, die magische Insel, ihre Literatur, ihre ­brodelnde politische Gegenwart – all das wird zum Thema in diesem dritten großen Italienbuch von Maike Albath, die mit Land, Literatur und Bewohnern vertraut ist wie nur wenige. Der Horizont reicht von Lampedusas Leopard, mit dem die Insel die Bühne der Weltliteratur betritt, über Leonardo Sciascia bis zu Andrea Camilleri und seinen international erfolgreichen Montalbano-Krimis. Ein verführerischer Streifzug durch die Geschichte, durch Landschaften und die Straßen von Palermo und Catania, wo sich bis heute eine kulturelle und literarische Vielfalt erhalten hat, die einmalig ist in Europa.

wo? Italienisches Kulturinstitut, Hildebrandstraße 2, 10785 Berlin
Eintritt frei

 

Leseprobe

Donnerstag, 9.5.

Prawda-HoppeEuropa verlassen – Lesung

Felicitas Hoppe liest aus ihrem Roman „Prawda: eine amerikanische Reise“

Büchner-Preisträgerin Felicitas Hoppe auf Expedition in einem unbekannten Amerika: Zehntausend so komische wie hochpoetische Meilen reist Hoppe von Boston über San Francisco bis Los Angeles und zurück nach New York. Hellwach und hellsichtig begibt sie sich als literarischer Wirbelsturm auf die Spuren von Ilf und Petrow, zweier russischer Schriftsteller, die 80 Jahre vor ihr unterwegs waren und zu Kultfiguren wurden. Ob Hoppe mit ihnen die Ford-Werke und den ersten elektrischen Stuhl besichtigt, nebenbei den Zaun von Tom Sawyer streicht, in einem Tornado verschwindet oder im Auge des Sturms auf Quentin Tarantino persönlich trifft – „Prawda“ (russisch: Wahrheit) lässt die Leser Dinge sehen, wie sie über das unglaublichste Land der Erde noch nie geschrieben wurden: eine literarische Weltentdeckung.

Rahmenveranstaltung der Ausstellung Europa verlassen von  Jana Müller, Felicitas Hoppe und Alexej Meschtschanow.

wann? am Donnerstag, 9. Mai um 19 Uhr
wo? im Ausstellungsraum der IG Metall
Alte Jakobstraße 149, 10969 Berlin

 

Benjamin Tienti: Unterwegs mit Kaninchen

Illustrationen von Anke Kuhl, Dressler 2019, 208 S., € 13,-, ab 10 

Tienti_Unterwegs_Danteperle_DanteConnectionAm liebsten verkriecht sich Andrea in einem großen Karton in seinem Kinderzimmer. Und zwar mit seinem besten Freund, einem in die Jahre gekommenen Kaninchen namens Maikel. Viel geredet und gemacht wird da zwar nicht, aber Andrea braucht ohnehin viel Zeit für sich und Rückzugsmöglichkeiten. Als sein alleinerziehender Vater eines Tages Fidaa und ihre Mutter in der geräumigen Familienwohnung einquartiert, ist es allerdings erst einmal vorbei mit der Ruhe. Fidaa, die keine Lust hat, sich als hilfsbedürftiges Flüchtlingskind abstempeln zu lassen, die begeistert Taekwando trainiert und überhaupt das Herz an der richtigen Stelle hat, sorgt für frischen Wind im Zusammenleben. Doch als sie Maikel versehentlich verletzt und dieser womöglich eingeschläfert werden soll, reißt Andrea der Geduldsfaden. Er haut ab, gegen seinen Willen jedoch zusammen mit Fidaa. Was die beiden nun erleben, ist ein mächtig abgedrehtes Anhalter-Road-Movie-Abenteuer von Berlin nach Freiburg! Benjamin Tienti beweist großes erzählerisches Können und viel Gespür für die Gefühlswelten der beiden so verschiedenen Kinder. Ein bisschen stolpernd, aber im Grunde ziemlich geradeaus suchen und finden sie allein ihre Wege und werden am Ende doch noch Freunde. (jk)

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